Schöningen verpasst Todesfelde beim 2:0-Erfolg den ersten Dämpfer

von Olaf Wegerich

Pawel Erfmann und der SV Todesfelde müssen in Schöningen die erste Saisonniederlage hinnehmen. © 2026 Olaf Wegerich

Auch für den SV Todesfelde wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Am 4. Spieltag der Regionalliga Nord musste der Aufsteiger beim FSV Schöningen eine ärgerliche 0:2 (0:0)-Auswärtsniederlage einstecken. Für die Mannschaft von Trainer Björn Sörensen war es zugleich die erste Saisonniederlage. Damit bleiben die bisher so torhungrigen Segeberger auch zum ersten Mal in dieser Spielzeit ohne eigenen Treffer. Der FSV Schöningen setzt im zweiten Jahr seiner Regionalligazugehörigkeit seine Erfolgsgeschichte unter Aufstiegs-Trainer Christian Benbennek fort und grüßt als weiterhin ungeschlagener Tabellenzweiter.

In der ersten Hälfte knüpfte der Aufsteiger aus Schleswig-Holstein an die guten Leistungen der letzten Wochen an und spielte dabei phasenweise sehr selbstbewusst und dominant. Doch die Abwehrformation der Gastgeber – unter anderem mit dem Ex-VfB-Lübeck-Spieler Robin Kölle auf der linken Abwehrseite – ist bisher das Prunkstück der Niedersachsen und kassierte erst zwei Gegentreffer. Auch im Elmstadion sollte diese beachtliche Bilanz bestehen bleiben.

Foul an Petrick nicht geahndet

Bereits frühzeitig hatten die Gäste durch den schnellen Benjamin Petrick (10.) eine erste gute Gelegenheit, doch die Todesfelder Sturmspitze wurde auf dem Weg zum gegnerischen Tor durch einen Trikotzupfer rechtzeitig gestoppt. Konsequenzen gab es dafür keine.

Erfmann und Körting verpassen den Führungstreffer

In einem guten Regionalligaspiel suchten die Segeberger gegen die kompakt stehenden und auf Umschaltsituationen lauernden Gastgeber weiterhin nach Lösungen, das Abwehrbollwerk zu knacken. Dabei scheiterten die Gäste zweimal am aufmerksamen Torhüter Justin Kick, der zunächst einen Schuss von Pawel Erfmann und wenig später einen Kopfball von Tyler Körting entschärfen konnte. „Ich denke, wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und uns trotz guter Chancen leider nicht belohnt. Gerade bei Standards brannte deren Strafraum lichterloh“, sah Abwehrspieler Christian Rave seine Farben in den ersten 45 Minuten mit Vorteilen.

Tyler Körting von Tofe. © Olaf Wegerich
Tyler Körting verpasste mit einem Kopfball nur knapp den Führungstreffer
. © Olaf Wegerich

Doppelschlag durch Joppich und Njoya

Auch in den ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig an den Kräfteverhältnissen, ehe ein präziser Pass von Maximilian Sauer auf Hannes Joppich (54.), der zum Führungstreffer einköpfte, den Gastgebern mit dem erst zweiten Torschuss in die Karten spielte.

War beim ersten Gegentreffer noch die mangelnde Zuordnung ursächlich, unterlief dem Aufsteiger wenig später ein Fehler im Spielaufbau, den der eingewechselte Jordi Njoya (65.) mit einem abgefälschten Schuss zum zweiten Treffer für den sehr effizienten FSV nutzte.

Mit der beruhigenden Führung im Rücken bekamen die Gastgeber nun deutlich Oberwasser und brachten den Vorsprung routiniert über die Ziellinie.

Rave mit Notbremse

Acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sieht dann noch Christian Rave nach einer Notbremse gegen den eingewechselten Lucas Arnold die Rote Karte. Dazu sagte Rave gegenüber Youkick: „Nach einem eigenen Angriff inklusive Abschluss macht deren Torwart das Spiel schnell und wir verlieren dann einen wichtigen Zweikampf im Mittelfeld, damit hat der Spieler von Schöningen einen offenen Fuß. Ich stehe aber plötzlich hinten gegen zwei alleine und laufe dann hinterher.

