Tofe für Galavorstellung nicht ausreichend belohnt – Nur 3:3 gegen Werder

von Olaf Wegerich

Mirko Boland (Todesfelde) zirkelt einen Freistoß raffiniert um die Mauer. © 2026 Olaf Wegerich


Erlebnisfußball beim Regionalligisten SV Todesfelde. Mit einem vor allem in der zweiten Hälfte phasenweise begeisternden Auftritt erreicht der Aufsteiger aus dem Kreis Segeberg gegen die U23 vom SV Werder Bremen ein hochverdientes 3:3-Remis (1:2) und bleibt damit nach zwei Spielen weiter ungeschlagen. Dabei wäre für die Mannschaft von Trainer Björn Sörensen in der hektischen Schlussphase, als sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch lieferten, sogar ein Sieg möglich und absolut verdient gewesen. Verdienter Lohn für eine Mannschaft, die wieder einmal ihr Herz auf dem Platz gelassen hat: Zum zweiten Mal in Folge wurden die Dorfkicker nach dem 6:4-Spektakel gegen den FC St. Pauli in der Vorwoche nach Spielende von dem begeisterten Publikum im JODA-Sportpark mit tosendem Applaus gefeiert. Dieser SV Todesfelde macht Spaß und scheint deutlich reifer als in der ersten Regionalligasaison. So lautet zumindest die Momentaufnahme.

Mirko Boland, der in der Vorwoche für viele überraschend erst zur zweiten Hälfte eingewechselt worden war, stand gegen Werder wieder in der Startformation. Für ihn musste zunächst Ben Jablonski weichen. Auch in der Abwehr nahm Coach Sörensen mit Justin Cloppatt für Moritz Achtenberg einen Tausch vor.

Paul Bellmann (Werder U 23) gegen Benjamin Petrick (Todesfelde). © 2026 Olaf Wegerich
Paul Bellmann (Werder U 23) gegen Benjamin Petrick (Todesfelde). © 2026 Olaf Wegerich

Werder mit dem besseren Start

Bei hochsommerlichen Temperaturen begannen die von Cédric Makiadi trainierten Gäste aus Bremen sehr schwungvoll und dominierten dabei die Anfangsminuten. Nachdem die Gastgeber ihre Anfangsnervosität abgelegt hatten, entwickelte sich aber ein offenes Spiel mit ersten guten Gelegenheiten für die Gastgeber.

Tofe mit ersten Chancen

Dabei verzieht Noel Denis (9.) einen Flachschuss aus halblinker Position nur knapp, und nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Marco Drawz kann Mirko Boland (9.) den Ball nicht richtig verwerten. Auf der Gegenseite mussten Torhüter Jarmain Ozuzu und Tyler Körting im Verbund gegen den durchgebrochenen Princewill Mbock klären.

Foulelfmeter von Stark bringt Werder die Führung

Nach zwanzig eher ereignislosen Minuten, in denen sich das Spiel überwiegend auf Höhe der Mittellinie zugetragen hat, kommt es dann im Strafraum der Gastgeber zu einem Zweikampf zwischen Mirko Boland und Karlo Simic, bei dem der Bremer nach einem harten Tackling zu Fall kommt. Schiedsrichter Marvin Repke entscheidet sofort auf Elfmeter für die Gäste. Christian Stark (29.) verwandelt den Strafstoß sicher zur Gäste-Führung.

Mario Mbassi (Werder) gegen Christian Rave (Todesfelde). © 2026 Olaf Wegerich
Mario Mbassi (Werder) gegen Christian Rave (Todesfelde). © 2026 Olaf Wegerich

Cloppatt trifft per Elfmeter zum Ausgleich

Aber auf der Gegenseite bekommen die Gastgeber nur neun Minuten später nach einem Foulspiel an Mirko Boland im Strafraum ebenfalls einen Elfmeter zugesprochen. Der 23-jährige Justin Cloppatt schnappt sich den Ball, verlädt Smarkalev im Tor der Gäste und schon steht es 1:1.

