Später Drinkuth-Treffer sichert VfB die Meisterschaft

von Ismail Yesilyurt

Felix Drinkuth (li., VfB Lübeck) ermöglichte die Meistersause. © 2022 Olaf Wegerich


Der VfB Lübeck hat es doch noch geschafft dank eines Last-Minute-Treffers von Felix Drinkuth. Bei Eintracht Norderstedt gewann der VfB mit 1:0. Da gleichzeitig einige Kilometer entfernt in Eimsbüttel der Hamburger SV II mit 0:2 gegen den SC Weiche Flensburg 08 unterlag, ging die Meisterschale nach Lübeck. Im PN des VfB Lübeck gibt es den Spielbericht.

(Quelle: PN VfB Lübeck/ Christian Jessen) Ekstase in der Nachspielzeit – mit einem Last-Minute-Tor von Felix Drinkuth sicherte sich unser VfB am Samstag nach dem Drittliga-Aufstieg auch die Meisterschaft in der Regionalliga Nord! Der 1:0 (0:0)-Erfolg vor 2.000 Zuschauern, darunter etwa die Hälfte aus Lübeck, war in einem attraktiven Regionalliga-Spiel beim FC Eintracht Norderstedt über die 90 Minuten betrachtet auch völlig verdient. Für den Titelgewinn nötig war zudem ein Punktverlust des Hamburger SV II – und der bisherige Tabellenführer verlor sein Heimspiel gegen den SC Weiche Flensburg 08 mit 0:2.

Tommy Grube streckt Trophäe in die Höhe

Die Meisterschale kam so erst mit etwas Verspätung nach Norderstedt – die Vertreter des NFV hatten verständlicherweise das Spiel des HSV II verfolgt und traten nach dem Siegtor des VfB den Weg nach Norderstedt an. Aus den Händen von NFV-Vizepräsident Christian Okun nahm VfB-Kapitän Tommy Grupe schließlich die Meisterschale entgegen, anschließend wurde auch mit den Fans noch gefeiert.

VfB Lübeck aktiver und besser

Das Spiel bot viele Höhepunkte schon vor dem späten Treffer. Die in den weißen Auswärtstrikots angetretenen Grün-Weißen, bei denen Trainer Lukas Pfeiffer nur einen Wechsel im Vergleich zum 1:0 gegen Jeddeloh (Florian Kirschke für Eric Gründemann im Tor) vorgenommen hatte, stellten von Beginn an die bessere und aktivere Mannschaft und hatten auch früh die besseren Torchancen. Nach einem Zuspiel von Felix Drinkuth startete Morten Rüdiger durch, doch Keeper Lars Huxsohl passte auf und nahm dem VfBer an den Ball vom Fuß (10.). Acht Minuten später hatte sich Marius Hauptmann in Szene gesetzt, wechselte vor dem Strafraum den Flügel zu Marvin Thiel, doch dessen strammen Schuss wehrte Huxsohl zur Seite ab.

Norderstedt sporadisch gefährlich

Die Norderstedter waren bis hierhin nur sporadisch gefährlich. Die beste Chance der ersten Halbzeit bot sich abermals Rüdiger, der nach einem eigenen Sololauf von Mirko Boland in die Tiefe geschickt wurde, aber völlig freistehend an Huxsohl scheiterte (30.). Zudem hatte Boland Pech, dass sein 20-Meter-Schuss gefährlich abgefälscht wurde, aber haarscharf neben dem rechten Torpfosten landete (34.). Erst im Anschluss hatte auch Norderstedt zwei nennenswerte Szenen: Eine verunglückte Flanke von Marc Bölter musste Florian Kirschke über die Latte lenken (36.). Nach einem Konter über die linke Seite durch Nils Brüning kam Jonas Behounek zum Schuss, setzte diesen jedoch am VfB-Tor vorbei (44.). Insgesamt wäre eine VfB-Pausenführung verdient gewesen.

