Keeper Tobias Quincke (TuS Rotenhof) reihte sich mit einem kuriosen Trefferin die Torschützenliste ein. © 2026 Markus Till
Der TuS Rotenhof hat am neunten Spieltag der Flens-Oberliga einen bemerkenswerten Auswärtssieg gefeiert. Die Mannschaft von Trainer Henning Knuth setzte sich vor 222 Zuschauern beim Eckernförder SV mit 4:1 (1:1) durch – obwohl die Gäste nach einer Roten Karte gegen Cedric Nielsen ab der 40. Minute in Unterzahl spielen mussten. Neben einer disziplinierten Defensivleistung sorgte vor allem TuS-Torhüter Tobias Quincke für Aufsehen: Sein langer Abschlag landete zum zwischenzeitlichen 3:1 im Eckernförder Tor.
Rotenhof erwischt den besseren Start
Die Gäste fanden auf dem Rasenplatz im Bystedtredder deutlich besser in die Begegnung. Rotenhof war in der Anfangsphase präsenter, gewann viele Zweikämpfe und sicherte sich immer wieder die zweiten Bälle. Der ESV benötigte dagegen einige Minuten, um in die Partie zu finden.
„Wir haben die ersten 15 Minuten nicht gut gespielt. Rotenhof hatte mehr vom Spiel und war in den Zweikämpfen besser“, räumte ESV-Trainer Maik Gabriel ein.
In der 23. Minute belohnten sich die Gäste für ihren engagierten Beginn. Nach einem Angriff über die rechte Seite brachte Moritz Gersteuer den TuS mit 1:0 in Führung. Zwar stabilisierten sich die Eckernförder anschließend und gestalteten das Spiel ausgeglichener, die Rotenhofer Führung war zu diesem Zeitpunkt jedoch verdient.

„Wir hatten in der ersten Halbzeit viel Ballbesitz und haben das Tor gut herausgespielt“, sagte TuS-Trainer Henning Knuth.
Platzverweis verändert die Partie
Kurz vor der Pause änderten sich die Voraussetzungen grundlegend. Cedric Nielsen sah in der 40. Minute nach einem Foulspiel die Rote Karte. Knuth bewertete die Entscheidung als grenzwertig. Der Schiedsrichter hatte die Szene zunächst weiterlaufen lassen und erst nach einem Hinweis seines Assistenten auf Foulspiel und Platzverweis entschieden.
Der ESV nutzte die Überzahl zunächst aus. Nur drei Minuten nach der Roten Karte erzielte Ole Altendorf den Ausgleich zum 1:1. Damit gingen die Gastgeber mit Rückenwind in die Kabine.

Gabriel berichtet von einem guten Gefühl zur Pause. Seine Mannschaft hatte sich nach dem schwierigen Beginn in die Begegnung gearbeitet, besaß nun einen Spieler mehr auf dem Platz und hatte unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleich erzielt.
Struck bringt Rotenhof erneut in Führung
Trotz der numerischen Unterlegenheit erwischte Rotenhof auch den besseren Start in den zweiten Durchgang. Der ESV hatte zunächst viel Ballbesitz, verteidigte einen flach ausgeführten Rotenhofer Abstoß jedoch unzureichend. Felix Struck nutzte die Situation in der 51. Minute und traf zum 2:1 für die Gäste.
Für Gabriel war dieser Treffer eine der entscheidenden Szenen der Partie. Seine Mannschaft habe den Angriff „wirklich schlecht“ verteidigt. Rotenhof zog aus der erneuten Führung dagegen zusätzliches Selbstvertrauen.
Die Gäste standen nun kompakt, arbeiteten konsequent gegen den Ball und warteten auf Umschaltmöglichkeiten. Eckernförde kontrollierte zwar über weite Strecken den Ball, fand gegen die tief und geschlossen verteidigenden Rotenhofer aber kaum Lösungen.
„Wir haben die Räume gut zugemacht, sehr diszipliniert verteidigt und dann versucht, schnell umzuschalten“, erklärte Knuth.
Quincke trifft per Abschlag
In der 60. Minute folgte die außergewöhnlichste Szene des Spiels. Rotenhofs Torwart Tobias Quincke schlug den Ball lang aus dem eigenen Strafraum nach vorne. Der Abschlag sprang auf dem nassen Rasen einmal hoch auf, wurde zusätzlich vom Rückenwind getragen und flog über ESV-Keeper Lauritz Sievers hinweg ins Tor.
Mit seinem Treffer zum 3:1 sorgte Quincke nicht nur für eines der kuriosesten Tore der bisherigen Oberligasaison, sondern brachte seine Mannschaft endgültig auf die Siegerstraße.
Gabriel wollte die Niederlage allerdings nicht allein an diesem ungewöhnlichen Gegentor festmachen. Sein Team habe genügend Zeit in Überzahl gehabt, diese aber nicht gut ausgespielt. Die Eckernförder agierten nach seiner Einschätzung zu einfallslos und erspielten sich trotz des vielen Ballbesitzes kaum klare Torchancen.