Schneider mit fast perfektem Einstand

Noch vor der Pause muss der stark aufspielende Noel Denis (42.) wegen muskulärer Probleme passen. Für ihn kommt Jan-Marc Schneider, der fast den perfekten Einstand gefeiert hätte. Nach einer Balleroberung von Benjamin Petrick auf Höhe der Mittellinie geht es blitzschnell nach vorne über Marco Drawz, der im Zentrum Jan-Marc Schneider in Szene setzt. Doch dessen Schuss nach einer schnellen Drehung mit dem Rücken zum Tor aus Mittelstürmerposition verfehlt das Bremer Gehäuse nur haarscharf.

Jan-Marc Schneider (Todesfelde) gegen Egor Greber (Werder U23). © 2026 Olaf Wegerich
Jan-Marc Schneider (Todesfelde) gegen Egor Greber (Werder U23). © 2026 Olaf Wegerich

Traumtor von Römers sorgt für erneute Werder-Führung

Doch dann der Stimmungskiller in der Nachspielzeit der ersten Hälfte im JODA-Sportpark, als Arian Römers (45.+1) mit einem ansatzlosen, halbhohen Distanzschuss aus gut 35 Metern die U23 vom SV Werder erneut in Führung bringt.

Zur Pause müssen die Gastgeber zum zweiten Mal wechseln, denn bei Christian Rave, der mit einem Pferdekuss einige Minuten humpelnd durchgehalten hatte und kurz vor dem zweiten Gegentreffer noch mit einer Monstergrätsche im Strafraum gerettet hatte, geht nichts mehr. Für ihn kommt Moritz Achtenberg.

Auch nach der Pause geht es im hohen Tempo munter weiter. Ein Freistoß von Mirko Boland sowie ein abgefälschter Schuss von Jan-Marc Schneider sind die Vorboten einer stürmischen zweiten Hälfte.

Justin Cloppatt (Todesfelde) im Kopfballduell mit Princewill Mbock (Werder U23). © 2026 Olaf Wegerich
Justin Cloppatt (Todesfelde) im Kopfballduell mit Princewill Mbock (Werder U23). © 2026 Olaf Wegerich

Cloppatt erneut nervenstark – Elfer zum 2:2-Ausgleich

Nach einem Eckball von der rechten Seite wird Marco Drawz vom Bremer Torschützen Arian Römers im Strafraum unsanft zu Fall gebracht. Wieder entscheidet Schiedsrichter Marvin Repke auf Strafstoß für die Gastgeber und erneut behält Justin Cloppatt (49.) die Nerven – schickt Smarkalev in die falsche Ecke – und schon steht es 2:2.

Tofe mit vielen Chancen

Die Gastgeber sind jetzt richtig auf Betriebstemperatur und erspielen sich bei der sommerlichen Hitze gegen einen oft defensiv sehr anfällig wirkenden Gegner eine Vielzahl an hochkarätigen Torchancen.

Zunächst ist Lasse Jetz nach einem Steckpass frei durch und schießt den Bremer Torhüter an. Dann startet Jan-Marc Schneider (62.) nach eigener Balleroberung einen Slalomlauf durch die Abwehrreihen der Gäste und verzieht aus wenigen Metern nur knapp. Nur zwei Minuten später ist es Benjamin Petrick – der ähnlich wie Schneider ein Riesenspiel abliefert –, der mit seinem Abschluss das Tor nur knapp verfehlt.

Benjamin Petrick (SV Todesfelde) gegen Paul Bunkowski (Werder). © 2026 Olaf Wegerich
Benjamin Petrick (SV Todesfelde) gegen Paul Bunkowski (Werder). © 2026 Olaf Wegerich

Drawz mit dem Führungstreffer

Aber der nächste Versuch der Gastgeber bringt endlich den lang ersehnten Führungstreffer. Der ebenfalls groß aufspielende Marco Drawz zieht aus halbrechter Position und gut 20 Metern Torentfernung flach ab und überrascht dabei Torhüter Stefan Smarkalev mit seinem fulminanten Schuss ins kurze Eck zum 3:2 für die Gastgeber.

