Cheftrainer Dennis Guscinas hat aus dem Kellerkind anfang 2026 Suchsdorfer SV ein Team für das obere Drittel geformt. © 2026 Ismail Yesilyurt
Der Heikendorfer SV hat sein großes Saisonziel erreicht! Am letzten Spieltag der Verbandsliga Ost sicherte sich die Mannschaft von Cheftrainer Mark Hungerecker durch einen hart umkämpften 2:1 (2:1)-Auswärtssieg beim extrem formstarken Suchsdorfer SV den zweiten Tabellenplatz. Damit qualifizierte sich der HSV offiziell für die Aufstiegsrelegation zur Landesliga. Dort bietet sich dem Vizemeister nun die große Gelegenheit, nach dreijähriger Abstinenz wieder in die Landesliga zurückzukehren.
Doch vor dem Feiern stand für die Heikendorfer in Kiel ein echtes Stück Arbeit an. Die Ausgangslage vor dem Anpfiff war unmissverständlich: Ein einziger Punkt fehlte dem HSV noch zur endgültigen Absicherung des Relegationsplatzes.
Suchsdorfer Blitzstart bringt Heikendorf virtuell ins Hintertreffen
Wie schwer die Aufgabe beim Tabellensechsten aus Suchsdorf werden würde, war den Heikendorfern im Vorfeld bewusst. Die Hausherren hatten zuletzt mit einer beeindruckenden Serie von neun Siegen in Folge aufhorchen lassen und strotzten vor Selbstvertrauen. Zudem präsentierten sich die Heikendorfer in der ersten halben Stunde sichtlich nervös und fanden auf dem schwer bespielbaren Untergrund kaum Rhythmus.
Suchsdorf bestimmte die Anfangsphase, ließ eine hundertprozentige Großchance liegen und belohnte sich in der 28. Minute mit der folgerichtig Führung: Fabian Plew leitete den Angriff mit einem starken Eröffnungsball ein, Benedikt Klose schlug eine präzise Flanke in den Sechzehner, und Johan Frerichs vollstreckte zum 1:0.
Dieser Gegentreffer sorgte auf der Gegenseite für akuten Stress, denn in der virtuellen Tabelle rutschte Heikendorf in diesem Moment auf den dritten Platz ab. Der einzige verbliebene Konkurrent, die Probsteier SG, führte parallel bereits mit 2:0 gegen den TSV Flintbek und lauerte auf einen Heikendorfer Ausrutscher.
Suchsdorfs Trainer Dennis Guscinas trauerte den vergebenen Gelegenheiten aus dieser Phase nach:
„Wir haben die erste Halbzeit gerade in den ersten dreißig Minuten schon im Griff, auch wenn wir nicht viel den Ball haben. Haben viele Situationen auch noch nach dem 1:0 gehabt, wo wir eigentlich das 2:0 nachlegen müssen, aber wir treffen häufig nicht die richtige Entscheidung oder sind zu schludrig vorm Tor.“
Ein Strafstoß-Doppelschlag dreht die Partie noch vor der Pause
Die Wende im Spiel leitete der HSV schließlich noch vor dem Pausenpfiff ein – und das unter tatkräftiger Mithilfe zweier Elfmeterpfiffe durch Schiedsrichter Thore Oster. Binnen weniger Minuten drehten die Gäste das Spiel komplett auf den Kopf. Zunächst verwandelte Timo Martens in der 41. Minute den ersten Strafstoß zum 1:1-Ausgleich, ehe Dennis Lühr in der Schlussminute des ersten Durchgangs einen weiteren Elfmeter eiskalt zum 2:1-Pausenstand versenkte (45.).

