Überragender Rückhalt des Wiker SV: Torwart Michael Anderer ist bester Spieler der Partie. © Ismail Yesilyurt
Der Wiker SV hat im Heimspiel gegen den Aufsteiger SV Bönebüttel-Husberg einen glücklichen Punkt gerettet. Beim 1:1 (0:0) sah es lange nach einem Erfolg der Gäste aus, die über weite Strecken die bessere Mannschaft waren und zahlreiche Möglichkeiten ausließen. Am Ende mussten die Kieler sogar in doppelter Unterzahl um das Remis bangen.
Für den neu ins Amt gekommenen Wiker Trainer Stefan Röschmann war es deshalb ein Punktgewinn. Einen großen Anteil daran hatte der Kieler Torhüter Michael Anderer, der mit mehreren starken Paraden seine Mannschaft im Spiel hielt.
Wik lädt ein, Bönebüttel nutzt die Chancen nicht
Die erste Halbzeit war aus Sicht der Gastgeber vor allem von Problemen im eigenen Ballbesitz geprägt. Wik agierte fahrig, traf häufig die falschen Entscheidungen und bot dem Aufsteiger dadurch immer wieder Räume.
„Bönebüttel hat definitiv zwei Punkte beim Wiker SV verschenkt“, lautete später das klare Fazit von SVB-Trainer Thorsten Syben. Seine Mannschaft habe die Partie „jederzeit im Griff“ gehabt und bereits vor der Pause ein Chancenplus besessen.
Röschmann sah die erste Hälfte ähnlich kritisch. „Wir waren im eigenen Ballbesitz teilweise sehr fahrig unterwegs“ und hätten den Gegner mit einer „ganz, ganz schlechten Entscheidungsfindung“ immer wieder zum Toreschießen eingeladen, erklärte der Wiker Coach.
Doch Bönebüttel-Husberg nahm diese Einladungen nicht an. Wik überstand die kritische Phase ohne Gegentor und ging mit einem torlosen Unentschieden in die Pause.
Röschmanns Elf geht überraschend in Führung
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gastgeber zunächst verbessert. Wik kam klarer aus der Kabine und wurde mutiger.

In der 61. Minute belohnte sich der WSV schließlich für die bessere Anfangsphase nach der Pause. Tobias Pankow setzte sich stark durch und brachte den Ball mit einer präzisen Flanke in den Strafraum. Dort war Nico Otto zur Stelle und erzielte sein 8. Saisontor in seinem 5. Einsatz für die Gelb-Schwarzen in dieser Saison zum 1:0.
Yannick Greier antwortet schnell
Die Freude über die Führung hielt allerdings nur wenige Minuten. Bönebüttel-Husberg zeigte sich vom Rückstand unbeeindruckt und erhöhte den Druck. Bereits in der 67. Minute fiel der Ausgleich. Yannick Greier traf zum 1:1 und brachte die Gäste zurück in die Partie.
Aus Sicht von Syben war der Treffer die logische Konsequenz der Überlegenheit seiner Mannschaft. „Wir haben die Köpfe weiter oben und schaffen dann dementsprechend den Ausgleich“, sagte der Trainer.
Wik bekam dagegen die zweiten Bälle immer weniger unter Kontrolle. „Bönebüttel war da deutlich aggressiver dabei und hat nachher in der Folge total richtig und korrekt auch das 1:1 gemacht“, räumte Röschmann ein.
Wik gerät doppelt in Unterzahl
In der Schlussphase verschärfte sich die Situation für die Gastgeber noch einmal erheblich. Oliver-Octavian Kapess sah in der 69. Minute die Gelb-Rote Karte. Wik musste die Partie fortan mit zehn Mann bestreiten.
In der 88. Minute folgte die nächste Hinausstellung: Jonathan Ketelsen sah die Rote Karte. Damit stand der WSV in den letzten Minuten nur noch zu neunt auf dem Platz. „Von daher war das ja wirklich ein brutal schweres Spiel für uns“, bilanzierte Röschmann. Seine Mannschaft habe nach dem Platzverweis kaum noch für Entlastung sorgen können.

Bönebüttel-Husberg drängte nun mit aller Macht auf den Sieg. Der Aufsteiger hätte nach Einschätzung von Sybens „locker zwei, drei Tore schießen müssen“, belohnte sich für seinen Aufwand aber nicht.
Anderer hält den Punkt fest
Immer wieder stand nun Wiker Schlussmann Michael Anderer im Mittelpunkt. Mit mehreren starken Paraden bewahrte er seine Mannschaft vor dem entscheidenden Gegentreffer.
Röschmann fand deshalb besondere Worte für seinen Torhüter: „Wir können uns da wirklich bei Michi Anderer, der ein herausragendes Spiel gemacht hat im Tor, bedanken, dass wir den Punkt mitnehmen.“
Auch die Gäste mussten anerkennen, dass Wik einen starken Rückhalt zwischen den Pfosten hatte. Trotz der klaren Überlegenheit in der Schlussphase gelang dem SVB kein weiterer Treffer. Und beinahe hätte der WSV trotz doppelter Unterzahl sogar noch den Lucky Punch gesetzt. Eine späte Chance ließ jedoch den möglichen Siegtreffer aus Sicht der Gastgeber liegen.
