Kreispokal-Krimi: Klausdorf zittert im Elfmeterschießen gegen leidenschaftlichen SVE Comet

von Ismail Yesilyurt

Leidenschaft pur beim SVE – Keeper Michael Beck hat den Nachschuss von Leon Mordhorst (TSV Klausdorf) sicher in den Händen. © 2026 Jörg Moritz

Im packenden Viertelfinale des Kreispokals hat sich der Landesligist TSV Klausdorf erst im Elfmeterschießen gegen den wackeren Verbandsligisten SVE Comet Kiel durchgesetzt. Nach 90 torlosen Minuten hieß es am Ende 4:5 (0:0) n.E. aus Sicht der Gastgeber, die trotz massiver personeller Sorgen einen echten Pokalfight ablieferten, wie man sich es als Zuschauer wünscht, wenn ein klarer Favorit auf einen gastgebenden Underdog trifft. Während Klausdorf am Ende das glücklichere Händchen „im Nachsitzen“ bewies, sorgte die kurzfristige Termineinbettung bei den Gästen für mächtig Frust.

Comet Kiel trotzt Personalsorgen mit leidenschaftlicher Defensivarbeit

Die Vorzeichen für SVE Comet Kiel waren katastrophal. Trainer Nicklas Loose musste auf unglaubliche 18 Spieler verzichten, darunter mit Janneck Rassmanns, Lukas Losch und Niklas Schmidt gleich die ersten drei Kapitäne. Mit einem Mix aus erster und Ergänzung aus der zweiten Mannschaft hielten die Gastgeber dem Favoriten jedoch über die vollen 90 Minuten leidenschaftlich stand. Loose zeigte sich nach Abpfiff tief beeindruckt:

„Eine sensationelle Leistung der Jungs, trotz der sehr, sehr angespannten Personallage von 18 Ausfällen. Wir haben einen Riesen-Fight abgeliefert. Wir hatten tatsächlich, auch wenn wir tiefer standen, nicht nur verwaltet, sondern auch in beiden Halbzeiten klare Torchancen gehabt, wo wir dann auch uns für den Aufwand hätten belohnen können.“

In den letzten 20 Minuten war die SVE-Defensive viellbeinig und blockte eine Handvoll an Schüssen ab. © 2026 Jörg Moritz
In den letzten 20 Minuten war die SVE-Defensive viellbeinig und blockte eine Handvoll an Schüssen ab. © 2026 Jörg Moritz

Klausdorf tat sich gegen tief gestaffelte und aufopferungsvoll kämpfende Gastgeber extrem schwer. TSV-Coach Dennis Trociewicz analysierte den Spielverlauf und verteilte Lob an den Gegner:

„Vorher haben wir es halt 90 Minuten nicht geschafft gegen defensiv top eingestellte, gut organisierte Gastgeber vom SVE, die sich in alles reingeworfen haben, die richtig leidenschaftlich gekämpft haben, tolle Moral gezeigt haben, auch am Ende immer noch mit Mann und Maus verteidigt haben und sich so dann auch das Elfmeterschießen verdient hatten.“

Nach einer guten Phase der Gäste in der zweiten Hälfte ungefähr ab der 75. Minute, in der Klausdorf laut Trociewicz zu „ideenlos und vor dem Tor nicht gut genug“ agierte, musste die Entscheidung vom Punkt fallen. Dort behielten die Klausdorfer die Nerven und lösten letztlich glücklich die Pflichtaufgabe.

Während die Gastgeber in der ersten Halbzeit ihren Fokus vermehrt auf die Defensive ausrichteten, konnten die erste halb Stunde nach der Pause sogar ausgeglichen gestaltet werden. Ein Kopfball des für dieses Spiel reaktivierten Christoph Bolte (Trainer des SVE II) sorgte für Gefahr. Zwei gefährliche Schüsse von Marvin Braun hätten zu diesem Zeitpunkt die Führung bedeuten können. In der ersten Hälfte hatte Houari Messaoudi nach etwas mehr als einer Viertelstunde diese auch vor den Augen, schrammte aber Zentimeter an einem Querpass von rechts die Torraumlinie längs. Ebenso Leon Mordhorst, nachdem Keeper Michael Beck einen strammen Schuss abblockte.

Klausdorf-Trainer Trociewicz verärgert über Spielansetzung

Während die sportliche Hürde genommen ist, sorgte vor allem der Rahmenterminkalender für heftige Kritik beim Klausdorfer Trainer. Da die Partie auf einen Mittwochabend angesetzt wurde, stehen dem Team vor dem nächsten Auswärtsspiel in Hattstedt keine 48 Stunden Regenerationszeit zur Verfügung. Trociewicz fand deutliche Worte:

„Comet wollte nicht entgegenkommen, dass wir uns auf einen Dienstag zum Spiel treffen, bevor denen dann am Samstagabend eingefallen ist, dass sie vielleicht lieber gar nicht spielen wollen. Würde man keiner Profimannschaft zumuten, dass sie keine zwei Tage später irgendwo zum Pflichtspiel antreten müssen. Die dürfen einen Tag länger Pause haben, aber für uns als Hobbykicker scheint das ja alles kein Problem zu sein. Und dann setzt der eigene Kreisfußballverband dann einem noch ein Spiel an, sodass man dann eben sehen kann, wie man damit dann klarkommt.“

Trotz des Ärgers feierte der TSV Klausdorf den Halbfinaleinzug mit „Derbysieg, Derbysieg“, während die Vorstellung und Leistung des physisch starken SVE Comet Kiel viel Beifall erhielt.

Stimmen zum Spiel

Dennis Trociewicz (Trainer TSV Klausdorf)
Nicklas Loose (Trainer SVE Comet Kiel)
  • SVE Comet Kiel: Michael Beck – Felix Gesper (90. Fynn Räder), André Ramalho, Andre Kalbhenn, Jan-Niklas Jendzurek – Mattes Dencker (39. Timm Bischoff), Marcel Gaber, Marvin Petersen, Jan-Wilhelm Schwaberau (46. Christoph Bolte) – Marvin Braun (56. Mika Dencker), Houari Messaoudi
  • Trainer: Nicklas Loose
  • TSV Klausdorf: Johannes Marxen – Nils Adjamgba, Mohammed Mahmud, Jonathan Beeck (46. Paul Battermann), Daniel Grossmann – Lennart Bossen – Tim Hartlep (86. Momme Preuß), Leon Mordhorst, Linus Knöfel (63. Arda Ekti), Finn Schwee (58. Michael Duncan-Williams) – Phil Baumgarn (75. Driton Gashi)
  • Trainer: Dennis Trociewicz
  • Schiedsrichter: Konstantin Gurkasch
  • Assistenten: Jannes Martens, Jonas Rockstein
  • Zuschauer: 150
  • Elfmeterschießen (SVE beginnt): 1:0 Andre Kalbhenn, 1:1 Driton Gashi, 1:1 Mika Dencker (SVE) verschießt, Torwart Michael Beck hält gegen Leon Mordhorst (Klausdorf), 2:1 Timm Bischoff, 2:2 Paul Battermann, 3:2 Marcel Gaber, 3:3 Mohammed Mahmud, 4:3 Marvin Petersen, 4:4 Mome Preuß, 4:4 Houari Messaoudi (SVE) verschießt, 4:5 Lennart Bossen

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