Torben Franzenburg und sein neuer Trainer Andi Köller. © 2026 Foto SG Geest
Die SG Geest hat sich für die kommende Saison auf der Torhüterposition die Dienste von Torben Franzenburg gesichert. Der ambitionierte Verbandsligist, der in der West-Staffel die Saison auf dem 3. Platz beendete, hatte nach dem Abgang von Paul Maron, der künftig für die SG Wilstermarsch spielt, Handlungsbedarf und konnte mit dem 30-jährigen Franzenburg einen Torhüter für sich gewinnen, der die Erfahrung aus 14 Regionalligaspielen für den Heider SV sowie 110 Einsätzen in der Flens-Oberliga für den PSV Neumünster mitbringt. Zuletzt spielte der 1,94 Meter große Franzenburg beim Ligarivalen FC Burg.
Bei Youkick nimmt Torben Franzenburg noch einmal ausführlich dazu Stellung, wie es zum Wechsel innerhalb der Liga kam und welche Ziele er mit der SG Geest, aber auch persönlich, für die kommenden Jahre anpeilt.
YOUKICK: Wie kam es zu dem Wechsel zur SG Geest 05?
Torben Franzenburg: Mitte der Rückrunde wurde langsam absehbar, dass die personelle Situation beim FC Burg auch in der nächsten Saison sehr angespannt sein würde. Ich habe für mich entschieden, dass ich in dieser Konstellation dort nicht weiter Fußball spielen möchte und mir stattdessen eine neue sportliche Heimat suchen möchte. Aktiv auf die Suche habe ich mich aber gar nicht begeben, sondern einfach abgewartet, was sich ergibt, da ich mir auch vorstellen konnte, ins (Jugend-)Trainergeschäft einzusteigen.
Der Kontakt zur SG Geest 05 kam über den, auch erst relativ neuen, Trainer zustande. Wir haben uns zusammengesetzt und es war direkt eine Sympathie vorhanden. Außerdem kennen wir Spieler uns untereinander aus den Spielen gegeneinander und einige haben sich auch mit netten Nachrichten bei mir gemeldet, als sie erfahren haben, dass ein eventueller Wechsel im Raum steht.
Außerdem muss man ganz klar sagen, dass die SG Geest 05 im Kreis Westküste eine gute Adresse ist und in der vergangenen Saison immerhin den 3. Platz in der Verbandsliga West belegt hat.

YOUKICK: Was habt ihr euch mit der SG Geest für das kommende Jahr vorgenommen?
Torben Franzenburg: In meinem ersten Gespräch mit dem Trainer wurde schnell deutlich, dass der Ehrgeiz, den dritten Platz mindestens zu bestätigen, sehr groß ist.
Persönlich spielt man natürlich auch immer lieber um etwas als um die berühmte goldene Ananas. Ich habe aber ein gutes Gefühl, dass die Verantwortlichen, auch was den Kader betrifft, gute Arbeit leisten und wir eine schlagkräftige Mannschaft stellen werden.
YOUKICK: Du hast mit dem Heider SV in der Regionalliga und für den PSV Neumünster in der Oberliga gespielt. Könnte der höherklassige Fußball für dich in den nächsten Jahren vielleicht noch einmal zum Thema werden?
Torben Franzenburg: Ich glaube, im Fußball sollte man nichts kategorisch ausschließen. Es gibt ja bekanntlich kein schnelllebigeres Geschäft.
Ich hatte wirklich tolle Jahre in der Oberliga und auch das Regionalliga-Abenteuer in Heide hatte seine schönen Seiten. Aufgrund meines Referendariats an der Berufsschule war es letztes Jahr jedoch genau der richtige Zeitpunkt, etwas kürzerzutreten – beruflich hat sich das ausgezahlt, auch wenn es mir sportlich natürlich schwerfiel.
Jetzt gilt mein Fokus erst einmal meinem neuen Verein. Wer weiß, vielleicht steckt ja auch bei der SG Geest 05 Potenzial für mehr – dem Fußball in Dithmarschen würde das definitiv guttun.

YOUKICK: Wie bereitest du dich als Torhüter auf ein Spiel vor?
Torben Franzenburg: Mein Ablauf am Spieltag hat sich in den letzten Jahren kaum verändert. Ich versuche, vor dem Spiel möglichst keinen Termin mehr zu haben, sondern in Ruhe und ausgiebig zu frühstücken. Mein Ziel ist es, rechtzeitig am Platz zu sein, da ich leider jemand bin, der zum Umziehen etwas länger braucht. Es gefällt mir nicht, dort in Stress zu verfallen.
Das Aufwärmprogramm dauert 30 Minuten. Einige Übungen sind immer dabei, andere variiere ich je nach letztem Spielergebnis – da bin ich ein bisschen abergläubisch. Am Ende schaue ich mir, wenn ich die Gegner nicht so gut kenne, immer noch ein bis zwei Minuten die Schussübungen der Gegner an, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
YOUKICK: Gibt es Spiele, die in deiner Karriere bei dir bisher besonders haften geblieben sind und warum?
Torben Franzenburg: Bei inzwischen knapp 250 Spielen bleiben viele Erinnerungen sowie schöne und bittere Momente haften.
Besonders waren sicher das letzte Aufstiegsspiel mit dem Heider SV gegen den Bremer SV an einem Mittwochabend im Mai 2019, als wir als Underdog vor mehr als 3.000 Zuschauern in die Regionalliga aufgestiegen sind, sowie das SHFV-Pokalhalbfinale 2024 mit dem PSV Neumünster, das wir erst ganz bitter im Elfmeterschießen gegen den VfB Lübeck verloren haben.
Auf der etwas kleineren Ebene sind es aber auch die Kreispokalspiele zu Beginn einer Saison hier im Kreis, die für mich schon damals ein besonderes Flair hatten und auch jetzt wieder einen gewissen Charme versprühen, wie ich finde. Ein Mittwochabend, Sonnenuntergang, noch über 20 Grad und viele Zuschauer – das macht doch den Amateurfußball am Ende aus.
YOUKICK: Wie lange hast du bei der SG Geest zugesagt?
Torben Franzenburg: Um ehrlich zu sein, habe ich mit Andi darüber gar nicht genau gesprochen. Es ist aber auch gar nicht so wichtig. Hier hat niemand Verträge und solange es mir bei Geest gut gefällt, die Truppe Spaß macht und das Drumherum stimmt, brauche ich mir keine Gedanken darüber zu machen, ob ich nun ein, zwei oder vielleicht sogar fünf Jahre bleibe.
