Bittere Heimpremiere: SV Todesfelde unterliegt cleverem und abgezocktem VfB Oldenburg mit 1:4

von Ismail Yesilyurt

Morten Liebert (SV Todesfelde) gelang mit seinem 2. Saisontor der mehr als verdiente Ehrentreffer. © 2026 Olaf Wegerich

Gegen den hochgehandelten Titelaspiranten und neuen Spitzenreiter VfB Oldenburg unterlag Aufsteiger SV Todesfelde in der Regionalliga Nord vor 524 Zuschauern am Ende mit 1:4 (0:2). Das Ergebnis am Mittwochabend fällt dabei allerdings um das ein oder andere Tor zu hoch aus, wie vor allem Trainer Björn Sörensen nach Abpfiff betonte: Seine Mannschaft zeigte eine couragierte Leistung, scheiterte jedoch an der brutalen Effizienz der Gäste sowie der eigenen Abschluss-Ungenauigkeit.

Starker Start und vergebene Großchancen

Sörensen sah im nun 39. Regionalligaspiel des Dorfvereins in der Nähe von Segeberg zunächst eine gut in die Partie kommende Heimelf. Todesfelde hielt gegen den Favoriten absolut mit und gestaltete die Anfangsphase offen. Aus dem Nichts schlugen die Gäste dann jedoch eiskalt zu: Kai Pröger brachte Oldenburg in der 19. Minute nach einem nicht gut nachverteidigten Klatschball mit einem tollen Aufsetzer-Volley aus 25 Metern in Führung.

Etienne Sohn zwei Mal mit Ausgleichschance

„Wir sind dann sehr griffig, erarbeiten uns direkt nach dem 1:0 eine riesen Torchance durch Etienne Sohn, die wir im Alleingang auf den Torwart leider vergeben und sind dann in der Folge auch durch eine weitere Torchance von Morten Liebert am kurzen Pfosten und noch eine große Kopfballchance durch Etienne Sohn eigentlich dem Ausgleich sehr, sehr nahe und müssen aus den drei Großchancen Kapital schlagen“, hob der Todesfelder Cheftrainer die starke Reaktion seines Teams hervor.

Besonders die Kopfballchance von Etienne Sohn nach einer feinen Flanke von Janek Sternberg kurz vor der Pause hätte den Ausgleich verdient gehabt.

Oldenburg zeigt, warum sie Titelkandidat sind

Stattdessen demonstrierte der VfB Oldenburg kurz vor dem Pausenpfiff seine enorme individuelle Qualität. Ein abgewehrter Eckball landete bei Louis Hajdinaj, der nach einem Sprint über den halben Platz die Übersicht behielt und den Ball sehenswert über den Todesfelder Keeper Landvoigt zum 0:2 in die Maschen lupfte (40.).

Trainer-Bjoern-Soerensen-und der SV Todesfelde sind zurück auf der Regionalligabühne.-©-2025-Olaf-Wegerich
Leistung gut, Ergebnis daraus mangelhaft – so dürfte die die Gleichung aus dem 1:4 gegen den VfB Oldenburg für Björn Sörensen und seine Mannschaft lauten. © 2026 Olaf Wegerich

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Hausherren bemüht, wurden aber erneut kalt erwischt. Ein eigener Versuch, den Gegner früh zu stellen, wurde von den Oldenburgern eiskalt bestraft: Leon Demaj vollendete einen schnellen Konter mustergültig zum 0:3 (53.).

„Dann kommen wir wieder raus, sind eigentlich auch wieder gleich da und kriegen dann wieder nach einer Umschaltsituation, wo wir versuchen, Oldenburg hoch zuzustellen, was eigentlich nie unser Matchplan war, aber wir haben natürlich dann nach 2:0 versuchen, das punktuell immer zu machen. Aber da hat man die brutale Qualität gesehen“, beschrieb Sörensen diese Phase.

