Gutes Oberligaspiel ohne Sieger im Mittelholsteinderby

von Olaf Wegerich

Tjark Struve (MTSV), Denzel Imsün und Meiko Werner (beide vom PSV Neumünster) und rechts Mats Schaller (MTSV) streiten um den Ball. © 2026 Olaf Wegerich


Der MTSV Hohenwestedt und der PSV Neumünster können am 2. Spieltag der Flens-Oberliga endlich ein erstes kleines Erfolgserlebnis für sich verbuchen. Nach Treffern von Ben Luca Nohns (16.) und Thies Kochanski (73.) zum späten, aber überaus verdienten Ausgleichstreffer für die Gastgeber endet das Mittelholsteinderby vor 365 Zuschauern auf dem Sportplatz Wilhelmshöh 1:1 (0:1). Mit etwas mehr Spielglück wäre für die Gastgeber in einer ereignisarmen Partie unterm Strich sogar mehr möglich gewesen.

Schwerere Verletzung überschattet die Partie

Überschattet wurde die Partie von einer womöglich schwereren Verletzung des Hohenwestedter Nachwuchstalents Tjark Struve, der nach einem harten Zweikampf mit voller Wucht gegen eine Werbebande knallte und mit Verdacht auf ein Lendenwirbelsäulentrauma sofort mit einem Rettungswagen in das Rendsburger Krankenhaus transportiert werden musste.

Bei den Gastgebern fehlte Abwehrspieler Macius Dahm, der sich am Dienstag nach seiner Verletzung im Auftaktspiel einer MRT-Untersuchung unterziehen musste. Eine Diagnose steht noch aus. Beim PSV war man hingegen erleichtert, dass Salih Ramo und Grady Zinkondo nach ihren Roten Karten im Stadtderby gegen den VfR nur für ein bzw. zwei Spiele gesperrt wurden.

Tilman Körtzinger (PSV Neumünster) klärt in höchster Not vor Henrik Schnoor (Hohenwestedt). © 2026 Olaf Wegerich
Tilman Körtzinger (PSV Neumünster) klärt in höchster Not vor Henrik Schnoor (Hohenwestedt). © 2026 Olaf Wegerich

Frühe Führung für die Gäste durch Nohns

In einem guten und von beiden Seiten sehr intensiv geführten Oberligaspiel übernahmen die Gastgeber sofort die Initiative. Bereits nach knapp drei Minuten konnte Torhüter Tilmann Körtzinger einen halbhohen Schuss aus gut 16 Metern zur Ecke abwehren.

Danach ging es mit hoher Schlagzahl auf beiden Seiten munter weiter, ehe der PSV seine erste Torchance konsequent nutzte. Dabei hatte sich Youri von der Mehden schön über die linke Seite durchgesetzt und dann das Auge für Sturmspitze Ben-Luca Nohns (16.), der nicht lange fackelte und aus zentraler Position unhaltbar für Enno Beckmann aus gut zehn Metern den Führungstreffer erzielte.

Der MTSV zeigte sich durch den Rückstand wenig beeindruckt und versuchte immer wieder zu Torschüssen zu kommen. Zunächst verfehlte Tjark Sievers (24.) mit einem Distanzschuss nur haarscharf das Tor, doch kurz vor der Pause hätte der Ausgleich für den MTSV fallen müssen, als Kirill Vojtenko frei auf den Torhüter zulaufend kein Auge für den mitgelaufenen Mats Schaller hatte und stattdessen selbst den Treffer erzielen wollte, dabei aber das PSV-Gehäuse knapp verfehlte.

Kirill Vojtenko (Hohenwestedt) versucht sich von Ayoub Assameur und Din Mehanovic (PSV Neumünster) abzusetzen. © 2026 Olaf Wegerich
Kirill Vojtenko (Hohenwestedt) versucht sich von Ayoub Assameur und Din Mehanovic (PSV Neumünster) abzusetzen. © 2026 Olaf Wegerich

Druckvolle zweite Hälfte bringt den Ausgleich

Auch in der zweiten Hälfte blieben die Gastgeber weiter am Drücker und hatten Pech, dass PSV-Torhüter Tilmann Körtzinger mit einer Monsterparade einen Freistoß des stark aufspielenden Fabian Engbrecht aus dem Winkel kratzen konnte. Weitere gute Chancen ergaben sich nach Eckbällen, als Schüsse von Kirill Vojtenko und Mats Schaller entscheidend geblockt werden konnten.

