Spektakel im CITTI-FUSSBALLPARK: Holstein II führt drei Mal, Phönix II gewinnt 4:3

von Ismail Yesilyurt

Der passt – Islam Matene (re., Holstein Kiel II) erzielt per Heber die dritte Führung für Holstein Kiel II. © 2026 Ismail Yesilyurt


Spektakulärer Fußball und ein Offensivfeuerwerk am dritten Spieltag der Flens-Oberliga: Holsteins U23 und die Zweitvertretung des 1. FC Phönix Lübeck lieferten sich im CITTI FUSSBALL PARK einen wilden Schlagabtausch. Nach einer turbulenten ersten Halbzeit mit gleich sechs Treffern setzten sich die Gäste aus Lübeck am Ende mit 4:3 durch und fügten den Kielern die erste Saisonniederlage zu.

Wilder Auftakt und Torflut vor der Pause

Die Partie begann rasant. Bereits in der 4. Minute brachte René Guder die Hausherren nach mustergültiger Vorarbeit von Islam Matene mit 1:0 in Führung. Die Kieler bestimmten zunächst das Geschehen, versäumten es jedoch, den Vorsprung auszubauen. Entsprechend frustriert zeigte sich Coach Jan Frederik Kaps rückblickend über die vergebenen Chancen in der Anfangsphase: „Ich glaube, bis zum ersten Tor von Phoenix ist es nicht übertrieben zu sagen, dass es 3:0 stehen muss. Nicht mal kann, muss. Und dann hat das Spiel halt einfach eine andere Dynamik.“

Der passt - Islam Matene (re., Holstein Kiel II) erzielt per Heber die dritte Führung für Holstein Kiel II. © 2026 Ismail Yesilyurt
Der passt – Islam Matene (re., Holstein Kiel II) erzielt per Heber die dritte Führung für Holstein Kiel II. © 2026 Ismail Yesilyurt

Phönix, das wie schon an den ersten beiden Spieltagen gezwungenermaßen durch die Regionalliga-Mannschaft aufgefüllt wurde, glich durch Benjamin Luis (11.) zwar aus, doch Matene stellte nach einem Eckball und Ping-Pong im Strafraum (17.) den alten Abstand wieder her. Nach dem erneuten Ausgleich durch Julius Kliti (26.) und Matenes sehenswertem Lupfer zum 3:2 (31.) wogte die Partie hin und her. Kurz vor dem Pausenpfiff traf Malek El Shaikh (36.) zum spektakulären 3:3-Pausenstand von der Strafraumgrenze.

Das schnelle Umschaltspiel der Lübecker offenbarte, welche Themen in den nächsten Wochen bei Neutrainer Jan Frederik Kaps oben auf der Liste stehen werden. Auch die Flanken und weiten Bälle auf den langen Pfosten, aus denen zwei Gegentreffer resultierten, trugen zur ungewohnten Problematik im Defensivverhalten bei. Nichtsdestotrotz kann das Ergebnis bei Matchglück auch zugunsten der Störche sprechen.

Lübecker Blitzstart nach dem Seitenwechsel

Kaum waren die Teams zurück auf dem Rasen, schlugen die Gäste erneut eiskalt zu. Arthur Kuki nutzte eine Unstimmigkeit in der Kieler Hintermannschaft und schloss in der 48. Minute zum 4:3 für Phönix ab.

Linksverteidiger Maximilian Apelt (Holstein Kiel II) mit Offensivdrang in der (. © 2026 Ismail Yesilyurt
Linksverteidiger Maximilian Apelt (Holstein Kiel II) mit Offensivdrang vor der gegnerischen Box. © 2026 Ismail Yesilyurt

Phönix-Trainer Silas Meyer zeigte sich nach dem Schlusspfiff begeistert von der Energie seiner Mannschaft. „Macht auch einfach Laune dann mit den Jungs, wenn die alle so Gas geben. Perfekt. Will man am liebsten natürlich auch wieder selber spielen“, sagte der verletzte Kicker, der für den kürzlich installierten Cheftrainer Björn Joppe, der zugleich auch Co-Trainer der Liga ist, an der Seitenlinie stand

Kiel drängt vergeblich auf den Ausgleich

Holstein versuchte in der Folge, das Spiel wieder an sich zu reißen, agierte im Aufbauspiel jedoch zu fehleranfällig und ließ die nötige Durchschlagskraft vermissen. Auch in der Schlussphase, als der eingewechselte Kjell Knaak und Kian Tack den Ausgleich auf dem Fuß hatten, hielt die Lübecker Defensive stand.

Islam Matene (re., Holstein Kiel II) kommt gleich gegen Ronny Seibt (1. FC Phönix Lübeck II) zu einem gefährlichen Abschluss. © 2026 Ismail Yesilyurt
Islam Matene (re., Holstein Kiel II) kommt gleich gegen Ronny Seibt (1. FC Phönix Lübeck II) zu einem gefährlichen Abschluss. © 2026 Ismail Yesilyurt

Holsteins Offensivspieler Jorden Winter zog nach Abpfiff ein enttäuschtes, aber realistisches Fazit: „Ja, sehr bitter. Ich sage, nicht unverdient verloren, aber ist halt sehr bitter, weil wir halt viel früher noch mal ein, zwei Tore draufsetzen sollten und wir auch die Chancen hatten.“ Zu den Gründen für die Niederlage und die fehlende Balance ergänzte Winter: „Wir mussten halt einfach zielstrebiger sein und energischer zum Tor spielen und halt auch viel öfters den Abschluss suchen.“

Trainer Jan Frederik Kaps blickte dennoch nach vorne: „Heute hat vielleicht ein bisschen die Kraft, die Power gefehlt, aber ich glaube, dass es im nächsten Spiel auf jeden Fall wieder anders aussehen wird bei uns.“

  • Holstein Kiel II – U23: Marcel Engelhardt – Felix Lüth, Maximilian Apelt (46. Malte Christoph Petersen), Caspar Medlin (66. Veit Lückner), Leland-Jordan Junge – Maximilian Schmitz (46. Mätthi Meyer), Hamza Muqaj (76. Kjell Peeke Knaak) – Rene Guder (61. Kian Tack), Jorden Winter, Kevin Hahn – Islam Matene
  • Trainer: Jan Frederik Kaps
  • 1.FC Phönix Lübeck II: Niklas Baeskow – Philippe Beeke (61. Perry Dodoo), Avid Krogmann, Robie Seibt, Louis Grobauer – Malek El Shaikh (76. Marvin Freund), Mika Meyer, Christen Mensah – Benjamin Luis, Arthur Kuki (61. Tom Becker), Julius Kliti
  • Trainer: Silas Meyer
  • Schiedsrichter: Chris Olimsky (MTV Tellingstedt)
  • Assistenten: Jan-Ole Ehlers, Tjark Schröder
  • Zuschauer: 98
  • Tore: 1:0 Rene Guder (4.), 1:1 Benjamin Luis (11.), 2:1 Islam Matene (17.), 2:2 Julius Jamal Kliti (26.), 3:2 Islam Matene (31.), 3:3 Malek El Shaikh (36.), 3:4 Arthur Medard Inaka Kuki (48.)

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