Lieberts Anschlusstreffer reicht am Ende nicht

Todesfelde gab sich trotz des deutlichen Rückstands nie auf und drängte weiter nach vorn. Auch im zweiten Durchgang ließen die Hausherren gute Gelegenheiten durch Morten Liebert und Benjamin Petrick aus. In der 74. Minute belohnte sich der SVT dann aber doch noch: Nach einer Standardsituation schaltete Liebert eiskalt und traf zum 1:3-Anschlusstreffer, der noch einmal kurzfristig Hoffnung keimen ließ.

Den Schlusspunkt setzten jedoch die Gäste, als Mats Facklam in der 80. Minute per Kopf zum 1:4-Endstand traf. Björn Sörensen zog wertvolle Lehren aus der Niederlage für die kommenden Wochen: „Und, ja, was dann bleibt, ist irgendwie die Erkenntnis, dass man mitgehalten hat, dass man aber auch vier Gegentore bekommen hat, dass man die Vielzahl an Torchancen nicht genutzt hat. Und trotzdem muss man aus diesem Spiel lernen, muss gucken, wie kann man denn gerade in solchen Situationen, wo man den Gegner wirklich in eine schwierige Situation gebracht hat, dass der wirklich am Struggeln war, dann halt auch mit Toren bestrafen.“

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem Aufsteiger nicht: Bereits am kommenden Sonntag geht es für den SV Todesfelde mit der nächsten Herausforderung weiter.

Stimme zum Spiel

Björn Sörensen (Trainer SV Todesfelde)
  • SV Todesfelde: Fabian Landvoigt – Moritz Grosche, Tyler Körting (90.Lasse Schwiemann), Justin Cloppatt, Janek Sternberg – Marco Drawz, Pawel Erfmann, Ben Jablonski (76. Lasse Jetz) – Etienne Sohn (76. Noah Odiase), Jan-Marc Schneider (46. Benjamin Petrick) – Morten Liebert (90. Timon Henk)
  • Trainer: Björn Sörensen
  • VfB Oldenburg: Jhonny Peitzmeier – Leon Deichmann, Anouar Adam (82. Ermal Pepshi), Vjekoslav Taritas, Leon Demaj (64. Drilon Demaj), Kai Pröger (86. Abdul-Hussein Trad), Marc Schröder, Louis Hajdinaj (59. Rafael Brand), Dominik Kasper, Mats Facklam, Nico Knystock (82. Nico Mai)
  • Trainer: Dario Fossi
  • Schiedsrichter: Paul Albrecht (TSV Böklund)
  • Assistenten: Bela Bendowski, Simon Pieper
  • Zuschauer: 524
  • Tore: 0:1 Kai Pröger (19.), 0:2 Louis Hajdinaj (40.), 0:3 Leon Demaj (53.), 1:3 Morten Liebert (74.),
    1:4 Mats Facklam (80.)

Tabelle Regionalliga Nord – 5. Spieltag

Regionalliga Nord
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. VfB Oldenburg 5410 15:41113
2. SC Weiche Flensburg 5410 17:71013
3. FSV Schöningen 5410 10:4613
4. Hannover 96 II 5311 9:4510
5. Eimsbütteler TV (N) 5302 11:1019
6. SV Atlas Delmenhorst 5221 8:808
7. 1.FC Phönix Lübeck 4211 7:257
8. HSC Hannover (N) 4211 8:627
9. SV Drochtersen/Assel 5203 8:806
10. FC Eintracht Norderstedt 5122 11:13-25
11. SV Todesfelde (N) 5122 12:15-35
12. BSV Kickers Emden 5122 14:18-45
13. Hamburger SV II 5113 8:12-44
14. SV Werder Bremen II 5113 6:10-44
15. SSV Jeddeloh 5113 6:11-54
16. Bremer SV 5113 2:7-54
17. FC St. Pauli II 5104 8:13-53
18. VfB Lübeck 5023 3:11-82

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