Die Ligamannschaft 1924. © Holsatia Kiel
Die WM ist zu Ende und schon erscheint das nächste Buch aus der Reihe „Geschichte des Kieler Fußballs“. Autor und Herausgeber Wolfgang Reimers hat sich diesmal für die NDTSV Holsatia Kiel entschieden. „Es gibt wenige Kieler Fußballvereine, die eine solch komplizierte Gründungsgeschichte wie die Holsatia haben“, weiß der Autor nach dem Erscheinens des Bandes 15 aus der Reihe.
Die vielen Namen der Vorläufer
Bevor der Verein 1945 erstmals Holsatia hieß, kannte man die Neumühlen-Dietrichsdorfer vorher schon unter dem Namen „Wander- und Sparklub Glück Auf“, „SC Adler Kiel“ „Sportvereinigung Favorit“ und „Männer-Abteilung III (MA III)“.

Neuanfang nach dem Krieg
Bis zum Verbot 1933 spielte die Elf im Kieler Arbeitersport. Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich der Verein schnell wieder neu.
Der Weg zurück in den Spielbetrieb
Die Aufnahme des Spielbetriebes erfolgte 1948. MA III nannte sich auf Druck der Besatzungsmacht nun in „Freie Turnerschaft Holsatia von 1893“ um und startete in den Punktspielbetrieb. Mit großem Erfolg. Bereits im ersten Jahr schaffte die Elf den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Schon 1953 gelang der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse des Landes.

Prägende Gesichter der erfolgreichen Jahre
Spieler wie die beiden Goalgetter Lothar Henning oder Klaus-Peter Steen und Trainer wie Karl Stelting oder Gustav „Guschi“ Carstens waren in ganz Fußball-Kiel bekannt. 15 Jahre lang spielte Holsatia ohne Unterbrechung in der zweithöchsten Spielklasse des Landes.

Die Fusion von 1973
1973 erfolgte dann die Vereinigung der beiden Sportvereine von der Freien Turnerschaft Holsatia mit dem Neumühlen-Dietrichsdorfer Turnverein zur „Neumühlen-Dietrichsdorfer Turn- und Sportvereinigung Holsatia Kiel von 1887“, dem Namen, der heute noch gilt.
Der Höhenflug in die Landes- und Verbandsliga
Nach dieser Vereinigung setzte Holsatia zum Höhenflug an, holte in fünf Jahren drei Meisterschaften und schaffte 1975 unter Trainer Jürgen Petersen sogar den Sprung in Schleswig-Holsteins höchste Spielklasse. Spieler wie Peter Wiese, Harald Fink, Dirk Marx-Stölting oder Rolf Patschinski sind unverrückbar mit dieser erfolgreichsten Phase der Vereinsgeschichte verbunden.

Absturz und sportlicher Umbruch
Seit diesem Gastspiel in der damaligen Landes- und Verbandsliga spielte Holsatia nach einem beispiellosen Absturz in den 1980er Jahren mit drei Abstiegen in drei Jahren vor allem im Kreisfußball. Vier Aufstiege stehen in diesem Zeitraum auf der Erfolgsliste. Spieler wie Timo Swatlak oder Daniel Rückbrodt schafften es an die Spitze der Kieler Torjäger, Trainerpersönlichkeiten wie Thomas Frank, Marko Abend oder Daniel Lechte hinterließen auch am Jahnplatz ihre Erfolgsspuren.
Blick in die Zukunft am Strohredder
Rund um den Dietrichsdorfer Strohredder ist man dann auch heute davon überzeugt, dass das momentane Tal der Tränen in der untersten Spielklasse im Kieler Fußball schnell durchschritten wird. Holsatia stand immer für Gemeinschaftssinn, Leidenschaft für die eigenen Farben und sportliches Engagement. Das wird auch dieses Mal helfen…
Chronik auf mehr als 200 Seiten
Das alles hat Wolfgang Reimers mit vielen Bildern auf mehr als 200 Seiten zusammengefasst. Mehr über das Projekt ist unter www.fussball-in-kiel.de zu erfahren.
Weitere Bücher aus der Reihe
- ETSV Eintracht Kiel
- TuS Schwarz-Weiß Elmschenhagen
- SV Ellerbek und den SC Comet Kiel
- Heikendorfer SV
- TSV Flintbek
- Wiker SV
- SV Friedrichsort
- VfB UT Kiel
- TSV Melsdorf
- TuS Holtenau/FC Süd-Kiel
- VfR Laboe
