Cheftrainer Christian Ippig und der TSV Gremersdorf haben an ihrem abgelegenen Standort Probleme, Spieler zu rekrutieren. © 2025 Ismail Yesilyurt
Ein versöhnliches Ende einer schwierigen Spielzeit: Der bereits vorzeitig als Absteiger feststehende TSV Gremersdorf hat sich mit viel Moral aus der Liga verabschiedet. Am letzten Spieltag erkämpfte sich die Mannschaft von Trainer Christian Ippig ein 2:2 (0:0)-Unentschieden gegen den Tabellenzwölften MTV Dänischenhagen. In einer dramatischen Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse, als die Gäste aus Dänischenhagen den Sieg schon in den Händen hielten, ehe Gremersdorf mit dem Schlusspfiff zurückschlug.
Zähe erste Hälfte im „lauen Sommerkick“
In den ersten 45 Minuten bekamen die Zuschauer in Gremersdorf eine zähe Angelegenheit geboten. Die Gäste aus Dänischenhagen kontrollierten das Spielgeschehen über weite Strecken und verbuchten gefühlt 60 bis 70 Prozent Ballbesitz. Die Gremersdorfer Hintermannschaft stand jedoch extrem tief und kompakt, sodass Dänischenhagen aus der optischen Überlegenheit keinerlei Kapital schlagen konnte. Die einzige nennenswerte Annäherung der Gäste war eine Halbchance nach einem Freistoß, der über das Gehäuse geköpft wurde.
Die Trainer beider Lager waren sich in der Analyse des ersten Durchgangs einig. Aufseiten der Gäste sprach man von einem klassischen „lauen Sommerkick“, bei dem die Versuche in die Tiefe weitgehend verpufften. Gremersdorfs Coach Christian Ippig lobte dagegen die taktische Disziplin seiner Elf:
„Die Jungs haben defensiv erste Halbzeit sehr gut gestanden, nichts zugelassen.“
Grämersdorfer Führung weckt die Lebensgeister
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst kaum, bis die Hausherren die Partie aus dem Nichts auf den Kopf stellten. Gremersdorf ging mit 1:0 in Führung und wirkte wie wachgeküsst. In der Folgezeit öffneten sich Räume für Konter, welche die Ippig-Elf deutlich besser ausspielte und sich eine Reihe hochkarätiger Tormöglichkeiten erarbeitete.

Mitten in dieser Drangphase gelang Dänischenhagen jedoch der Ausgleich zum 1:1. Doch Gremersdorf steckte nicht auf und erarbeitete sich zwei absolute Hundertprozentige. Frei vor dem Tor scheiterten die TSV-Angreifer jedoch am glänzend reagierenden Finn Joachim, der zur zweiten Halbzeit im Tor der Dänischenhagener eingewechselt worden war und den Rückstand verhinderte.
Dramatik pur in der Nachspielzeit
Als die reguläre Spielzeit bereits abgelaufen war, deutete alles auf eine Punkteteilung hin. In der 92. Minute schlug Dänischenhagen jedoch erneut eiskalt und scheinbar aus dem Nichts zum 2:1 zu. Die Messe schien gelesen, doch Gremersdorf bewies enormen Kampfgeist. Ein letzter langer Ball flog in den Strafraum der Gäste, wurde dort nicht konsequent verteidigt und schlug in der 93. Minute zum späten 2:2-Ausgleichstreffer für den TSV ein.
Während man aufseiten der Gäste mit dem späten Punktverlust haderte – da man ein Tor in der Nachspielzeit eigentlich „gerne mit nach Hause nehmen möchte“ – überwog bei Christian Ippig der Stolz über das gelungene Finish:
„Ja, ein versöhnlicher Saisonabschluss. Die Jungs haben noch mal alles rausgehauen. Verdientes zwei zu zwei. Der Rückstand einundneunzigste, unser Ausgleich dreiundneunzigste. Von daher alles okay. Zweite Halbzeit ein bisschen offener gewesen, aber nach vorne auch was getan, sodass insgesamt das Unentschieden okay ist. Wir schließen die Saison versöhnlich ab. Die Jungs haben sich nicht hängen lassen trotz des schon früh feststehenden Abstiegs.“
Personeller Umbruch vor der neuen Saison
Trotz des positiven Impulses steht dem TSV Gremersdorf ein heißer Sommer bevor. Der Trainer möchte den Schwung aus der Partie zwar unbedingt in die neue Spielzeit mitnehmen, muss dabei jedoch den Abgang von drei wichtigen Akteuren kompensieren. Artem Winter zieht es zur SG Sarau-Bosau, Maurice Wagner schließt sich aufgrund seines Wohnortes Kiel dem TSV Altenholz an, und Bennett Baaß, der bereits die gesamte Rückrunde verpasst hatte, wechselt zum FC Riepsdorf.
Bezüglich potenzieller Verstärkungen gab sich Ippig realistisch, aber kämpferisch:
„Neuzugänge haben wir noch nicht in Sicht. Ist schwierig heutzutage, Neuzugänge zu bekommen, aber es ist eben so. Dann müssen wir eben mit unserem Material oder Personal weitermachen.“
TSV Gremersdorf: Mandt – Wagner (81. Eichholz), Bormann, Zielinski (86. Liebrecht), Rüddiger, Winter (77. Reise), Kock, Ruske, Petersen, Severin – Jäkel (76. Klein).
Trainer: Christian Ippig.
MTV Dänischenhagen: Deblitz (46. Joachim), Voth (88. Petersen), Ladewig (61. Kastner), Ceynowa, Buck, Ross (70. Petersen), Albers, Schomburg, Schulz, Rosenbaum, Pannek (61. Wendt).
Trainer: Henning Bolz.
Schiedsrichter: Claudius Böhnke (SV Eichede).
Assistenten: Timo Szelag, Blend Ahmad.
Zuschauer: 67
Tore: 1:0 Lennart Petersen (53.), 1:1 Tom Pannek (61.), 1:2 Björn Kastner (90.+2), 2:2 Maximilian Bormann (90.+3)
