Starker Weiche-Keeper Ronny Seibt und Eigentor lassen VfB Lübeck beim 0:1 verzweifeln

von Ismail Yesilyurt

Yusuf Wardak (VfB Lübeck) gegen Dominic Hartmann (Weiche Flensburg). © 2026 Olaf Wegerich


Der VfB Lübeck hat das letzte Heimspiel der Regionalliga-Saison 2025/26 auf bittere Weise verloren. Im traditionsreichen Schleswig-Holstein-Duell mussten sich die Grün-Weißen dem SC Weiche Flensburg 08 mit 0:1 geschlagen geben. Vor 3.078 Zuschauern auf der heimischen Lohmühle zeigten die Gastgeber über weite Strecken eine spielbestimmende und engagierte Leistung, verzweifelten jedoch an der eigenen Chancenverwertung und am überragenden Flensburger Schlussmann. Ein unglückliches Eigentor entschied letztlich eine Partie, die im Zeichen emotionaler Abschiede stand.

Früher Druck und ein unglücklicher Rückstand

Bei zunächst regnerischen Bedingungen, die pünktlich zum Anpfiff von Sonnenschein abgelöst wurden, erwischte der VfB den deutlich besseren Start. Die Mannschaft von der Lohmühle setzte die Gäste früh unter Druck, erzwang Fehler im Flensburger Strafraum und prüfte Keeper Ronny Seibt durch Mika Lehnfeld bereits in der 8. Minute.

Fabian Istefo (VfB Lübeck) gegen Raul Celotto (Weiche Flensburg). © 2026 Olaf Wegerich
Fabian Istefo (VfB Lübeck) gegen Raul Celotto (Weiche Flensburg). © 2026 Olaf Wegerich

Nach einer Viertelstunde verfehlte Lehnfeld das Gehäuse erneut nur knapp, und auch ein sehenswerter Distanzschuss von Dardan Karimani aus rund 20 Metern wurde von Seibt stark aus dem Winkel gelenkt (24.).

Mitten in diese Drangphase hinein folgte der Schock für die Lübecker: In der 18. Minute landete ein Klärungsversuch von Arber Mrijaj unglücklich im eigenen Netz – das bittere 0:1 aus Sicht des VfB. Die Grün-Weißen steckten jedoch nicht auf. Yusuf Wardak und Lehnfeld verpassten eine scharfe Hereingabe nur um Haaresbreite (27.), während Karimani per Freistoß erneut an Seibt scheiterte (40.). Kurz vor dem Seitenwechsel folgte der nächste Rückschlag, als Julian Albrecht bei seinem letzten Auftritt auf der Lohmühle verletzungsbedingt ausgewechselt und durch Rohin Shivani ersetzt werden musste (39.).

Dominic Hartmann (Weiche Flensburg) wirft sich den Schuss von Julian Albrecht (VfB Lübeck). © 2026 Olaf Wegerich
Dominic Hartmann (Weiche Flensburg) wirft sich den Schuss von Julian Albrecht (VfB Lübeck). © 2026 Olaf Wegerich

Ronny Seibt Endstation für Yussef Wardek

Auch im zweiten Durchgang blieb der VfB Lübeck das aktivere Team, kombinierte gefällig und drängte lautstark auf den Ausgleich. In der 61. Minute zwang Yusuf Wardak den Flensburger Schlussmann mit einem präzisen Freistoß aus 17 Metern zu einer weiteren Glanzparade. Nur wenig später bot sich den Hausherren die Riesenchance zum Ausgleich: Nach einem Foul an Rohin Shivani im Strafraum zeigte Schiedsrichter Jannek Hansen folgerichtig auf den Punkt (64.). Wardak übernahm die Verantwortung, doch sein flacher Schuss wurde zur Beute des unüberwindbaren Ronny Seibt, der die Führung für Flensburg festhielt.

Theo Behramann (Weiche Flensburg) und Fabian Istefo (VfB Lübeck) im Kopfballduell. © 2026 Olaf Wegerich
Theo Behramann (Weiche Flensburg) und Fabian Istefo (VfB Lübeck) im Kopfballduell. © 2026 Olaf Wegerich

In der Schlussphase entwickelte sich eine offene und vom Kampf geprägte Partie. Flensburg kam nun etwas besser in die Entlastung, während der VfB alles nach vorne warf. In der 83. Minute hatte der eingewechselte Ware Pakia das 1:1 auf dem Fuß, scheiterte aber ebenfalls aus kurzer Distanz an Seibt.

Emotionale Abschiede läuten die Sommerpause ein

Richtig emotional wurde es auf den Rängen noch einmal in der 78. Minute, als Mika Lehnfeld unter stehenden Ovationen und ohrenbetäubendem Applaus ausgewechselt wurde. Nach elf Jahren im Verein absolvierte der Ur-Lübecker sein letztes Spiel im grün-weißen Trikot auf der Lohmühle.

Nach vier Minuten Nachspielzeit beendete das Schiedsrichtergespann die Partie. Trotz klarer Feldvorteile stand der VfB am Ende mit leeren Händen da. Nach dem Abpfiff nutzten zahlreiche Akteure, die den Verein im Sommer verlassen werden, die Kulisse, um sich von den treuen Fans zu verabschieden und den personellen Übergang in die anstehende Sommerpause einzuleiten.

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