Lasse Jetz sicherte in der Nachspielzeit den wichtigen Auswärtspunkt für Tofe. © 2026 Olaf Wegerich
Der Wahnsinn geht weiter: Der SV Todesfelde bleibt auch nach dem 3. Spieltag in der Regionalliga Nord weiter ungeschlagen und holt im ersten Auswärtsspiel der Saison beim Hamburger SV II ein 2:2 (1:1)-Remis. Damit bleiben die Segeberger weiterhin starker Fünfter, und man mag es kaum glauben: Mit bisher bereits elf erzielten Treffern sind sie sogar Ligaspitze. Zugleich war es im dritten Regionalliga-Duell mit den Hanseaten der erste Punktgewinn. Dabei zeigte der Oberligameister auch Nehmerqualitäten und konnte einen zweimaligen Rückstand durch Treffer von Moritz Achtenberg (30.) und Lasse Jetz (90.+1) in der Nachspielzeit egalisieren. Für den HSV-Nachwuchs trafen vor 512 Zuschauern Kelvin Ojo (14.) und Mehmet Yildirim (88.).
Tofe mit fünf Veränderungen
Nach dem kräftezehrenden 3:3 gegen die U23 vom SV Werder Bremen hatte Tofe-Coach Björn Sörensen fünf Veränderungen in der Startformation vorgenommen. So kam Stammtorhüter Fabian Landvoigt nach überstandener Handgelenksverletzung für Jarmain Ozuzu zu seinem ersten Saisoneinsatz. Ebenfalls nicht dabei waren der verletzte Noel Denis und Christian Rave nach einem Pferdekuss. Zudem fehlten zunächst Benjamin Petrick und Lasse Jetz. Dafür rückten Moritz Achtenberg, Janek Sternberg, Etienne Sohn und Ben Jablonski in die Startformation.
Barkowsky trifft nur den Pfosten
In einem kurzweiligen und sehr unterhaltsamen Regionalligaspiel hatten die Gäste bereits in der Anfangsphase das nötige Spielglück, als Finn Barkowsky nach einem Klärungsversuch von Torhüter Landvoigt außerhalb des Strafraums anstatt des völlig verwaisten Tores nur den Pfosten traf. Auf der Gegenseite scheiterte Ben Jablonski (4.) mit der ersten guten Möglichkeit am aufmerksamen HSV-Torhüter Colin Poppelbaum.
Die Gastgeber blieben in einem munteren Spiel weiter auf dem Gaspedal und hatten durch Joonas Frenzel (5.) wenig später die nächste gute Gelegenheit, doch diesmal war Landvoigt zur Stelle und konnte klären.
Ojo mit dem Führungstreffer
Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte konnte sich Kelvin Ojo (14.) im Laufduell gegen Janek Sternberg behaupten und abgeklärt den Führungstreffer für die Mannschaft von Trainer Lukas Anderer erzielen. Bei der nächsten gefährlichen Aktion des HSV klärte Moritz Achtenberg in höchster Not vor dem heranstürmenden Finn Barkowsky.
Aber auch der HSV-Nachwuchs zeigte sich defensiv nicht immer sattelfest. Erneut kam Ben Jablonski (29.) aus wenigen Metern zum Abschluss und vergab. Die noch ungeschlagenen Gäste blieben weiter gut im Spiel und wurden für ihr mutiges Auftreten belohnt.
Achtenberg trifft zum Ausgleich
Nach einem Eckball von Ben Jablonski, der an vielen Offensivaktionen beteiligt war, stand Moritz Achtenberg (30.) am zweiten Pfosten völlig frei und traf zum 1:1-Ausgleich.

Drawz mit zwei Kopfballchancen
Der Aufsteiger war jetzt richtig gut im Spiel und hatte binnen Sekunden durch Marco Drawz (34.) zwei Kopfballchancen, die ungenutzt blieben. Zunächst Jablonski und dann Sternberg hatten die Flanken geschlagen.
HSV nach der Pause zunächst überlegen
Die erste halbe Stunde nach der Pause ging dann deutlich an die Gastgeber, die sich mit viel Ballbesitz einige gute Möglichkeiten erspielen konnten. Doch ein starker Fabian Landvoigt im Tor der Gäste verhinderte mehrfach den möglichen Hamburger Führungstreffer.
Schlussviertelstunde gehört Tofe
In der Schlussphase zeigte sich ein komplett anderes Bild: Plötzlich war der Aufsteiger wieder sehr präsent und Tofe drängte mit viel Wucht auf den Führungstreffer. Dazu hatte Tofe-Coach Björn Sörensen mit Jan-Marc Schneider für Ben Jablonski, Morten Liebert für Etienne Sohn und später mit Benjamin Petrick für Marco Drawz noch einmal frische Offensivkräfte gebracht.
