Eiskalter Heider SV besiegt Kilia Kiel beim 4:1-Erfolg deutlich

von Olaf Wegerich

Thede Reimers (Heider SV) gegen Jannis Voß (Kilia Kiel). © 2026 Volker Schlichting

Der Heider SV setzt seine beeindruckende Erfolgsserie am 9. Spieltag der Flens-Oberliga mit einem deutlichen 4:1 (1:0)-Erfolg gegen den Tabellenzweiten FC Kilia Kiel fort und klettert auf den 6. Platz. Vor nur 310 Zuschauern im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße trafen für die sehr effektiven Dithmarscher Hendrik Fleige (13.), Azat Selcuk (56.), Mathis Harms (57.) und Jonah Gieseler (64.). Für die Landeshauptstädter erzielte kurz nach der Pause Marc Schwabe (52.) den zwischenzeitlichen Ausgleich. Kilia rutscht nach der zweiten Saisonniederlage auf den 3. Platz. Der Heider SV bleibt auch im fünften Punktspiel unter dem neuen Trainer Leif Hahn ungeschlagen und orientiert sich langsam, aber sicher in die obere Tabellenhälfte. Für die Dithmarscher war es der zweite Galaauftritt nach dem überzeugenden Sieg beim PSV. Allerdings ist der deutliche Sieg gegen die Landeshauptstädter – die zu den drei Top-Mannschaften der Flens-Oberliga gehören – deutlich höher zu bewerten.

Beim Heider SV fehlten weiterhin Christopher Buchtmann, Vasyl Tanchak und der Langzeitverletzte Jannis Hinz.

Pechvogel Ayyildiz muss früh raus

Für die Gäste aus Kiel begann das Spiel denkbar schlecht, denn bereits nach drei Minuten war Trainer Nicola Soranno zu einem ersten Wechsel gezwungen, als Berat Ayyildiz mit einer Zerrung im linken Oberschenkel den Platz verlassen musste. Daher mussten die Landeshauptstädter einige Anpassungen vornehmen. Meseberg spielte fortan in der Verteidigung, Trepca rückte von der rechten Außenbahn auf die linke. Den Part von Trepca im rechten Mittelfeld übernahm Senger.

Trotz der widrigen Umstände mit Wind und Dauerregen bekamen die Zuschauer ein gutes Fußballspiel mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten geboten.

Hendrik Fleige (Heider SV) ist vor Tom Pachulski (Kilia Kiel) am Ball und köpft zum Führungstreffer ein. © 2026 Volker Schlichting
Hendrik Fleige (Heider SV) ist vor Tom Pachulski (Kilia Kiel) am Ball und köpft zum Führungstreffer ein. © 2026 Volker Schlichting

Fleige trifft zum Führungstreffer

Dabei resultierte der frühe Führungstreffer der befreit aufspielenden Gastgeber aus einem Freistoß, den Azat Selcuk scharf vor das Tor geschlagen hatte und Hendrik Fleige (13.) mit dem Kopf zum Führungstreffer vor dem aus seinem Tor eilenden Tom Pachulski einschädelte. „Das Gegentor laste ich Pache nicht an. Da hätten die Abwehrspieler besser aufpassen müssen“, analysierte Kilias Ligaobmann Berkant Oezel die Szene, die zum Rückstand führte.

Selcuk sorgt für Wirbel

Danach ging das Spektakel munter weiter. Nach einem Eckball kann ein Kopfball von Patrick Storb zunächst geklärt werden. Der Abpraller landet bei Azat Selcuk, dessen Direktabnahme Tom Pachulski aber klären kann. Ebenso pariert der aufmerksame Kieler Torhüter einen Flachschuss des stark aufspielenden Azat Selcuk aus gut vierzehn Metern wenig später sicher.

Azat Selcuk (Heider SV) glänzte als Taktgeber und seit Wochen in bestechender Form. © 2026 Volker Schlichting
Azat Selcuk (Heider SV) glänzte als Taktgeber und Vorbereiter. Er ist seit Wochen in bestechender Form. © 2026 Volker Schlichting

Kilia mit vielen guten Abschlüssen

Aber auch die in der ersten Hälfte mit mehr Ballbesitz agierenden Gäste setzten bei ihren zahlreichen Offensivaktionen einige Duftmarken. Eine Hereingabe von Luca Senger setzt Drilon Trepca (17.) knapp neben das Tor.

