Alle Sitzplätze belegt am Seeschwalbenweg in Friedrichskoog in der Partie David gegen Goliath. Weitere Fotos folgen.
Der Heider SV hat im Viertelfinale des Kreisfußballverbandes Westküste seine Pflicht erfüllt, musste beim Verbandsliga-Dritten TSV Friedrichskoog jedoch weitaus mehr zittern als erwartet. Vor 591 Zuschauern dominierten die Gäste das Geschehen über weite Strecken, taten sich gegen kompakt verteidigende Hausherren im ersten Durchgang aber extrem schwer. Am Ende setzte sich der Oberligist dank eines Traumtors von Anas Boukara und des entscheidenden Treffers von Torjäger Mika Kieselbach knapp mit 2:1 (0:0) durch.
Geduldspiel im ersten Durchgang: Heider Dominanz ohne Ertrag
Von Beginn an übernahm der Favorit das Kommando und verzeichnete rund 75 Prozent Ballbesitz. Der HSV drängte die Hausherren tief in deren Hälfte und erspielte sich durch Mika Kieselbach (6.) sowie Mathis Harms erste Möglichkeiten. Doch im letzten Drittel fehlte den Gästen die nötige Durchschlagskraft.
Friedrichskoog verteidigte in einem tiefen, kompakten Block äußerst diszipliniert. „Friedrichskoog hat in einem tiefen, kompakten Block sehr diszipliniert verteidigt und es uns gerade in den entscheidenden Räumen im letzten Drittel nicht leicht gemacht. Uns hat in einigen Situationen die Klarheit gefehlt, um unsere den Ballbesitz noch deutlicher in klare Torchancen und Tore umzuwandeln“, analysierte Leif Hahn den ersten Durchgang kritisch:
Zwar näherten sich die Heider durch Schüsse von Helge Kroeger und Hark Dreyer mehrfach an, doch zwingende Paraden musste Friedrichskoogs Schlussmann kaum zeigen. So ging es nach einer von Stückwerk geprägten ersten Hälfte leistungsgerecht mit einem torlosen Remis in die Kabinen.
Boukara bricht den Bann – Friedrichskoog schlägt zurück
Nach dem Seitenwechsel steigerte sich der Oberligist merklich und erhöhte das Tempo im Offensivspiel. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann deutlich mehr Möglichkeiten erspielt“, so Hahn. Der Lohn folgte in der 52. Minute: Anas Boukara zog aus rund 18 Metern von der rechten Seite ab und hämmerte das Leder sehenswert links oben zum 1:0 in den Winkel.
Doch die Gastgeber gaben sich nicht geschlagen und nutzten eine Standardsituation eiskalt aus. Nach einer Ecke in der 62. Minute schaltete Timo Brösen am schnellsten und setzte das Leder zum überraschenden 1:1-Ausgleich ins Netz. Die Partie war nun völlig offen, und der Außenseiter schnupperte an der Sensation.
Kieselbach sorgt für die Entscheidung
Der Heider SV blieb jedoch geduldig, spielte weiter nach vorn und belohnte sich in der 75. Minute. Nach einer Hereingabe stand Torjäger Mika Kieselbach goldrichtig und traf zum umjubelten 2:1-Siegtreffer für den Favoriten. In der Schlussphase drängten die Hausherren zwar noch auf den Ausgleich, doch die Heider gaben den knappen Vorsprung nicht mehr aus der Hand.
Leif Hahn zollte dem Gegner nach Abpfiff Respekt, zeigte sich aber erleichtert über den Einzug in die nächste Runde: „Am Ende ist der Sieg aus meiner Sicht auf jeden Fall verdient, wenngleich Ich Friedrichskoog definitiv ein Lob aussprechen möchte. Meine Jungs haben das Spiel dann auch so angenommen, sind geduldig geblieben und haben nach der Pause noch einmal einen klaren Schritt nach vorne gemacht.“
Der Verbandsligist um Trainer Sven Bielenberg hat mit einer großen Leidenschaft dem großen Favoriten eine famose Defensivleistung entgegen gesetzt. Und kann die gute Form in der Verbandsliga West fortführen, wo man aus fünf Spielen zehn Punkte holte. Für den Heider SV, der im Halbfinale in einem Monat beim TSV Lägerdorf zu Gast sein wird, ist dieser kleine Schritt sicherlich wichtig, um aus der aktuellen sportlichen Krise herauszuschwimmen. Schließlich hat der HSV schon eine sehr gute Mannschaft, die ihr Potenzial anzapfen müsste. Gelegenheit besteht am Sonntag in Flensburg, wenn die Dithmarscher in der Oberliga beim frech aufspielenden TSB antreten wird.
- TSV Friedrichskoog: Colin Little – Marc Schäfer (81. Erik Pien), Mathis Pien, Magnus Urthel, Janik Pien, Hendrik Diederich, Manuel Waller, Pascal Lucht (59. Thore Pien), Luca Peters (76. Mattis Sahm), Timo Brösen, Lasse Reichhart
- Trainer: Sven Bielenberg
- Heider SV: Mika Lorenz – Tarek von Böhlen, Luca Wichmann (48. Rafail Lampros), Helge Kroeger, Lennart Busch – Thede Reimers, Anas Boukara (72. Hendrik Fleige) – Hark Dreyer (59. Marvin Wolf), Mathis Harms (48. Fabian Arndt), Jonah Gieseler – Mika Kieselbach
- Trainer: Leif Hahn
- Heider SV: Christopher Thomsen – Tarek von Böhlen, Steffen Neelsen, Rafail Lampros, Lennart Busch – Azat Selcuk, Jonah Gieseler, Marvin Wolf (71. Marwan Abduljabar) – Mika Kieselbach, Hendrik Fleige (71. Anas Boukara)
- Schiedsrichter: Jannik Romahn (SV Hemmingstedt)
- Assistenten: Jan-Hinrich Veit, Maxim Bade
- Zuschauer: 591
- Tore: 0:1 Anas Boukara (52.), 1:1 Timo Brösen (62.), 1:2 Mika Kieselbach (75.)