Nach einer Ecke von Tjark Sievers trifft Thies Kochanski (73.) aus dem Gewühl zum späten, aber gerechten 1:1-Ausgleich. Dabei wurde der Schuss des 27-Jährigen noch entscheidend abgefälscht. Aber auch der PSV hat zehn Minuten vor Spielende noch eine Großchance, als Rune Kulig frei auf Enno Beckmann zuläuft und am MTSV-Torhüter scheitert.

Platzverweis, Schiedsrichter-Kritik und Becherwurf

In der Nachspielzeit kassiert PSV-Spieler Finn Kruse dann noch von Schiedsrichter Mika Hems die Ampelkarte, weil er im Zweikampf mit Louis Klatt den Fuß rübergehalten haben soll. Zuvor hatte der Ex-Wasbeker wegen Haltens bereits Gelb gesehen. Während PSV-Coach Dennis Buthmann die Ampelkarte für „eine falsche Entscheidung“ hielt, stimmte Arend Müller vom MTSV dem Unparteiischen hingegen voll zu: „Der Ball war weg und er langt zu.“

Festzuhalten ist: Der Schiedsrichter hatte in einem fairen Spiel mit einer nur schwer nachvollziehbaren Kartenflut gegen die Gäste nicht gerade Werbung in eigener Sache gemacht und für viel Verwunderung gesorgt. Ebenfalls war dem Gespann ein Handspiel im Strafraum der Gäste entgangen, was von MTSV-Seite moniert wurde.

Ein weiterer unrühmlicher Höhepunkt der Partie: Die PSV-Fans, die ansonsten nur durch die bedingungslose und lautstarke Unterstützung ihrer Mannschaft in Erscheinung treten, sollen einen der beiden Linienrichter mit einem vollen Bierbecher getroffen haben.

Daraufhin rannte der Unparteiische zur MTSV-Bank und forderte die Gastgeber auf, die besagten Fans sofort des Platzes zu verweisen. Andernfalls drohte er mit sofortigem Spielabbruch. Die PSV-Anhänger wurden dann von den Ordnern ohne weitere Zwischenfälle vom Sportplatz begleitet.

Torvorbereiter Youri Von der Mehden (PSV Neumünster) gegen Torschütze Thies Kochanski (Hohenwestedt). © 2026 Olaf Wegerich
Torvorbereiter Youri Von der Mehden (PSV Neumünster) gegen Torschütze Thies Kochanski (Hohenwestedt). © 2026 Olaf Wegerich

Stimmen zum Spiel

Trainer Arend Müller (MTSV Hohenwestedt): „Das war für uns ein absolut gerechtes Unentschieden. Wir waren die deutlich aktivere Mannschaft und von daher wäre für uns mehr drin gewesen. Ich fand uns spielerisch deutlich stärker, aber uns fehlte der Lucky Punch. Ich bin sehr zufrieden, wie wir spielen. Die Jungs haben sich gut präsentiert. Der Kader passt charakterlich und menschlich sehr gut zusammen. Wir sind enger zusammengerückt. Es tut mir extrem leid für Tjark Struve. Der Junge war so gut im Spiel.“

Trainer Dennis Buthmann (PSV Neumünster): „Das war aus meiner Sicht ein gerechtes Unentschieden. Wir haben die Ruhe mit dem Ball vermissen lassen. Wir haben uns auch von der Art und Weise, wie der MTSV das Spiel interpretiert, anstecken lassen.“

  • MTSV Hohenwestedt: Beckmann – Sierks (32. Ploog), Schnoor, Sienknecht – Kochanski, Vojtenko, Tjark Sievers, Klatt (90.+4), Struve (56. Hirsch) – Engbrecht, Schaller.
  • Trainer: Arend Müller.
  • PSV Neumünster: Körtzinger – Werner, Fölster, Imasün, Zarpe – Youri von der Mehden, Assameur (87. Ceyhan), Mehanovic (46. Kruse), Marvin Ehlert – Barendt – Nohns (73. Rune Kulig).
  • Trainer: Dennis Buthmann.
  • Schiedsrichter: Mika Hems (TSV Oldenswort).
  • Assistenten: Lennard Gawellek und Morten Dumstrei.
  • Zuschauer: 365 auf dem Sportplatz Wilhelmshöh in Hohenwestedt.
  • Gelb-Rote Karte Finn Kruse (90.+1) vom PSV Neumünster.
  • Tore: 0:1 Ben Luca Nohns (16.), 1:1 Thies Kochanski (73.).

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