Lübecker erhöhen Risiko

Im zweiten Abschnitt wurde die Partie offener, auch weil der VfB natürlich vom Rückstand des Hamburger SV II wusste und das Risiko schrittweise erhöhte. Grupe war es zunächst der einen Alleingang des durchgebrochenen Eintracht-Idols Jan Lüneburg in dessen letztem Spiel mit einer beherzten Grätsche stoppte (50.). Zwei Minuten später prüfte auf der Gegenseite wiederum Thiel Keeper Huxsohl.

Eine große Chance leitete Thiel nach genau einer Stunde ein, als er sich auf der linken Seite durchsetzte, Tarik Gözüsirin seine Hereingabe jedoch am langen Eck vorbei setzte. Die Eintracht antwortete mit einem Kopfball von Nils Brüning nach Bölter-Flanke, den Kirschke parierte (73.). Die Führung für den VfB wäre spätestens fällig gewesen, als Manuel Farrona Pulido völlig allein auf Huxsohl zulief, der Norderstedter jedoch das Eins-gegen-Eins-Duell gewann (76.). Wenige Sekunden später landete ein Kopfball von Farrona Pulido am Außennetz.

Dann war wieder die Eintracht dran. Nach einem langen Ball von Rico Bork scheiterte zunächst Dylan Williams an Kirschke, den Abpraller setzte der Ex-VfBer Cemal Sezer an die Latte (82.). Gözüsirin setzte auf der Gegenseite einen Freistoß ganz knapp zu hoch an, sodass der Ball das Netz von oben touchierte (84.). Die letzte Chance der Eintracht, den VfB Meisterhoffnungen den wohl entscheidenden Dämpfer zu verpassen, vergab Sezer per Kopf (89., vorbei).

Elf von Lukas Pfeiffer belagert Norderstedter Tor

Anschließend belagerte der VfB das Norderstedter Tor. Eine Hovi-Vorlage bekam Mattis Daube vor dem Tor nicht unter Kontrolle (90.), Jannik Löhden köpfte den Ball nach Taritas-Freistoß an den Pfosten (90./+2), vor dem Abpraller wurde wegen eines Fouls abgepfiffen. In der vierten Minute der Nachspielzeit fiel es dann doch noch, das verdiente Siegtor, das die Meisterfeier einläutete: Einen weiten Einwurf von Janek Sternberg verlängerten Löhden und Grupe bis an den langen Pfosten, wo Drinkuth die Kugel aus wenigen Metern über die Linie drückte!

Gesittete Meistersause

Als Schiedsrichter Hendrik Duschner drei Minuten später abpfiff, lief die Partie an der Hagenbeckstraße zwar noch – doch angesichts des 0:2-Zwischenstands gab es keine Zweifel mehr: Die Meistersause begann. Allerdings gesittet – in Anbetracht der Vorbereitung auf das SHFV-Pokal-Endspiel am kommenden Samstag in Flensburg setzte Trainer Lukas Pfeiffer für Sonntagvormittag eine Trainingseinheit ein.

Eintracht Norderstedt: Huxsohl – Marxen, Bojadgian (68. Hildebrandt), Grau, Kummerfeld (62. Bork) – Koch (62. Hoppe) – Choi (76. Williams), Bölter, Behounek, Brüning – Lüneburg (71. Sezer).
Trainer: Olufemi Smith.

VfB Lübeck: Kirschke – Kölle, Grupe, Löhden, Rüdiger (84. Sternberg) – Gözüsirin (87. Plume), Boland – Hauptmann (89. Taritas), Farrona Pulido (77. Hovi), Thiel (73. Daube) – Drinkuth.
Trainer: Lukas Pfeiffer.

SR: Hendrik Duschner (SC Borgfeld).

Zuschauer: 2.000.

Tore: 0:1 Drinkuth (90./+4).

Gelbe Karten: Grau, Marxen, Bork, Behounek.

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