Syben ärgert sich über verpassten Dreier
Für Bönebüttel-Husberg blieb damit ein Punkt, der sich angesichts des Spielverlaufs wie eine Niederlage anfühlte. Zusätzlich bitter war für den Aufsteiger die Verletzung von Jaden Döbler. Der Mittelfeldspieler musste bereits in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ausgewechselt werden. Syben zeigte sich über die vorausgegangene Szene ausgesprochen verärgert und kritisierte die aus seiner Sicht zu milde Bewertung des Zweikampfs.
Trotz des verpassten Sieges bleibt die Bilanz für den Aufsteiger ordentlich. Mit 13 Punkten aus acht Spielen liegt Bönebüttel-Husberg weiter voll im Soll.
Wik nimmt den Punkt mit
Beim Wiker SV überwog dagegen die Erleichterung. Nach einer schwachen ersten Halbzeit, dem eigenen Führungstreffer, dem Ausgleich und schließlich der doppelten Unterzahl stand am Ende zumindest ein Zähler.
„Das ist dann für uns, muss man sagen, ein Punktgewinn“, stellte Röschmann fest. Vieles habe gegen seine Mannschaft gesprochen, doch Anderer und die kämpferische Leistung in der Schlussphase hielten den Punkt fest.
Stimmen zum Spiel
- Wiker SV: Michael Anderer – Yannik Terrey, Oliver-Octavian Kapess, Torben Blechenberg, Jonathan Ketelsen (76. Peter Haack), Matthis Bremer (78. Dominik Thomsen) – Cedric Grün (46. Alexander Theel),Tobias Pankow, Simon Kahnwald, Andre Wittern (75. Yannik Herzig) – Nico Otto (86. Sahand Hamed),
- Trainer: Stefan Röschmann
- SV Bönebüttel-Husberg: Erik Kühl – Tobias Milz, Maxime Vollstedt, Fynn Rose, Louis Hartz – Jan Lipke – Bo Blöcker, Jaden Döbler (45. +2 Yannick Greier), Tom-Philip Omland, Hannes Schallert (76. Steffen Todt) – Lukas Bente (89. Yannik Gläske)
- Trainer: Thorsten Syben
- Schiedsrichter: Danny Opitz (Weiche Flensburg 08)
- Assistenten: Matthias Zänker, Oliver Zänker
- Zuschauer: 100
- Rote Karte: Ketelsen (88., Wik)
- Gelb-Rote: Karte: Kapess (69., Wik)
- Tore: 1:0 Nico Otto (61.), 1:1 Yannick Greier (67.)
Tabelle
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (→ 1.) | Probsteier SG 2012 | 8 | 7 | 0 | 1 | 31:13 | 18 | 21 |
| 2. (→ 2.) | Kieler MTV | 8 | 6 | 2 | 0 | 22:7 | 15 | 20 |
| 3. (→ 3.) | FC Kilia Kiel II (N) | 8 | 5 | 2 | 1 | 30:13 | 17 | 17 |
| 4. (↗ 5.) | SVE Comet Kiel (A) | 8 | 5 | 0 | 3 | 19:15 | 4 | 15 |
| 5. (↗ 7.) | SG Sarau/Bosau | 8 | 4 | 2 | 2 | 16:14 | 2 | 14 |
| 6. (→ 6.) | SV Bönebüttel-Husberg (N) | 8 | 4 | 1 | 3 | 14:20 | -6 | 13 |
| 7. (↘ 4.) | TS Einfeld (N) | 8 | 4 | 0 | 4 | 21:19 | 2 | 12 |
| 8. (↗ 9.) | SpVg Eidertal Molfsee II | 7 | 3 | 3 | 1 | 18:18 | 0 | 12 |
| 9. (↘ 8.) | Wiker SV | 7 | 3 | 2 | 2 | 14:12 | 2 | 11 |
| 10. (→ 10.) | TSV Plön | 8 | 2 | 2 | 4 | 18:18 | 0 | 8 |
| 11. (→ 11.) | TSV Altenholz | 7 | 2 | 0 | 5 | 12:15 | -3 | 6 |
| 12. (→ 12.) | TSV Flintbek | 7 | 2 | 0 | 5 | 16:22 | -6 | 6 |
| 13. (→ 13.) | Preetzer TSV | 7 | 1 | 2 | 4 | 11:16 | -5 | 5 |
| 14. (→ 14.) | Suchsdorfer SV | 6 | 1 | 2 | 3 | 8:15 | -7 | 5 |
| 15. (↗ 16.) | MTV Dänischenhagen | 7 | 1 | 1 | 5 | 9:25 | -16 | 4 |
| 16. (↘ 15.) | SG Dobersdorf/Probsteierhagen (N) | 8 | 0 | 1 | 7 | 12:29 | -17 | 1 |