Für Suchsdorfs Coach Guscinas war dieser Doppelschlag ein Wirkungstreffer aus dem Nichts:
„Heikendorf bekommt dann ein Stück weit aus dem Nichts einen Elfmeter zugesprochen. Kurze Zeit später dann noch einen zweiten. Dass man die beiden so gibt, ist total unglücklich für uns. Gerade der erste ist, glaube ich, ein Kann-Elfmeter, aber da lief sehr, sehr viel gegen uns.“
Heikendorfs Trainer Mark Hungerecker gestand die anfänglichen Probleme seiner Elf ein, lobte jedoch die Nehmerqualitäten:
„Wir hatten Schwierigkeiten, in den ersten dreißig Minuten wirklich reinzukommen. Wir waren noch nicht wirklich im Match angekommen. War vielleicht Nervosität oder keine Ahnung. Auf jeden Fall haben wir uns dann wieder zurückgekämpft durch einen Doppelschlag, jeweils durch Elfmeter gehen wir zwei eins in Führung.“
Souveräne Verwaltung im zweiten Durchgang
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der Heikendorfer SV wie ein echtes Spitzenteam. Der HSV kontrollierte das Geschehen weitgehend über Ballbesitzphasen und stand in der Defensive extrem sattelfest. Suchsdorf versuchte in der Schlussphase zwar noch einmal alles und löste die defensiven Ketten auf, konnte jedoch vor den 150 Zuschauern keine nennenswerte Gefahr mehr kreieren.
Am Ende verteidigte Heikendorf den knappen Vorsprung clever über die Zeit und beendete damit auch die Suchsdorfer Siegesserie. Neben dem sportlichen Ausgang bot die Partie für den Suchsdorfer SV dennoch einen würdigen Rahmen für einen emotionalen Abschied: Lars Lübbehusen beendete nach siebeneinhalb Jahren im Verein seine aktive Karriere und wurde in der 53. Minute unter Applaus ausgewechselt.
Der Fahrplan für die Aufstiegsrunde steht
Während Suchsdorf sich erhobenen Hauptes in die Sommerpause verabschiedet und mit Platz sechs in der Endabrechnung hochzufrieden ist, wartet auf den Heikendorfer SV nun die absolute Kür in der Aufstiegsrunde. Einziger Wermutstropfen für Hungerecker ist die ungewollte Terminierung:
„Können, glaube ich, jetzt mit Stolz auf die Tabelle blicken. Platz zwei, richtig gute Saison von uns. Und freuen uns auf die Aufstiegsspiele. Definitiv. Auch wenn ich persönlich das ein bisschen unglücklich finde, dass wir jetzt wieder zwei Wochen Pause haben. Verstehe ich nicht ganz, warum, wieso, weshalb. Wir sind bereit und werden da noch mal alles in die Waagschale werfen, um dann diese Saison mit dem Aufstieg in die Landesliga hoffentlich zu vergolden.“
Der straffe und hochinteressante Fahrplan für die Relegation zur Landesliga steht bereits fest:
- Sonntag, 31. Mai: Auswärtsspiel beim West-Vizemeister TSV Heiligenstedten.
- Dienstag, 2. Juni: Duell gegen Nord-Vertreter TSB Flensburg II auf neutralem Platz in Eckernförde.
- Samstag, 6. Juni: Wohlmöglich großes Finale im eigenen Sportpark gegen den Türkischen SV aus Lübeck.
Stimmen zum Spiel
Suchsdorfer SV: Berger – Mlinski (71. Jagdmann), Hackethal (46. Borchers), Jan Sellmer, Lübbehusen (53. Verner) – Reinke (63. Christiansen), Hoppenstock, Plew, Klose – Frerichs, Bredtmann (83. Stengel).
Trainer: Dennis Guscinas.
Heikendorfer SV: Müller – Markwardt (90. Klindt), Heinrich (30. Sossau), Rumohr, Linus Mordhorst – Botschatzke – Meenken, Tim Mordhorst, Martens, Kracht (74. Jack Palm) – Lühr (75. Kaya).
Trainer: Mark Hungerecker.
Schiedsrichter: Thore Oster (Lägerdorf).
Assistenten: Nico Strauch, Julian Wolff.
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Johan Frerichs (28.), 1:1 Timo Martens (41., FE), 1:2 Dennis Lühr (45., FE).
