Moshood Adesanya (VfR Neumünster) köpft hier das 2:2, das wegen vermeintlicher (?) Abseitsposition nicht zählt. © 2026 Ismail Yesilyurt
Nach der 0:3-Auftaktniederlage zum Oberliga-Punktspielauftakt traf der PSV Neumünster erneut auf den Lokalrivalen von der anderen Seite des Stadtwaldes. Waren es beim Eröffnungsspiel der Oberliga noch 2.000 Besucher gewesen, so verfolgten diesmal 607 Zuschauer die Partie. Sie wurden Zeuge eines in der Schlussphase packenden Derbys, bei dem der PSV in einem dramatischen Finale die 2:1-Führung über die Zeit brachte und somit die Revanche fürs Punktspiel glückte.
PSV-Lazarett
Neben den Langzeitverletzten Neil Helbing, Pascal Polonski und Matteo Keidel fielen beim PSV auch weiterhin Fyn Claasen, Jesper Tiedemann, Paul Eberhardt, Tom Marquardt, Vitali von der Mehden und Calvin Ehlert aus. Und der PSV hat auch heute Verletzungspech, Marvin Ehlert muss früh passen.
VfR mit voller Kapelle: Never change a winning team
Ganz anders dagegen die Personalsituation beim Gast von der Geerdtstraße. Bis auf Noah Awuku meldeten sich alle Spieler einsatzbereit. Danny Cornelius hatte die Qual der Wahl, vertraute aber natürlich der Elf, die am letzten Sonntag den Heider SV mit 6:1 besiegt hatte.

PSV zeigt sich deutlich verbessert
Gegenüber dem Oberligaauftakt hatte der PSV im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten einiges verändert. Allein die Maßnahme, Ben Luca Nohns in die Sturmmitte zu stellen und Timo Barendt tiefer zu stellen, war ein Schachzug, der das Spiel mitentschied. Auch machte man diesmal kaum Aufbaufehler und stand hinten kompakt.
Der VfR beginnt offensiv…
Gemäß der inzwischen übernommenen Favoritenrolle versuchte Rasensport, die Initiative zu übernehmen. Allerdings kam dabei zunächst wenig rum, die PSV-Innenverteidiger Grady Zinkondo und Denzel Imasün verteidigten alles weg, was die VfR-Außen Rafael Krause und Luca Aouci an Flanken brachten.

… ist aber hinten verwundbar
Gleich der erste ernsthafte PSV-Angriff führt zur Führung. Meiko Werner flankt von außen, innen reagiert Nohns am schnellsten und verlängert per Innenpfosten zum überraschenden 1:0 (13.).
VfR ohne Fortune
Rasensport intensiviert darauf seine Bemühungen. Direkt im Gegenzug gibt es Ecke für den VfR, Krause bringt sie kurz, Kenny Korup verlängert, der Ball fällt am langen Eck aufs Lattenkreuz (14.). Eine Krause-Flanke nimmt Aouci volley, Jonte Peters im PSV-Tor zeigt seine erste Glanzparade (18.). Auch als Denzel Imasün bei einem der wenigen Ballverluste in der eigenen Hälfte an Aouci hängenbleibt, klärt Peters stark mit Fußabwehr vor Ola Adesanya (30.). Ein Kopfball Adesanyas streicht knapp vorbei (32.).
PSV: Nadelstiche sitzen
Ansonsten verteidigt der PSV sehr konzentriert. Nach vorne setzt man immer wieder Nadelstiche. Timo Barendt versetzt Latifi, wird gefoult, Gelb für Latifi. Den anschließenden Freistoß aus zentraler, leicht nach rechts versetzter Position schießt Tom Zarpe genau auf Mann, aber mit viel Schnitt. Newe will fangen, lässt aber abprallen und Nohns ist schon wieder da, wo ein guter Mittelstürmer steht – 2:0 (39.). Ungewohnte Fehlerkette, irgendwie nicht der Abend des VfR heute.

Nach einer Flanke von Nils Drauschke von links verkürzt Adesanya per Kopf (43.). Nur noch 2:1. Mit einer überraschenden, aber keinesfalls unverdienten PSV-Führung geht es in die Pause. Und fast wäre es dann noch besser für den PSV gekommen: Mit einem satten 20-Meter-Knaller trifft Barendt nur den Pfosten (51.).
Rasensport wird dominanter und hat Chancen
In der Folgezeit wird dann der Gast seiner Favoritenrolle gerecht, lässt die Grün-Weißen kaum noch aus der eigenen Hälfte. Aber Lippegaus aus 12 Metern (am langen Eck vorbei, 56.), Visar Mehmeti per Freistoß (Peters nächste Glanzparade, 61.) vergeben. Ein Kopfballtreffer von Adesanya nach Lippegaus-Flanke wird auf Abseits entschieden – sehr angezweifelt von der VfR-Bank (66.). Einen abgefälschten Korup-Knaller aus 22 Metern hält Peters überragend (71.). Ein Alija-Kopfball aus Nahdistanz (84.) geht tatsächlich neben das Tor.
Schiri Steffen Brandt gibt Elfmeter für den VfR
Dann entscheidet Schiri Brandt zum Entsetzen des PSV auf Elfmeter für den VfR: Denzel Imasün hatte Nils Drauschke zu Fall gebracht. Trotz Protest von Imasün gibt es einen Strafstoß.

Jonte Peters: PSV-Pokalheld
Kastriot Alija tritt an, aber Peters hält (87.). Im zweiten Nachsetzen trifft Drauschke nur den Innenpfosten. In der restlichen Spielzeit bringt den Sieg der PSV über die Runden.
Fazit: Der PSV hat mit einer geschlossenen, starken Mannschaftsleistung und einem überragenden Keeper das Halbfinale beim Spitzenreiter der Verbandsliga Ost, der Probsteier SG, erreicht. Der Kreispokal ist weiterhin nicht der Wettbewerb des VfR, der außerdem mit unfassbarem Lospech (immer auswärts beim PSV, falls man nicht vorher ausscheidet) einhergeht.
Stimmen zum Spiel
- PSV Neumünster: Jonte Peters – Salih Ramo, Grady Zinkondo, Denzel Imasün, Tom Zarpe – Ayoub Assameur, Devin Ceyhan (74. Tobias Foelster) – Timo Barendt, Marvin Ehlert (23. Youri von der Mehden), Meiko Werner (80. Din Mehanovic) – Ben Luca Nohns (72. Rune Kulig)
- Trainer: Dennis Buthmann/Nils Voss
- VfR Neumünster: Christopher Newe – Nick Neca (46. Mehmet Necati), Kenny Korup, Geart Latifi, Jan Erich Lippegaus – Visar Mehmeti (80. Berk Akcicek), Maurice Knutzen (60. Kastriot Alija) – Luca Aouci (80. Manuel Carvalho), Nils Drauschke, Rafael Krause (60. Alban Jashari) – Moshood Adesanya
- Trainer: Danny Cornelius
- Schiedsrichter: Steffen Brandt (SV Wasbek)
- Assistenten: Ole Hennes Ehrhardt, Thorsten Otto
- Zuschauer: 607
- Tore: 1:0 Ben Luca Nohns (13.), 2:0 Ben Luca Nohns (39.), 2:1 Moshood Adesanya (43.)