Wiehe trifft zum Ausgleich

Spätestens jetzt verwandelt sich der JODA-Sportpark in ein Tollhaus. Von den Zuschauern lautstark angefeuert, laufen die Gastgeber auch immer mal wieder in Konter, denn offensiv sind die Gäste bärenstark. Zunächst verpasst der eingewechselte Jasha Barry zweimal nur äußerst knapp den möglichen Ausgleich, ehe Jakob Wiehe (78.) nach einer Flanke von der linken Seite nahezu ungedeckt zum mehr als schmeichelhaften 3:3 für die insgesamt enttäuschenden Gäste einköpfen kann.

Noah Weißbach (Werder) gegen Marco Drawz (Todesfelde). © 2026 Olaf Wegerich
Noah Weißbach (Werder) gegen Marco Drawz (Todesfelde). © 2026 Olaf Wegerich

Tofe verpasst den möglichen Siegtreffer

Aber auch nach dem mehr als unglücklichen Ausgleichstreffer drängen die Gastgeber in einer wahnsinnigen Schlussphase mit Macht auf den Siegtreffer. Wie eine Lawine rollen die Angriffe auf das Tor der Gäste. Unglaublich, was für Kraftreserven und welch unbändigen Willen der Aufsteiger dabei zu bieten hat. Allein vier Großchancen können sich die Segeberger dabei noch innerhalb von nur sieben Minuten erarbeiten. Dabei rückt Torhüter Stefan Smarkalev in den Mittelpunkt, der dem Profi-Nachwuchs einen sehr glücklichen Punktgewinn rettet. Zunächst kann der Bremer einen Kopfball von Lasse Jetz (87.) zur Ecke lenken, dann scheitert Moritz Grosche (88.) mit einem zu zentral angesetzten Hammergeschoss aus gut 20 Metern am Bremer, der gerade noch die Fäuste hochreißen kann. In der letzten Minute der regulären Spielzeit ist es der eingewechselte Etienne Sohn, der in Smarkalev seinen Meister findet.

Aber auch in der Nachspielzeit bleiben die Gäste bei zwei Kontern brandgefährlich und hätten ihrerseits treffen können. Trotzdem hätte der SV Todesfelde das Spiel mit der letzten Aktion, als Janek Sternberg sich über die linke Seite durchgesetzt hatte und hart bedrängt aus wenigen Metern nur den Kopf des abtauchenden Bremer Torhüters trifft, für sich entscheiden können.

Fazit

Ein sehenswertes, dramatisches Fußballspiel, in dem die Gastgeber erneut vollauf zu überzeugen wussten.

Janek Sternberg (Todesfelde) gegen Mario Mbassi (Werder). © 2026 Olaf Wegerich
Janek Sternberg (Todesfelde) gegen Mario Mbassi (Werder). © 2026 Olaf Wegerich

Stimmen zum Spiel

Björn Sörensen (Trainer SV Todesfelde)
Janek Sternberg (SV Todesfelde)
Marco Drawz (SV Todesfelde)
Noel Denis (SV Todesfelde)
  • SV Todesfelde: Ozuzu – Rave (46. Achtenberg), Körting (81. Sohn), Cloppatt – Grosche, Erfmann (71. Jablonski), Boland, Jetz (60. Sternberg), Denis (42. Schneider) – Drawz, Petrick.
  • Trainer: Björn Sörensen.
  • SV Werder Bremen U23:
  • Smarkalev – Greber, Weißbach, Bellmann, Ossadnik – Baum (57. Bunkowski), Römers – Mbock (67. Barry), Simic (57. Wiehe), Mbassi (89. Prüsch) – Stark.
  • Trainer: Cédric Makiadi.
  • Schiedsrichter: Marvin Repke (Harburger TB) – Deutlich besser, als einige Zuschauer ihn gesehen haben, in einer Partie mit hohem Tempo, die auch dem Schiedsrichtergespann einiges abverlangte.
  • Assistenten: André Becker und Robert Vaigant.
  • Zuschauer: 697 im JODA-Sportpark von Todesfelde.
  • Tore: 0:1 Christian Stark (28.), 1:1 Justin Cloppatt (38. Foulelfmeter), 1:2 Arian Römers (45.+2), 2:2 Justin Cloppatt (50. Foulelfmeter), 3:2 Marco Drawz (67.), 3:3 Jakob Wiehe (78.).

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