Kilia Kiel verteidigt seinen Kreispokal-Titel zum wiederholten Male. © 2026 Ismail Yesilyurt
Der FC Kilia Kiel untermauert seine Vormachtstellung im Kieler Kreispokall und hat sich am Mittwochabend erneut zum Kreispokalsieger gekrönt. In einem Finale, das keine allzu großen Unterschiede zwischen den Teams auf dem grünen und etwas holprigen Jahnplatz des gastgebenden Holsatia Kiel erkennen ließ, auf dem Kieler Jahnplatz setzte sich der favorisierte Oberligist mit 3:1 gegen den tapfer kämpfenden Verbandsligisten TSV Flintbek durch.
Für die Kilianer ist es eine beeindruckende Serie: Bei allen fünf Teilnahmen innerhalb der letzten sechs Jahre holte das Team vom Hasseldieksdammer Weg die Trophäe. Lediglich in der Saison 2023/24 setzte man aus, da man als Regionalligist direkt für den Landespokal qualifiziert war.
Flintbeker Leidenschaft fordert den Favoriten
Trotz der zwei Spielklassen Unterschied gestaltete sich der Weg zum Titel für Kilia schwieriger als von vielen der 260 Zuschauer erwartet. Der TSV Flintbek, der aktuell um den Klassenerhalt in der Verbandsliga Ost kämpft, zeigte unter der Leitung von Marcel Naeve eine leidenschaftliche Leistung. Naeve, der nach der Trennung von Matthias Liebal die Hauptverantwortung an der Seitenlinie trägt, hatte sein Team glänzend eingestellt. Zudem vergaben die Kieler auch gute Chancen in der ersten Halbzeit, um mehr Sicherheit in ihr Spiel zu bekommen. So landete ein Freistoß von Paul Meseberg an der Latte und Lucas Groß sowie Drilon Trepca konnten ihre Hochkaräter nicht verwerten.
Selbst Kilia-Coach Nicola Soranno zollte dem Gegner nach Abpfiff großen Respekt:
„Man muss dem Gegner höchsten Respekt zollen, weil sie einfach super verteidigt haben, uns das Leben sehr schwer gemacht haben und die Räume eng gemacht haben“.
Soranno kritisierte jedoch den Rahmen des Endspiels und hätte sich ein Heimspiel für Flintbek gewünscht, da der dortige Platz in einem besseren Zustand sei. „Der Platz ist dann dem Finale nicht würdig“, so der Kilia-Trainer deutlich.
Effektivität schlägt Kampfgeist
Kilia ging in der 25. Minute durch Serhat Yazgan in Führung, doch Flintbek schlug acht Minuten später zurück: Torben Frahm markierte in der 33. Minute den umjubelten Ausgleich für den Underdog. Die Freude währte jedoch nur kurz, da Yazgan in der 37. Minute mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand wiederherstellte. Kurz nach dem Seitenwechsel sorgte Drilon Trepca per Foulelfmeter für die Vorentscheidung zum 3:1 (51.).

Flintbeks Headoach Marcel Naeve zeigte sich „super stolz“ auf sein Team:
„Wir haben alles reingeworfen. Jeder hat wirklich alles auf dem Platz gelassen. Dass von drei Toren zwei nach einem Standard passieren und nur ein einziges Tor aus dem Spiel heraus gegen so eine spielstarke Truppe, erfüllt mich mit super viel Stolz“.
In der zweiten Halbzeit spielte sich das Geschehen vorwiegend zwischen den Strafräumen ab, was für eine sehr gute Vorstellung des Underdogs steht. Beide Seiten hatten ihre Möglichkeiten. Beinahe wäre es in der Schlussphase noch einmal spannend geworden, doch Flintbek vergab durch Torben Frahm – wie auch Marc Schwabe ein paar Minuten zuvor gegen Tjark Klarmann – eine hochkarätige Eins-gegen-eins-Situation gegen Kilia-Keeper Pachulski. Bei den Flintbekern bereinigte Torwart Tjark Klarmann als Libero wie Manuel Neuer brenzlige Situationen bei langen Bällen.
Blick nach vorne: Landespokal und Klassenerhalt
Während der FC Kilia Kiel mit dem Pokalsieg sein Saisonziel erreicht hat und nun für den Landespokal planen kann, nimmt der TSV Flintbek viel Selbstvertrauen mit für das letzte Saisonspiel beim Spitzenteam Probsteier SG. Nicola Soranno zeigte sich verwundert über die Tabellensituation des Gegners: „Ich frage mich, wie sie in der Verbandsliga so weit unten stehen können“. Für Flintbek gilt es nun, diese Leistung in der Liga zu bestätigen, während Kilia Kiel bereits morgen nicht mehr nach dem „Wie“ des Sieges gefragt wird.
TSV Flintbek: Klarmann – Wischnewski, Dagga (52. Hübner), Rehder (87. Somerfeld), Grimm – Rober, Ratjen (85. Körner), Römpke, Kock, Tietgen (75. Schemborski) – Torben Frahm (90.+1 Schiefelbein).
Trainer: Marcel Naeve.
Kilia Kiel: Pachulski – Witt, Foit, Meseberg – Spohn – Trepca, Klein (46. Nwokoma), Müller (46. Schwabe), Yazgan, Niebergall – Groß.
Schiedsrichter: Jan Mika Kröhnert (Holstein Kiel).
Assistenten: Juri Heberlein, Luan Grütter.
4. Offizieller: Per Roloff.
Zuschauer: 260.
Tore: 0:1 Serhat Yazgan (25.), 1:1 Torben Frahm (33.), 1:2 Serhat Yazgan (37.), 1:3 Drilon Trepca (51., FE).
