Co-Trainer Leif Hahn (re.) ist der Nachfolger von Chefcoach Markus Wichmann (li.). © 2026 Volker Schlichting
Beim Heider SV brannte nach einem Stolperstart in die Oberliga-Saison ordentlich der Baum: Nach der bitteren 1:6-Klatsche beim VfR Neumünster trennten die Heider sich schließlich am vergangenen Montag nach etwas mehr als vier Jahren von Trainer Markus Wichmann. Der bisherige Co-Trainer Leif Hahn rückt als (Interims-)Trainer auf. Zusammen mit Wingman Christopher Buchtmann – der verletzte Spieler übernimmt die Position des Co-Trainers – trägt der 34-jährige Hahn am Samstag im eigenen Stadion zum ersten Mal die Verantwortung. Zum 5. Spieltag gastiert der MTSV Hohenwestedt an der Westküste – und bringt nach einem furiosen Comeback jede Menge Selbstvertrauen mit.
Neuer Chef, bewährte Prinzipien: Heider Aufbruchstimmung
Hinter den Dithmarschern, die aktuell auf dem ersten Regelabsteigerplatz sitzen, liegt eine emotionale Woche, doch der neue verantwortliche Coach blickt trotz des Trainerwechsels zuversichtlich nach vorn:
„Natürlich ist anfangs der Woche eine gewisse Emotionalität drin, das ist auch selbstverständlich und das ist auch völlig in Ordnung. Und trotzdem haben wir uns auf das Spiel gut vorbereitet, eine detaillierte Gegneranalyse durchgeführt und ich bin positiv für Samstag gestimmt.“

Kleine taktische Justierungen wurden vorgenommen, und am Donnerstag lief im Training bereits die Videoanalyse zum kommenden Gegner. Dennoch will Hahn vor allem an den eigenen Stärken anknüpfen und weniger lange Bälle sehen:
„Mir ist dabei besonders wichtig, dass wir unseren eingeschlagenen Lösungsansatz weiterverfolgen. Wir wollen vor allem mit dem Ball spielerische Situationen schaffen, ein gutes Positionsspiel entwickeln und darüber ins gegnerische Drittel kommen. Gleichzeitig wollen wir hoch verteidigen und aktiv gegen den Ball spielen – mit Leidenschaft und Intensität. Meine Vorstellung von Fußball ist dabei klar: Es soll nicht ausschließlich um lange Bälle, zweite Bälle gehen, sondern um einen fußballerischen Ansatz.“
Hohenwestedt im Flow nach Last-Minute-Wahnsinn
Ganz anders ist die Gefühlslage beim MTSV Hohenwestedt. Die Gäste schwimmen nach einem echten Spektakel auf einer Welle der Euphorie. Am vergangenen Spieltag drehte der MTSV ein bereits totgesagtes Heimspiel gegen den SV Eichede nach einem 1:3-Rückstand in der 80. Minute noch in den Nachspielminuten zum umjubelten 4:3-Saisonsieg. Entsprechend gut ist die Stimmung im Team, wie Trainer Arend Müller betont:
„Nicht nur aktuell, im Grunde genommen die ganze Vorbereitungsphase ist die Stimmung bei uns in der Mannschaft super. Unsere Spielphilosophie wird umgesetzt. Sie haben Lust. Man merkt es auch richtig in jeder Trainingseinheit. Jeder möchte sich weiterentwickeln. Wir haben eine charakterlich starke Mannschaft.“

