Timo Barendt vom PSV Neumünster erhält den Kreispokal von Hakan Yilmaz (re) und Michael Reich. © 2026 Sabrina Szya
In der Neuauflage des letztjährigen Endspiels traf der Verbandsligafünfte SV Wasbek auf den Oberligasiebten PSV Neumünster. Beide Klubs hatten in der Punktrunde ja nicht so ganz gezündet wie selbst erhofft. Die Elf vom Bahndamm liebäugelte vor der Saison nach dem Zulauf diverser Ex-VfR-U19-Spieler mit dem Landesligaaufstieg. Und der PSV blieb erstmals seit neun Jahren tabellarisch hinter dem Lokalrivalen VfR zurück. Mit einem Pokalsieg, gleichbedeutend mit dem Einzug in den Landespokal, könnten beide Teams einen gelungenen Saisonabschluss feiern.
Besondere Vorzeichen
Wie bekannt, wechseln ja zur neuen Saison sieben Akteure des SVW an die Stettiner Straße zum PSV. Für die ging es natürlich auch darum, gegen den neuen Verein die eigene Oberligatauglichkeit zu beweisen.
Ungewohnt hohe Temperaturen …
… und knalliger Sonnenschein herrschten am Pfingstsamstag. Dementsprechend begann die Partie etwas mit gebremstem Schaum

SVW absolut auf Augenhöhe…
Wobei der Gastgeber zunächst absolut auf Augenhöhe agierte. Die Ballbesitzanteile waren ausgeglichen. Wasbek stand zwar etwas tiefer als der PSV, aber beide Keeper bekamen gleich viel zu tun.
… und verpasst das 1:0
Gefährlich wurde es immer dann, wenn der PSV Raum für sein Umschaltspiel bekam und der Ball über die dribbelstarken, schwer vom Ball zu trennenden von der Mehden-Brüder lief. Und so ergab sich auch die erste richtig gute Möglichkeit. Youri v. d. Mehden war aus der eigenen Hälfte mit dem Ball am Fuß gestartet, nahm Bruder Vitali mit, dessen etwas unplatzierter zentraler Schuss aus 12 Metern der starke Adrian Weiß im PSV-Tor, der Tilmann Körtzinger vertrat, abwehren konnte. Den Abpraller schnappte sich Darryl Nievchev, ließ Tom Zarpe stehen und scheiterte ebenfalls an Weiß (19.).
Nach der Trinkpause wird der PSV besser
Dann hat sich auch der PSV eingegroovt. Jeweils halblinks frei scheitern Zarpe (35.) und Til Küffner (41.) an Jonte Peters im Wasbeker Gehäuse. So geht es mit einem insgesamt gerechten Remis in die Halbzeit.

2. Halbzeit: Furioser Beginn, offener Schlagabtausch
Begann die erste Halbzeit etwas verhalten, so ist nach Wiederanpfiff des starken Schiedsrichters Oliver Guillon das Gegenteil der Fall. Zunächst geht Tim Möller (47.) an dem zum MTSV Hohenwestedt wechselnden Tino Knobel vorbei, der auch schon beim PSV, Bordesholm und dem VfR Oberligaerfahrung gesammelt hat. Doch Peters verkürzt den Winkel und rettet zur Ecke. Im Gegenzug ist dann Vitali v. d. Mehden frei vor Weiß (48.), der aber Peters in nichts nachsteht. Und nur eine Minute später ist es PSV-Kapitän Timo Barendt (49.), der wieder in Peters seinen Meister findet – vorerst.
PSV mit starker Viertelstunde
Doch der PSV hat das Tempo erhöht und ist jetzt am Drücker. Eine Küffner-Ecke kommt über Umwege zu Barendt, der mit einem unhaltbar abgefälschten Schuss aus 18 Metern Peters erstmals bezwingt. 0:1, 55.

Und der PSV setzt nach. Der nach einem Jahr Oberliga zurück zu RS Kiel wechselnde Tim Jansa kommt ebenfalls aus 18 Metern zum Schuss – Pfosten. Zarpe setzt nach und trifft zum 0:2 (59.).
Youri v. d. Mehden kann es noch mal spannend machen – Glanztat Weiß
Danach lässt es der Oberligist wieder etwas ruhiger angehen. Und wird dafür fast bestraft. Nach einer langen Flanke aus dem rechten Halbfeld kommt Youri v. d. Mehden aus fünf Metern zum Kopfball, doch Weiß rettet mit einer Glanztat. Beim Nachschuss wird Laurenz Ruben Kulig noch so eben von Meiko Werner geblockt (66.). Das war im Prinzip die allerletzte Chance des Verbandsligisten, das Spiel noch mal spannend zu machen.
Fyn Claasen macht beim Comeback den Sack zu
Mit der Einwechselung von Claasen, der in dieser Spielzeit aufgrund von Verletzungen nur drei Oberligapartien bestreiten konnte, reißt der PSV das Spiel wieder an sich. Nach einem schönen Angriff über rechts wird Claasen zentral freigespielt, er kann in aller Ruhe Peters im Tor ausgucken, der nach Claasens präzisem Abschluss gar keine Reaktion mehr zeigt (81., 0:3).
Schaulaufen zum Schluss, SVW bleibt verdienter Ehrentreffer versagt
Der Rest ist Schaulaufen. Beide Seiten wechseln noch mal kräftig, bringen die verdienten Bankspieler, die in dieser Saison nicht immer erste Wahl waren. In der Schlussminute scheint der verdiente Ehrentreffer fällig, doch Grady Zinkondo verhindert ihn mit letztem Einsatz.
Fazit: Letztlich verdienter Erfolg des Favoriten.
Stimme zum Spiel
SV Wasbek: Jonte Peters – Nievchev (76. Mokris), Knobel, Grümmer (83. Wüst) – Lenny Peters, Laurenz Ruben Kulig, Cehan, Schnoor – Youri v. d. Mehden, Vitali von der Mehden – Rune Linus Kulig.
Trainer: Pasquale Rüdiger.
PSV Neumünster: Weiß – Eberhardt (81. Marquardt), Zinkondo, Werner, Zarpe – Jansa, Assameur – Möller (83. Bello), Barendt (83. Bouzoumita), Küffner (88. Maurus) – Nohns (69. Claasen).
Trainer: Nils Voss / Dennis Buthmann.
Schiedsrichter: Oliver Guillon (TSV Plön).
Assistenten: Erik Ian Schwarz, Carl Leo Finnberg.
Zuschauer: 350.
Tore: 0:1 (55.) Barendt, 0:2 (59.) Zarpe, 0:3 (81.) Claasen.