Kurz vor dem Strafraum legt er sich den Ball zu weit vor und ich komme natürlich mit Tempo, dann kommt plötzlich sein Bein nach hinten hoch und ich kann da ja nicht mehr bremsen.

Klar, alle würden sagen, das ist eine klare Notbremse, aber wer schon mal Fußball gespielt hat, der wird mit mir fühlen können, dass es der Stürmer clever macht. Ich sage, wenn das Tempo in der Szene nicht so hoch ist, sieht es der Schiri besser und würde eventuell anders entscheiden.“ Selbst FSV-Coach Benbennek äußerte sich gegenüber Youkick deutlich: „Das war zwar eine Notbremse, aber kein böses Foul.“

Arnold trifft auf Jugendidol

Für den gefoulten Lucas Arnold war es dennoch ein ganz besonderes Spiel. Denn der 24-jährige Ex-Chemnitzer traf am Sonntag im Elmstadion auf sein 15 Jahre älteres Jugendidol Mirko Boland, den er noch aus dessen Zeiten bei Eintracht Braunschweig in bester Erinnerung und stets bewundert hatte. „Dass die beiden K….tüten noch einmal gegeneinander spielen“, entlockte dann auch dem jetzigen FSV-Coach Benbennek ein Grinsen. Vom Januar 2009 bis zum Sommer 2011 waren Benbennek und Boland zusammen bei Eintracht Braunschweig. In diesem Zeitraum war Benbennek Trainer der U23, während Mirko Boland ab Januar 2009 als Profi im Verein unter Vertrag stand und gelegentlich auch in der zweiten Mannschaft eingesetzt wurde.

Stimmen zum Spiel:

Trainer Christian Benbennek (FSV Schöningen): „Am Ende haben wir das Spiel verdient gewonnen. Todesfelde hat uns vor allem in der ersten Hälfte vor große Probleme gestellt und gut gepresst. Da hatten wir nur wenig Platz. Der Erfolg heute ist nicht selbstverständlich. Wir wussten, dass sie viele Tore schießen, und da haben wir unser Hauptaugenmerk darauf gerichtet. Wir wollten stabil bleiben. In der letzten Saison hatten wir nach sechs Spielen nur einen Punkt. Jetzt sind wir natürlich froh über die 10 Punkte nach vier Spielen. Wer jetzt meint, wir wären bereits auf Augenhöhe mit dem VfB Oldenburg, darf gerne weiter träumen. Wir sind geerdet und wollen uns in der Liga weiter etablieren. Todesfelde traue ich den Klassenerhalt durchaus zu. Die haben mit Boland, Sternberg und Schneider ein paar Jungs dabei, die schon ein paar Regale höher Staub gewischt haben.“

Trainer Björn Sörensen (SV Todesfelde): „Unter dem Strich war deutlich mehr für uns drin, weil wir über weite Strecken des Spiels die spielbestimmende Mannschaft waren. Aber so ist Regionalliga-Fußball. Der Gegner macht es einfach und hält es einfach. Wir haben es fußballerisch insbesondere in der zweiten Halbzeit nicht mehr geschafft, uns entscheidend durchzusetzen. Somit steht die erste Niederlage und dennoch geht es weiter am übernächsten Mittwoch gegen den VfB Oldenburg, und dann wollen wir es wieder besser machen.“

FSV Schöningen: Kick – Kölle (89.), Milushev, Marino, Sauer – Weigel, Skoda (46. Njoya), Palacios (46. Brandt) – Joppich (76. Arnold), Cankor (67. Winter), Doumbouya.

Trainer: Christian Benbennek

SV Todesfelde: Landvoigt – Jetz (80. Sohn), Rave, Körting, Cloppatt (46. Sternberg), Grosche – Boland, Erfmann (70. Jablonski), Schneider, Drawz – Petrick (70. Liebert).

Trainer: Björn Sörensen

Schiedsrichter: Tom Holsten

Assistenten: Bastian Grimmelmann und Jannik Benjamin Meyer

Zuschauer: 617 im Elmstadion in Schöningen

Rote Karte: Christian Rave (82., SV Todesfelde)

Tore: 1:0 Hannes Joppich (54.), 2:0 Jordi Njoya (65.)

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