Derby-Charakter
Für die Gäste hat das Duell in Heide zudem echten Derby-Charakter, wie Müller mit Blick auf den Kader verrät:
„Wir haben auch ehemalige Heider Jungs im Kader, die alle richtig Lust haben auf das Spiel und daher freuen wir uns auf ein gutes Oberligaspiel morgen.“
So waren im letzten Spiel gleich ein halbes Dutzend Ex-Heider mit Keeper Calvin Schultz, Mats Schaller, Kirill Vojtenko und Hinrich Schröder in der Startformation sowie später Sebastian Sanchez Garcia und Macius Dahm beim 4:3-Krimi beteiligt.
Gute personelle Lage beim HSV und MTSV
Leif Hahn und Arend Müller haben am Samstag eine gute Auswahl für die Begegnung. Beim HSV ist wie schon erwähnt Buchtmann verletzungsbedingt nicht dabei. Janis Hinz ist jetzt erfolgreich operiert worden. Vasyl Tanchak ist langzeitverletzt. Bei Abwehrchef Patrick Storb steht ein Fragezeichen – der Einsatz entscheidet sich sehr kurzfristig. „Ansonsten können wir auf einen sehr guten Kader zurückgreifen“, ist der zuletzt aufgrund einer Ampelkarte gesperrte Leistungsträger Mathis Harms wieder dabei. Beim MTSV wird Müller sicherlich die Qual der Wahl haben.
Kaum zu glauben, aber wahr: Der MTSV Hohenwestedt hat den Zahlen nach eine torgefährliche Mannschaft, in der jeder Akteur ein Tor erzielen kann. 11 Treffer gab es bisher für den MTSV: Kapitän Tjark Sievers führt die interne Liste alleine mit 2 Toren an.

Ob der Trainereffekt beim Heider SV zündet oder die Gäste aus Hohenwestedt ihre starke Moral direkt in den nächsten Dreier und damit überhaupt ersten Sieg gegen den HSV ummünzen, zeigt sich am Samstag ab 14:00 Uhr im traditionsreichen HSV-Stadion an der Meldorfer Straße.
So endeten die Spiele in der letzten Saison 2025/26
Alle Spiele des Heider SV 2026/27
- VfR Neumünster – Heider SV 6:1 (2:0)
- Heider SV – Kaltenkirchener TS 3:2 (1:1)
- Holstein Kiel II – Heider SV 5:1 (3:1)
- Heider SV – Rapid Lübeck 1:3 (0:0)
Alle Spiele des MTSV Hohenwestedt 2026/27
- MTSV Hohenwestedt – SV Eichede 4:3 (1:2)
- Kilia Kiel – MTSV Hohenwestedt 5:3 (1:2)
- MTSV Hohenwestedt – PSV Neumünster 1:1 (0:1)
- TuS Rotenhof – MTSV Hohenwestedt 4:3 (2:3)
Aktuelle Tabelle
| Platz | Mannschaft | Sp | G | U | V | Tore | Diff | Pkt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (1) | SC Rapid Lübeck | 4 | 4 | 0 | 0 | 11:4 | 7 | 12 |
| 2. (2) | VfR Neumünster | 4 | 3 | 1 | 0 | 12:3 | 9 | 10 |
| 3. (↑ 4) | TSB Flensburg | 4 | 3 | 0 | 1 | 14:5 | 9 | 9 |
| 4. (↑ 5) | 1.FC Phönix Lübeck II | 4 | 3 | 0 | 1 | 11:9 | 2 | 9 |
| 5. (↑ 7) | Holstein Kiel II – U23 | 4 | 2 | 1 | 1 | 12:6 | 6 | 7 |
| 6. (↓ 3) | FC KILIA KIEL | 4 | 2 | 1 | 1 | 8:6 | 2 | 7 |
| 7. (↑ 8) | Oldenburger SV | 4 | 2 | 1 | 1 | 10:10 | 0 | 7 |
| 8. (↓ 6) | TSV Nordmark Satrup | 4 | 2 | 0 | 2 | 9:10 | -1 | 6 |
| 9. (↓ 8) | TUS ROTENHOF | 4 | 1 | 2 | 1 | 9:11 | -2 | 5 |
| 10. (10) | PSV Neumünster | 4 | 1 | 2 | 1 | 6:8 | -2 | 5 |
| 11. (↑ 15) | MTSV Hohenwestedt | 4 | 1 | 1 | 2 | 11:13 | -2 | 4 |
| 12. (12) | Kaltenkirchener TS | 4 | 1 | 0 | 3 | 5:7 | -2 | 3 |
| 13. (↓ 11) | Eckernförder SV | 4 | 1 | 0 | 3 | 7:10 | -3 | 3 |
| 14. (↓ 13) | Heider SV | 4 | 1 | 0 | 3 | 6:16 | -10 | 3 |
| 15. (↓ 14) | SV Eichede | 4 | 0 | 1 | 3 | 5:8 | -3 | 1 |
| 16. (16) | VfB Lübeck II – U21 | 4 | 0 | 0 | 4 | 4:14 | -10 | 0 |