Tofe lässt viel liegen
Mit einer Monsterparade verhinderte HSV-Torhüter Colin Poppelbaum die fast sichere Gästeführung, als er einen Kopfball von Morten Liebert (75.) aus gut sechs Metern nach Flanke von Janek Sternberg entschärfen konnte. Nur eine Minute später scheiterte der eingewechselte Jan-Marc Schneider (76.) am Hamburger Schlussmann. Dann war wieder Morten Liebert (80.) an der Reihe, doch der 33-Jährige schoss den Ball nach Vorlage von Schneider etwas überhastet über das Tor.
Liebert vergibt Foulelfmeter
Doch das Pech klebte dem Mittelstürmer der Segeberger weiterhin an den Füßen: Nach einem Foulspiel von Sebastian Boltersdorf an Jan-Marc Schneider (83.) entschied Schiedsrichter Weinkauf sofort auf Strafstoß für die Gäste. Doch den von Liebert schwach in die linke untere Ecke getretenen Foulelfmeter konnte der gute Hamburger Torhüter sogar festhalten.
Yildirim bringt HSV in Führung
Damit nahm das Drama seinen Lauf und die zwischenzeitlich kaum noch präsenten Hamburger schlugen eiskalt zu: Über die Stationen Alessandro Puzzo und Radin Amadou landete der Ball bei Mehmet Yildirim (88.), der aus halbrechter Position ins lange Eck zum 2:1 traf.
Jetz trifft zum 2:2
Doch die Segeberger zeigten sich unbeeindruckt und mobilisierten noch einmal die letzten Reserven. Unmittelbar vor Spielende folgte die Situation, die dem SV Todesfelde zumindest den einen verdienten Punkt sicherte: Morten Liebert schoss aus der Drehung und Lasse Jetz (90.+1) fälschte den Ball leicht ab, ehe er den Weg ins lange Eck fand.

Stimmen zum Spiel
Torhüter Fabian Landvoigt (SV Todesfelde): „Ich habe gemischte Gefühle. In der Halbzeit hätten wir gesagt, mit einem Punkt wären wir super zufrieden. Nach einigen hochkarätigen Chancen für uns ärgert es einen schon, nicht mehr mitgenommen zu haben. Aber das passiert und macht keiner mit Absicht. Dass wir dann noch das späte Gegentor bekommen, beschreibt den Fußball so schön: Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten. Aber aktuell sind wir Mentalitätsmonster und kommen wieder mal zurück. Also unterm Strich muss man mit dem Punkt zufrieden sein. Und ich bin so froh, wieder dabei zu sein, und hoffe, der Mannschaft wieder oft helfen zu können.“
Moritz Achtenberg (SV Todesfelde): „Das 2:2 ist ein gutes Ergebnis gegen einen starken HSV. In der zweiten Halbzeit hatten wir hinten heraus ein deutliches Chancenplus, versäumen es dann aber ein bisschen, das Führungstor zu machen. Wir haben wirklich beste Chancen ausgelassen. Wir wurden dann richtig kalt geduscht in der 88. Minute, haben dann aber noch einmal die richtige Antwort gefunden. Es ist wirklich unfassbar, was die Truppe für Nehmerqualitäten hat.“
Statistik
Hamburger SV II: Poppelbaum – Rahr, Agyekum, Schümann (78. Boltersdorf), Riedel, Rath, Frenzel (71. Amadou), Bröcker (58. Puzzo), Ojo, Migalic (82. Machado), Barkowsky (78. Yildirim).
Trainer: Lukas Anderer.
SV Todesfelde: Landvoigt – Sternberg, Körting, Cloppatt, Achtenberg (43. Jetz), Grosche – Boland, Erfmann, Jablonski (60. Schneider), Drawz (82. Petrick) – Sohn (60. Liebert).
Trainer: Björn Sörensen.
Schiedsrichter: Jannik Weinkauf (Oldenburg).
Assistenten: Kilian Braun und Jan Kruse.
Besondere Vorkommnisse: Morten Liebert (83., SV Todesfelde) scheitert mit Foulelfmeter an Colin Poppelbaum.
Zuschauer: 511 auf dem Kunstrasen im Stadion Hoheluft.
Tore: 1:0 Kelvin Ojo (14.), 1:1 Moritz Achtenberg (30.), 2:1 Mehmet Yildirim (88.), 2:2 Lasse Jetz (90.+1).
