5:3-Torfestival: Kilia Kiel muss gegen guten MTSV Hohenwestedt auch ackern

von Ismail Yesilyurt

Henrik Schnoor (li.) und Tim Sienknecht (MTSV Hohenwestedt) nehmen Doppeltorschütze Marvin Müller ins Visier (Kilia Kiel.). © 2026 Ismail Yesilyurt


Der FC Kilia Kiel hat am dritten Spieltag der Oberliga einen wahren Arbeitssieg eingefahren: eine schwierige Geburt mit einem Kaiserschnitt zum zweiten Sieg. Gegen einen ordentlich und mutig auftretenden MTSV Hohenwestedt, der besonders bei seinen Standards hohe Torgefahr ausstrahlte und auch Treffer erzielte, setzten sich die Hausherren am Ende bei gefühlten 35 bis 40 Grad auf dem Kunstrasenplatz mit 5:3 (1:2) durch. Den haushohen Favoriten retteten nach dem zweiten Rückstand nach etwas mehr als einer Stunde dabei auch ein glückliches Händchen von Trainer Nicola Soranno und seine eingewechselten Joker.

Kilia dominiert Beginn, Hohenwestedt schlägt eiskalt zurück

Die Partie begann rasant: Bereits in der 4. Minute brachte Marvin Müller die Kieler in Führung. Davor und danach verpassten es die Gastgeber jedoch, ihre Hochkaräter zu nutzen. Damit brachten sich die Gastgeber selbst in den Kreißsaal. Hohenwestedt zeigte sich keineswegs geschockt und kam durch einen umstrittenen Foulelfmeter, den Tjark Sievers in der 14. Minute sicher zum 1:1 verwandelte, zurück ins Spiel.

Tanz zwischen den beiden Torschützen Tim Sienknecht (MTSV Hohenwestedt) und Lucas Groß (re., Kilia Kiel.). © 2026 Ismail Yesilyurt
Tanz zwischen den beiden Torschützen Tim Sienknecht (MTSV Hohenwestedt) und Lucas Groß (re., Kilia Kiel.). © 2026 Ismail Yesilyurt

Die Gäste blieben stabil und belohnten sich noch vor der Pause: Neuzugang Mats Schaller traf nach einem Standard in der 32. Minute zur überraschenden 2:1-Pausenführung für die Mittelholsteiner.

Der nach der Begegnung sehr entspannte Nicola Soranno gefiel natürlich die mangelnde Chancenverwertung nicht: „Wir haben eigentlich alles unter Kontrolle, glaube ich, in den ersten fünfzehn Minuten vier, fünf Hundertprozentige. Und dass Hohenwestedt eine Mannschaft ist, die nie aufsteckt, solange sie in der Lage ist, noch rankommen zu können, das wussten wir, das habe ich den Jungs auch so gesagt.“ Mit Blick auf die Gegentreffer betonte er zudem: „Wir haben es gerade angesprochen im Kreis, dass wir jetzt in drei Spielen fünf Tore gekriegt haben wieder und alles Tore wieder, wie wir sie eigentlich nicht kriegen wollten, ob nach Standard oder nach Umschaltmomenten.“

30-Sekunden-Doppelschlag der Soranno Elf bringt Entscheidung

Nach dem Seitenwechsel drückte Kilia sofort auf den Ausgleich. Ein langer Ball auf die rechte Seite auf Tino Klein hebelte die Abwehr aus, und Marvin Müller schob mustergültig den Querpass durch den Torraum zum 2:2 ein (49.). Doch Hohenwestedt antwortete erneut: Nach einer Ecke von Tjark Sievers, dessen Freistoß aus 20 Metern in der Szene zuvor Nikolas Wulff abgewehrt hatte, köpfte Tim Sienknecht in der 64. Minute zum vielumjubelten 3:2 für den Underdog ein.