Sechs Minuten später hätten die Gäste aus der Landeshauptstadt nach einer scharfen Hereingabe von der rechten Seite zwingend den Ausgleich erzielen müssen, doch Marc Schwabe (23.) schießt den Ball aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbei.

Die Gastgeber sind jetzt defensiv stark gefordert und wieder läuft ein gefährlicher Angriff über die rechte Seite, doch der schön freigespielte Felix Niebergall (28.) zielt aus gut sechzehn Metern zu zentral auf Torhüter Christopher Thomsen. Da wäre deutlich mehr drin gewesen.

Ove Witt (Kilia Kiel) im Laufduell mit Jonah Gieseler (Heider SV). 169 2026 Volker Schlichting
Ove Witt (Kilia Kiel) im Laufduell mit Jonah Gieseler (Heider SV). © 2026 Volker Schlichting

Gieseler an den Außenpfosten

Auf der Gegenseite wird Jonah Gieseler (30.) nach einem Steckpass von Thede Reimers schön in Szene gesetzt, doch dessen von einem Abwehrspieler abgefälschter Schuss landet am Außenpfosten.

Senger prüft Thomsen

Doch Kilia hält den Druck hoch und erspielt sich vor der Pause noch eine weitere Großchance, als Luca Senger (40.) mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze – der kurz vor dem Tor noch einmal tückisch aufsetzt – ansetzt, doch der aufmerksame Christopher Thomsen im Heider Gehäuse bewältigt die Bewährungsprobe mit einer Glanztat.

Trotz leichter Feldvorteile und einem Chancenplus für die Gäste geht es mit der knappen, aber nicht unverdienten Führung für die defensiv insgesamt sehr kompakt auftretenden Dithmarscher in die Halbzeitpause.

Auch nach der Pause zeigen die Kilianer weiterhin einen großen Offensivdrang und Drilon Trepca (47.) setzt einen satten Schuss von der Strafraumgrenze nur knapp über das Tor.

Auf Christopher Thomsen im Heider Tor war Verlaß. © 2026 Volker Schlichting
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Pachulski klärt gegen Selcuk

Die erste Heider Gelegenheit nach dem Seitenwechsel hatte Azat Selcuk (49.) nach schöner Vorarbeit von Mathis Harms, doch dessen Schuss aus gut elf Metern konnte Tom Pachulski im Kieler Tor mit einer starken Fußabwehr entschärfen.

Schwabe trifft zum Ausgleich

Aber die Kilianer bleiben weiter hartnäckig und werden mit dem verdienten Ausgleich belohnt. Eine flache Hereingabe von der linken Seite durch den starken Drilon Trepca nutzt Marc Schwabe (52.) mit seinem sechsten Saisontreffer aus wenigen Metern zum 1:1-Ausgleich.

Patrick Storb (Heider SV) im Duell mit Marc Schwabe (Kilia Kiel). © 2026 Volker Schlichting
Patrick Storb (Heider SV) im Duell mit Marc Schwabe (Kilia Kiel). © 2026 Volker Schlichting

Heider Doppelschlag durch Selcuk und Harms schockt Kilia

Doch die Gastgeber zeigen sich durch den Ausgleich keineswegs geschockt und schlagen mit einem Doppelschlag eiskalt zurück. Nach einem langen Ball von Christopher Thomsen verlängert Hendrik Fleige mit dem Kopf in den Lauf von Mathis Harms, der Richtung Strafraum dribbelt, einen Gegenspieler aussteigen lässt und dann eine scharfe Hereingabe schlägt, die Paul Meseberg zwar zunächst noch abwehren kann, doch der Ball landet bei Azat Selcuk (56.), der aus gut sechzehn Metern unhaltbar zur 2:1-Führung trifft.

Und es kommt noch besser für die Gastgeber: Unmittelbar nach Wiederanpfiff verliert Kilia in der Vorwärtsbewegung den Ball an Patrick Storb in der Heider Hälfte und dann geht es blitzschnell. Nach einem langen Ball auf Jonah Gieseler bedient der Capitano Hendrik Fleige, der dann Mathis Harms mit einem Steckpass in Szene setzt. Was dann folgt, ist einfach nur Klasse: Der Rechtsfuß lässt Ove Witt aussteigen, umkurvt den chancenlosen Torhüter Tom Pachulski und trifft zum vorentscheidenden 3:1 für die Gastgeber. „Der Junge hat Potenzial“, lobte Geschäftsführer Hannes Nissen den unbekümmert aufspielenden 21-Jährigen, der auch immer öfter als Torschütze in Erscheinung tritt.

