Kapitän Marvin Thiel (VfB Lübeck) musste mit einer Verletzung raus. © 2026 Olaf Wegerich
Das 151. Lübecker Stadtderby endete für den VfB Lübeck mit einer bitteren Enttäuschung. Vor 3.148 Zuschauern auf der Lohmühle, die offiziell als Heimspiel des 1. FC Phönix ausgetragen wurde, unterlagen die Grün-Weißen dem Stadtrivalen deutlich mit 0:4 (0:1). Dabei spiegelte das Ergebnis den Spielverlauf nur bedingt wider: Der VfB erspielte sich zahlreiche gute Möglichkeiten und setzte auch spielerisch immer wieder Akzente. Phönix Lübeck erwies sich dagegen als ausgesprochen effizient und nutzte seine Chancen konsequent.
VfB startet mutig und lässt Chancen liegen
Von Beginn an entwickelte sich eine intensive und umkämpfte Partie. Der VfB Lübeck trat mutig auf und kam bereits in der 12. Minute durch Fabian Istefo zur ersten nennenswerten Gelegenheit. Der Phönix-Schlussmann war jedoch zur Stelle.
Auch anschließend blieb die Mannschaft von Trainer Kevin Rodewald offensiv gefährlich. Emmanuel Appiah hatte in der 22. und 35. Minute gute Möglichkeiten, ehe auch Bjarne Pfundheller (37.) den möglichen Führungstreffer verpasste.
Phönix schlägt eiskalt zu
Mitten in die gute Phase des VfB hinein fiel schließlich die Führung für den Stadtrivalen. Nach einer flachen Hereingabe von der linken Seite war Kilian Skolik zur Stelle und staubte in der 23. Minute zum 1:0 für Phönix ab.

Der Gegentreffer änderte wenig am Spielbild. Der VfB blieb bemüht und drängte auf den Ausgleich. Kurz vor dem Pausenpfiff bot sich Daouda Beleme die große Gelegenheit zum 1:1, doch auch diese Chance blieb ungenutzt.
Beleme verpasst den Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel erhöhte der VfB den Druck. Die Grün-Weißen wollten unbedingt den Ausgleich und erarbeiteten sich weitere Möglichkeiten. Besonders bitter war die Szene in der 67. Minute, als Daouda Beleme mit seinem Schuss das Tor nur knapp verfehlte.
Der VfB investierte viel, doch im Abschluss fehlte weiterhin das nötige Quäntchen. Phönix verteidigte seinen Vorsprung und wartete auf die Gelegenheit, das Spiel mit einem weiteren Treffer zu entscheiden.
Stöver sorgt für die Vorentscheidung
In der 75. Minute fiel schließlich das 2:0 für die Adlerträger. Jonathan Stöver erhöhte und brachte den Stadtrivalen damit endgültig auf die Siegerstraße.
Kurz zuvor hatte der VfB zudem einen schweren Schock zu verkraften. Kapitän Marvin Thiel musste nach einer längeren Behandlungspause verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Henry Jeschonek kam für ihn in die Partie.
Phönix nutzt die Räume gnadenlos
In der Schlussphase musste der VfB angesichts des Rückstands volles Risiko gehen. Dadurch entstanden für Phönix zunehmend Räume, die der Stadtrivale konsequent ausnutzte.

In der 89. Minute erhöhte Julian Markvoort Beke auf 3:0. In der Nachspielzeit setzte Fabio Maiolo schließlich noch einen drauf. Der Phönix-Spieler verwandelte einen Elfmeter zum 4:0-Endstand.
Damit fiel die Niederlage aus Sicht des VfB zweifellos deutlich zu hoch aus. Die Grün-Weißen hatten über weite Strecken couragiert nach vorne gespielt und sich genügend Möglichkeiten erarbeitet, scheiterten jedoch immer wieder an der eigenen Chancenverwertung. Phönix zeigte sich dagegen vor dem Tor eiskalt und machte aus seinen Möglichkeiten nahezu das Maximum.
Zehn Tage bis zum nächsten Heimspiel
Nach der intensiven englischen Woche hat der VfB Lübeck nun zehn Tage Zeit, die Niederlage und die Verletzung von Kapitän Marvin Thiel zu verarbeiten. Weiter geht es am 26. August auf der heimischen Lohmühle gegen die U23 des Hamburger SV.
- 1.FC Phönix Lübeck: Tim Roby Kips – Jannes Vollert, Fabio Oliviero Maiolo, Jonathan Stöver (80. Julius Jamal Kliti), Anton Felix Ihde (57. Ousman Touray), Moritz Kretzer (73. Michel Dammeier), Omar Rahimic (57. Julian Matthias Boccaccio), Philippe Derk Roland Markvoort Beeke, Kilian Skolik (67. Julian Lubertus Gino Markvoort Beke), Jannis Farr, Daniel Haritonov
- Trainer: Björn Joppe
- VfB Lübeck: Finn Andreas Böhmker – Emmanuel Owusu Bediako Appiah (67. Felix Mandl), Fabian Istefo, Daouda Beleme, Maximilian Schütt, Joel Chinaemerem Amadi, Bjarne Michel Pfundheller (63. Lennart Heiduck), Tom Kankowski (77. Selim Ajkic), Dardan Karimani (82. Luis Angel Coordes), Marvin Thiel (76. Henry Jeschonek), Jonas Dittrich
- Trainer: Kevin Rodewald
- Schiedsrichter: Björn Behrens (TuS Wettbergen)
- Assistenten: Alexander Schenkemeyer, Leo Heckmann
- Zuschauer: 3.148
- Tore: 1:0 Kilian Skolik (23.), 2:0 Jonathan Stöver (75.), 3:0 Julian Markvoort Beke (89.), 4:0 Fabio Maiolo (90.+2, FE)