MTSV-Coach Arend Müller lobte den großen Aufwand seiner Mannschaft, haderte aber mit der entscheidenden Phase: „Wenn du hier gegen Kilia Kiel drei Tore schießt und gerade auswärts, dann musst du irgendwas mitnehmen. Aber, na ja, wir müssen ja ehrlich sein: Kilia Kiel spielt seit Jahren auf einem Top-Niveau in der Oberliga hier in Schleswig-Holstein. Aber trotzdem haben meine Jungs sich heute hier nicht versteckt, sind immer wieder gekommen, waren immer wieder gefährlich.“ Zu den Gegentoren in der Drangphase ergänzte er selbstkritisch: „Der Doppelschlag, der tut natürlich weh. So, da waren wir dann vielleicht mal in der einen oder anderen Situation ein bisschen unkonzentriert oder die Handlungsfähigkeit hat dementsprechend gefehlt.“

Marc Schwabe (Kilia Kiel.) bei seinen Hochkaräter, als er Enno Beckmann ausspielt und das leere Tor knapp verfehlt. © 2026 Ismail Yesilyurt
Marc Schwabe (Kilia Kiel.) bei seinen Hochkaräter (85.), als er Enno Beckmann ausspielt und das leere Tor knapp verfehlt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Joker stechen

Kilia schlug eiskalt zurück. Nur zehn Minuten nach dem Rückstand war es der eingewechselte Lucas Groß, der eine Hereingabe von Drilon Trepca zum 3:3 verwertete (73.) – eine Kopie des 2:2 mit anderer Besetzung. Keine 30 Sekunden später folgte der nächste Nackenschlag für die Gäste, die nach dem Anstoß schnell den Ball abgeben mussten: Marcel Freund marschierte unbedrängt durchs zentrale Mittelfeld und traf zur 4:3-Führung (74.). Seinen Schuss vom Elferbogen berührte MTSV-Keeper Enno Beckmann zwar noch im Flug, aber das Spielgerät schlug links oben im Winkel ein.

Den Schlusspunkt setzte ein weiterer Einwechselspieler: Kurz nachdem Marc Schwabe mit einer Riesenmöglichkeit (85.) die Vorentscheidung noch verpasst hatte, versenkte Felix Niebergall ein Zuspiel von Tino Klein zum 5:3-Endstand (86.) .

Stimmen zum Spiel

Arend Müller (Trainer MTSV Hohenwestedt)
Nicola Soranno (Trainer Kilia Kiel)
  • FC Kilia Kiel: Nikolas Wulf – Luca Senger, Tom Warncke, Yannick Jakubowski, Ivan Lytvynenko (46. Marcel Freund) – Selim Cetintürk (66. Jannis Voß) – Marvin Müller (83. Felix Niebergall), Serhat Yazgan (58. Lucas Groß), Drilon Trepca – Marc Schwabe, Tino Klein (87. Seymen-Ahmet Ködörgü)
  • Trainer: Nicola Soranno
  • MTSV Hohenwestedt: Enno Beckmann – Hinrich Schröder, Henrik Schnoor – Thies Kochanski (89. Sebastian Sanchez Garcia) – Louis Klatt (86. Niklas Neitzke), Tjark Sievers, Kirill Vojtenko (76. Lennard Möller), Jan-Ole Belz (55. Mika Hirsch) – Fabian Engbrecht, Mats Schaller
  • Trainer: Arend Müller
  • Schiedsrichter: Simon Pieper (Schleswig 06)
  • Assistenten: Mats Caspar Stahlberg, Daniel Feil
  • Zuschauer: 126
  • Tore: 1:0 Marvin Christian Müller (4.), 1:1 Tjark Volquard Julius Sievers (14., Strafstoß), 1:2 Mats Schaller (32.), 2:2 Marvin Christian Müller (49.), 2:3 Tim Sienknecht (64.), 3:3 Lucas Groß (73.), 4:3 Marcel Freund (74.), 5:3 Felix Niebergall (86.)

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