Suchsdorfer SV muss nach 2:3 gegen Schlusslicht Dobersdorf/P´hagen sich auch an die eigene Nase fassen

von Ismail Yesilyurt

Morten Bossmann (SG Dobersdorf-Probsteierhagen) beteiligte sich mit zwei Toren a Erfolg. © 2026 Ismail Yesilyurt

Der Suchsdorfer SV hat den erhofften Schritt ins gesicherte Mittelfeld verpasst. Nach dem 4:2-Erfolg unter der Woche beim TSV Flintbek unterlag die Mannschaft von Trainer Dennis Guscinas am 9. Spieltag der Verbandsliga Ost ausgerechnet dem bisherigen Schlusslicht SG Dobersdorf/Probsteierhagen mit 2:3 (0:0).

Dabei sprach nach einer guten ersten Halbzeit zunächst vieles für die Gastgeber. Suchsdorf ließ jedoch mehrere Chancen liegen und erlebte nach der Pause einen rabenschwarzen Tag. Innerhalb von 17 Minuten zog Dobersdorf auf 3:0 davon. Der späte Doppelpack von Joker Bendix Teifke sorgte noch einmal für Spannung, konnte die Niederlage aber nicht mehr verhindern.

Beste Akteure auf dem Platz waren Morten Bossmann it einem Doppelpack und Mika Kamp, der immer wieder schnelle Gegenstöße initiierte. So auch das 3:0 mit einem tollen Steckpass. Mit ihrem schnellen Umschaltspiel und einer kampfstarken und kompakten Vorstellung holten sich die Gäste ihren Erfolg in Halbzeit zwei.

Mika Kamp (SG Dobersdorf-Probsteierhagen) spielt einen perfekten Steckpass auf Morten Bossmann zu 3-0.. © 2026 Ismail Yesilyurt
Mika Kamp (SG Dobersdorf-Probsteierhagen) spielt einen perfekten Steckpass auf Morten Bossmann zu 3-0. © 2026 Ismail Yesilyurt

Suchsdorf lässt beste Chancen liegen

Die Gastgeber kamen mit einem deutlich veränderten Kader gut in die Partie und hätten schon früh für klare Verhältnisse sorgen können. Finn Wulbrandt hatte gleich mehrfach die Führung auf dem Fuß, auch Pelle Christiansen vergab eine große Möglichkeit.

„Wir müssen innerhalb von diesen zehn, 15 Minuten drei bis vier Tore machen“, blickte Guscinas zurück. Dobersdorf hätte sich laut dem Suchsdorfer Coach über einen 2:0- oder sogar 3:0-Rückstand zu diesem Zeitpunkt nicht beschweren dürfen.

Doch die SG hielt stand. Torwart Niklas Matthies verhinderte mehrfach einen Rückstand und gab seiner Mannschaft damit die Möglichkeit, sich zunehmend in die Partie zu arbeiten.

„Wir haben am Anfang zwei-, dreimal ein bisschen Glück gehabt“, räumte SG-Trainer Thomas Matthies ein. Gleichzeitig habe seine Mannschaft immer besser ins Spiel gefunden und Suchsdorf zunehmend vom eigenen Tor ferngehalten. Trotz weiterer guter Gelegenheiten auf beiden Seiten ging es torlos in die Pause.

Dobersdorf nutzt den Moment nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild jedoch komplett. Dobersdorf kam aggressiv aus der Kabine. In der 53. Minute zeigte Schiedsrichter Leon Andresen auf den Punkt. Tjark-Morten Bossmann ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte den Strafstoß zum 1:0.

Guscinas bewertete die Szene allerdings anders: „Der aus meiner Sicht ganz klar keiner war“, sagte der Suchsdorfer Trainer und verwies darauf, dass Jan Thomsen zunächst den Ball gespielt habe und anschließend ein Kontakt mit dem Gegenspieler entstanden sei.

Unabhängig von der strittigen Szene verlor Suchsdorf danach den Faden. „Danach zerfallen wir ein wenig“, musste Guscinas feststellen.

Wedemann und Bossmann stellen auf 3:0

Dobersdorf nutzte die Verunsicherung konsequent aus. In der 64. Minute erhöhte Dennis Wedemann auf 2:0, sechs Minuten später machte erneut Bossmann mit seinem zweiten Treffer zum 3:0 den vermeintlichen Deckel auf die Partie.

„Kämpferisch, läuferisch, alles sehr, sehr gut“, lobte Thomas Matthies die Vorstellung seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel. Suchsdorf habe in dieser Phase „irgendwie gar nicht stattgefunden“. Für die SG war es die entscheidende Phase des Spiels. Aus dem torlosen Duell war innerhalb weniger Minuten eine komfortable Führung für das Schlusslicht geworden.

Teifke sorgt noch einmal für Spannung

Erst nach dem 0:3 wachten die Gastgeber wieder auf. Besonders Bendix Teifke brachte neuen Schwung in die Suchsdorfer Offensive. Der eingewechselte Angreifer verkürzte in der 77. Minute auf 1:3.