Rotenhof verteidigt leidenschaftlich
Die Gastgeber versuchten weiterhin, den Druck zu erhöhen. Rotenhof verteidigte jedoch mit großem Einsatz. Bei einer der gefährlichsten Eckernförder Möglichkeiten rettete Dennis Bienwald für den bereits geschlagenen Quincke auf der Torlinie.
Ansonsten ließ die Gästeabwehr nur wenig zu. Der TuS verschob geschlossen, war in den entscheidenden Zweikämpfen präsent und blieb nach Ballgewinnen gefährlich. In der 85. Minute setzte der eingewechselte Henry Grothkopp den Schlusspunkt. Er traf zum 4:1-Endstand.
„Was die Jungs in Unterzahl geleistet haben, war schon überragend“, lobte Knuth seine Mannschaft. Rotenhof habe viel Leidenschaft gezeigt und die sich bietenden Räume konsequent genutzt.
Auch Gabriel erkannte den Erfolg der Gäste an. Sein Team habe die lange Überzahl nicht gut genug ausgespielt und es deshalb in der zweiten Halbzeit nicht verdient gehabt, die Partie noch zu gewinnen.
Der TuS Rotenhof feierte damit einen auch in der Höhe deutlichen Auswärtssieg. Die Gäste überzeugten zunächst spielerisch und nach dem Platzverweis vor allem durch Organisation, Einsatzbereitschaft und Effizienz. Der Eckernförder SV konnte aus seiner fast 50-minütigen Überzahl dagegen zu wenig Kapital schlagen.
Stimme zum Spiel
- Eckernförder SV: Sievers – Schneekloth, Andreas, Malte Clausen (Röschmann, 46.), Mohr – Richter (Peters, 64.), Helpling – Apitz (Wolf, 87.), Justen, Hansen (Michael Clausen, 75.) – Altendorf (Witte, 71.).
- Trainer: Maik Gabriel.
- TuS Rotenhof: Quincke – Braun, Rathmann, Bienwald, Nielsen – Knuth (Traulsen, 83.), Berg – Henke (Grothkopp, 72.), Fiebelkorn (Bütow, 67.), Struck (Jacob, 88.) – Gersteuer (Lahrs, 46.).
- Trainer: Henning Knuth.
- Schiedsrichter: Jan-Christian Meyer (GW Todenbüttel).
- Assistenten: John Wilhoeft, Friedrich Wichmann.
- Rote Karte: Cedric Nielsen (40., TuS Rotenhof).
- Zuschauer: 222.
- Tore:0:1 Gersteuer (23.), 1:1 Altendorf (43.), 1:2 Struck (51.), 1:3 Quincke (60.), 1:4 Grothkopp (85.).
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (↑ 2) | VfR Neumünster | 9 | 6 | 2 | 1 | 24:11 | 13 | 20 |
| 2. (↓ 1) | Holstein Kiel II | 8 | 6 | 1 | 1 | 26:12 | 14 | 19 |
| 3. (3) | FC Kilia Kiel | 9 | 5 | 2 | 2 | 20:14 | 6 | 17 |
| 4. (4) | SC Rapid Lübeck (N) | 9 | 5 | 1 | 3 | 21:17 | 4 | 16 |
| 5. (5) | TSB Flensburg (N) | 9 | 4 | 2 | 3 | 23:15 | 8 | 14 |
| 6. (↑ 7) | Heider SV | 9 | 4 | 2 | 3 | 18:22 | -4 | 14 |
| 7. (↑ 9) | TuS Rotenhof | 9 | 3 | 4 | 2 | 18:18 | 0 | 13 |
| 8. (↓ 6) | 1.FC Phönix Lübeck II | 9 | 3 | 3 | 3 | 23:23 | 0 | 12 |
| 9. (↓ 8) | Oldenburger SV | 9 | 3 | 2 | 4 | 21:23 | -2 | 11 |
| 10. (10) | TSV Nordmark Satrup | 9 | 3 | 2 | 4 | 13:18 | -5 | 11 |
| 11. (11) | PSV Neumünster | 9 | 2 | 4 | 3 | 16:20 | -4 | 10 |
| 12. (12) | Kaltenkirchener TS | 8 | 2 | 2 | 4 | 14:18 | -4 | 8 |
| 13. (↑ 14) | SV Eichede | 9 | 1 | 4 | 4 | 10:12 | -2 | 7 |
| 14. (↑ 15) | MTSV Hohenwestedt | 8 | 1 | 4 | 3 | 16:19 | -3 | 7 |
| 15. (↓ 13) | VfB Lübeck II (N) | 9 | 2 | 1 | 6 | 12:24 | -12 | 7 |
| 16. (16) | Eckernförder SV (N) | 8 | 2 | 0 | 6 | 14:23 | -9 | 6 |