Mathis Harms (Heider SV) krönte seine herausragende Leistung mit dem dritten Treffer. © 2026 Volker Schlichting.
Mathis Harms (Heider SV) krönte seine herausragende Leistung mit dem dritten Treffer. © 2026 Volker Schlichting.

Gieseler mit dem vierten Treffer

Aber die Heider sind an diesem verregneten Tag auf den Geschmack gekommen und der Torhunger der Dithmarscher ist noch lange nicht gestillt. Nach einem Diagonalball des kurz zuvor eingewechselten Fabian Arndt zieht Azat Selcuk nach innen und bedient den mitgelaufenen Jonah Gieseler (64.), der zum 4:1 trifft. Selten hat der Heider SV in der jüngsten Vergangenheit so eine gnadenlose Effektivität an den Tag gelegt.

Trotz des inzwischen hoffnungslosen Rückstands lassen sich die Kilianer nicht hängen und bekommen noch eine Großchance, um Ergebniskosmetik zu betreiben: Der eingewechselte Tino Klein lässt drei Gegenspieler stehen und bedient mustergültig Drilon Trepca (71.), doch im letzten Moment bekommt Steffen Neelsen die Fußspitze dazwischen und klärt zur Ecke.

„Das war ein gebrauchter Tag für uns. Heide war sehr effizient, aber wir haben kein schlechtes Spiel gemacht“, fasste Kilias Ligaobmann Berkant Oezel das Spiel zusammen.

Kilia-Trainer Nicola Soranno war bedient. © 2026 Volker Schlichting
Kilia-Trainer Nicola Soranno war bedient. © 2026 Volker Schlichting

Stimmen zum Spiel

Nicola Soranno (Trainer Kilia Kiel)
Leif Hahn (Trainer Heider SV)
Hannes Nissen (Geschäftsführer Heider SV Liga GmbH)
Tom Pachulski (Kilia Kiel)
Azat Selcuk (Heider SV)
  • Heider SV: Thomsen – Busch, Storb, Neelsen, von Böhlen (69. Lampros) – Boukara, Reimers – Selcuk (78. Wolf), Gieseler (86. Abduljabar), Harms (63. Arndt) – Fleige (66. Kieselbach).
  • Trainer: Leif Hahn
  • Kilia Kiel: Pachulski – Ayyildiz (3. Cetintürk (69. Sharba)), Witt, Jakubowski (71. Drews) – Voß – Meseberg, Trepca, Niebergall (66. Freund), Senger – Groß (52. Klein), Schwabe.
  • Trainer: NicoGelb-Rote Karte gegen Ove Witt (90.+3) wegen Meckerns.
  • Zuschauer: 310 im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße
  • Tore: 1:0 Hendrik Fleige (13.), 1:1 Marc Schwabe (52.), 2:1 Azat Selcuk (56.), 3:1 Mathis Harms (57.), 4:1 Jonah Gieseler (64.)
Oberliga Schleswig-Holstein
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (↑ 2) VfR Neumünster 9621 24:111320
2. (↓ 1) Holstein Kiel II 8611 26:121419
3. (3) FC Kilia Kiel 9522 20:14617
4. (4) SC Rapid Lübeck (N) 9513 21:17416
5. (5) TSB Flensburg (N) 9423 23:15814
6. (↑ 7) Heider SV 9423 18:22-414
7. (↑ 9) TuS Rotenhof 9342 18:18013
8. (↓ 6) 1.FC Phönix Lübeck II 9333 23:23012
9. (↓ 8) Oldenburger SV 9324 21:23-211
10. (10) TSV Nordmark Satrup 9324 13:18-511
11. (11) PSV Neumünster 9243 16:20-410
12. (12) Kaltenkirchener TS 8224 14:18-48
13. (↑ 14) SV Eichede 9144 10:12-27
14. (↑ 15) MTSV Hohenwestedt 8143 16:19-37
15. (↓ 13) VfB Lübeck II (N) 9216 12:24-127
16. (16) Eckernförder SV (N) 8206 14:23-96

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