Bendix Teifke (Suchsdorfer SV) erzielt das 2-3 das noch einmal für spannende letzte Minuten sorgt. © 2026 Ismail Yesilyurt
Bendix Teifke (Suchsdorfer SV) erzielt das 2-3 das noch einmal für spannende letzte Minuten sorgt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Suchsdorf drängte nun mit aller Macht auf den Anschluss und kam über die Außen immer wieder gefährlich nach vorne. In der Nachspielzeit war es erneut Teifke, der die Hoffnung der Gastgeber am Leben hielt. Sein Treffer zum 2:3 in der 90.+1 Minute ließ die Schlussphase noch einmal zittern.

Mehr gelang dem SSV allerdings nicht. „Wir haben dann noch mal alles rausgehauen“, beschrieb Guscinas die Schlussoffensive. Doch für den Ausgleich reichte es nicht mehr.

Matthies: „Irgendwie haben wir es erzwungen“

Bei Dobersdorf war die Erleichterung über den ersten Saisonsieg entsprechend groß. „Nun scheint der Knoten geplatzt zu sein“, sagte Thomas Matthies, der mit seinem Team nicht nur kurz nach dem Abpfiff den Erfolg feierte, sondern auch den Après-Fußball ankündigte.

Nach der turbulenten Schlussphase musste seine Mannschaft allerdings noch einmal um den Erfolg bangen. „Da haben wir dann auch wieder ein bisschen Glück gehabt, aber das gehört jetzt einfach auch mal dazu“, sagte Matthies.

Entscheidend sei gewesen, dass seine Mannschaft die Partie nach dem Seitenwechsel mit großer Energie angenommen habe. „Wir haben es, glaube ich, an dem Tag auch mal erzwungen“, fasste Matthies den ersten Dreier der Saison zusammen.

Während Dobersdorf damit neuen Mut im Tabellenkeller schöpft, bleibt Suchsdorf nach der verpassten Chance im unteren Segment der Tabelle. Guscinas fand für den eigenen Auftritt klare Worte: „Die zweite Halbzeit war einfach wirklich richtig, richtig schlecht von uns.“ Die Ausfälle von unter anderem Marcel Reinke, der in Flintbek alle vier Tpre erzielte, und Tim Brettmann seien dabei spürbar gewesen.

Für Dobersdorf geht es nun mit Rückenwind weiter. Am kommenden Spieltag wartet mit dem Tabellenführer aus Schönberg allerdings direkt eine der größten Herausforderungen gegen die Probsteier SG.

Stimmen zu Spiel

Thomas Matthies (Trainer SG Dobersdorf-Probsteierhagen)
Dennis Guscinas (Trainer Suchsdorfer SV)
  • Suchsdorfer SV: Mats Berger – Luis Mlinski, Jan Thomsen, Melf Fildebrandt, Benedikt Klose – Pelle Christiansen, Fabian Plew (65. Tim Jagdmann), Moritz Borchers (68. Bendix Teifke), Torge Verner – Finn Wulbrandt (55. Sebastian Soll), Johan Frerichs
  • Trainer: Dennis Guscinas
  • SG Dobersdorf/P’hagen: Niklas Matthies – Mika Wiese, Per Schlotfeldt, Patrick Mierse, Paul Döring (73. Alexander Klaus) – Marcel Gonda (78. Louis Wedemann), Mika Kramp, Bastian Matthies, Colin Völter – Dennis Wedemann (90.+3 Till-Moritz Stoltenberg), Morten Bossmann (90. Jan-Niklas Geest-Hansen)
  • Trainer: Thomas Matthies
  • Schiedsrichter: Leon Andresen (SSV Nindorf)
  • Assistenten: Stefan Wätcke, Dr. Carsten Füg
  • Zuschauer: 50
  • Tore: 0:1 Tjark-Morten Bossmann (53., Elfmeter), 0:2 Dennis Wedemann (64.), 0:3 Tjark-Morten Bossmann (70.), 1:3 Bendix Teifke (77.), 2:3 Bendix Teifke (90.+1)
Verbandsliga Ost
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) Probsteier SG 2012 9801 35:161924
2. (2) Kieler MTV 9621 24:141020
3. (3) SVE Comet Kiel (A) 9603 21:16518
4. (4) FC Kilia Kiel II (N) 9522 34:181617
5. (5) SG Sarau/Bosau 9522 20:16417
6. (↑ 8) SpVg Eidertal Molfsee II 8431 20:19115
7. (↓ 6) SV Bönebüttel-Husberg (N) 9414 15:22-713
8. (↓ 7) TS Einfeld (N) 9405 23:23012
9. (↑ 10) TSV Plön 9324 25:20511
10. (↓ 9) Wiker SV 7322 14:12211
11. (↑ 12) TSV Altenholz 8305 17:19-29
12. (↓ 11) Suchsdorfer SV 8224 14:20-68
13. (13) TSV Flintbek 8206 18:26-86
14. (14) Preetzer TSV 8125 12:18-65
15. (↑ 16) SG Dobersdorf/P’hagen (N) 9117 15:31-164
16. (↓ 15) MTV Dänischenhagen 8116 12:29-174

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