Joel Amadis 1:0 brachte den VfB Lübeck dem ersten Saisonsieg sehr nahe. © 2025 Olaf Wegerich.
Der VfB Lübeck hat am achten Spieltag der Regionalliga Nord einen sicher geglaubten Heimsieg noch aus der Hand gegeben. Vor 1.940 Zuschauern auf der Lohmühle mussten sich die Grün-Weißen gegen den Hannoverschen SC mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Joel Chinaemerem Amadi hatte den VfB in der 83. Minute in Führung gebracht, doch Jonas Röhrbein sorgte in der vierten Minute der Nachspielzeit noch für den bitteren Ausgleich.
Damit verpasste die Mannschaft von Trainer Kevin Rodewald erneut den Sprung zu drei Punkten. Bereits am vergangenen Sonntag hatte der VfB bei Eintracht Norderstedt 1:1 gespielt.
VfB mit mehr Druck, aber ohne Tor
Bei sonnigem und mildem Wetter entwickelte sich auf der Lohmühle zunächst eine ausgeglichene Begegnung. Hannover setzte nach sechs Minuten das erste offensive Zeichen, als HSC-Kapitän Marcel Langer zum Abschluss kam. Joel Chinaemerem Amadi warf sich jedoch entschlossen in den Schuss und verhinderte Schlimmeres.
Anschließend übernahm der VfB zunehmend die Initiative. Eine flache Hereingabe von Jonas Dittrich wurde zunächst geklärt, ehe Bjarne Pfundheller nachsetzte und den Ball zurückeroberte. Die anschließende Möglichkeit verpuffte allerdings.
Nach 17 Minuten durfte Marvin Thiel einen Freistoß aus aussichtsreicher Position ausführen. HSC-Torhüter Bastian Fielsch war aufmerksam und faustete den Ball aus der Gefahrenzone. Wenig später kam der VfB zu seiner ersten Ecke, ohne daraus Kapital schlagen zu können.
Distanzschuss von Istefo zählt nicht
Die Gastgeber blieben gefährlich. Jonas Dittrich setzte in der 20. Minute einen Distanzschuss knapp neben das Tor. Hannover antwortete mit einem weiteren Eckball, doch die Lübecker Defensive stand sicher. Nach einer halben Stunde schien der VfB schließlich in Führung zu gehen. Fabian Istefo traf mit einem Distanzschuss, doch der Treffer wurde wegen eines vorausgegangenen Handspiels nicht anerkannt.
Kurz darauf rückte erneut Fielsch in den Mittelpunkt. Nach einem Freistoß von Marvin Thiel musste der HSC-Schlussmann einen Kopfball parieren. Auch Selim Ajkic kam nach einer Hereingabe zum Abschluss, setzte den Ball jedoch neben das Tor.
Die Schlussphase der ersten Hälfte gehörte weiterhin den Lübeckern. Ein Kopfballtreffer von Ajkic nach einem weiteren Thiel-Freistoß wurde wegen einer Abseitsposition ebenfalls nicht anerkannt. Wenig später war Fielsch erneut bei einem Kopfball nach Thiels Hereingabe zur Stelle. Trotz der Lübecker Bemühungen ging es torlos in die Pause.
Hannover bleibt nach der Pause gefährlich
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung offen. Hannover kam zunächst zu einer Ecke, die der VfB konzentriert verteidigte. Die Grün-Weißen bemühten sich anschließend, wieder mehr Druck aufzubauen.
Kevin Rodewald reagierte und brachte nach 58 Minuten Tom Kankowski für Neuzugang Elario Ghassan. Ghassan war erstmals von Beginn an aufgelaufen, nachdem er bereits in Norderstedt als Einwechselspieler sein Debüt gefeiert hatte.
Doch auch Hannover suchte weiterhin seine Chancen. Paul Wegner schoss in der 59. Minute am Tor vorbei. Zwei Minuten später sah Marvin Thiel nach einem Foulspiel die Gelbe Karte. Die beste Lübecker Möglichkeit bis dahin ergab sich nach 67 Minuten. Colin Ulrich setzte Fabian Istefo in Szene, doch HSC-Torhüter Fielsch war einen Schritt schneller und nahm den Ball auf.
Rodewald bringt Appiah, VfB erhöht den Druck
Nach 71 Minuten nahm Rodewald seinen nächsten Wechsel vor und brachte Emmanuel Appiah für Colin Ulrich. Hannover reagierte ebenfalls und schickte unter anderem Jonas Röhrbein ins Spiel. Kurzzeitig geriet die Partie nach einem Kopfballduell zwischen Dardan Karimani und Yannik Pohlmann in den Hintergrund. Beide Spieler mussten behandelt werden, konnten anschließend aber weitermachen.
In der Schlussphase erhöhte der VfB noch einmal die Schlagzahl. Zwei Eckbälle sorgten für Gefahr, anschließend zwang Marvin Thiel HSC-Torhüter Fielsch mit einem strammen Schuss zu einer Parade. Die Lübecker drängten jetzt sichtbar auf den Führungstreffer.
Joel Amadi lässt die Lohmühle jubeln
In der 80. Minute brachte Rodewald mit Luis Coordes für Dardan Karimani seine letzte Offensivoption. Drei Minuten später war es schließlich so weit. Nach einem Angriff des VfB landete der Ball bei Joel Chinaemerem Amadi. Der Offensivspieler blieb ruhig und traf in der 83. Minute zum 1:0.
Die Lohmühle durfte auf den ersten Heimsieg jubeln. Doch die Partie war noch nicht entschieden. Hannover reagierte unmittelbar und warf in den letzten Minuten alles nach vorne. Der VfB wiederum suchte die Möglichkeit, den Sack endgültig zuzumachen.
Coordes vergibt die Entscheidung
In der 87. Minute bot sich Luis Coordes die große Chance zum 2:0. Der eingewechselte Angreifer erkannte, dass Fielsch weit vor seinem Tor stand, und versuchte den HSC-Schlussmann mit einem Heber zu überwinden. Der Ball flog jedoch über das Tor.
Es sollte sich als folgenschwere vergebene Gelegenheit erweisen. Der VfB verteidigte seine knappe Führung weiter, Hannover gab sich nicht geschlagen. In der 92. Minute parierte Fielsch noch einen Schuss von Emmanuel Appiah. Dann schlug der HSC in der Nachspielzeit zu.
Röhrbein trifft in der vierten Minute der Nachspielzeit
In der 94. Minute erzielte ausgerechnet der eingewechselte Jonas Röhrbein den Ausgleich. Der Offensivspieler war erst in der 71. Minute ins Spiel gekommen und sorgte mit seinem späten Treffer dafür, dass der VfB um den verdienten Lohn seiner Arbeit gebracht wurde.
Die Grün-Weißen hatten die Führung bis unmittelbar vor dem Abpfiff verteidigt, mussten dann aber doch noch das 1:1 hinnehmen.
Für zusätzliche Aufregung sorgte anschließend eine Szene am Lübecker Spielfeldrand. Torwarttrainer Lukas Oden sah nach dem Gegentreffer wegen einer offenbar zu lautstarken Beschwerde die Gelbe Karte. Nach dem Schlusspfiff zeigte Schiedsrichter Jannik Weinkauf Oden zudem noch die Gelb-Rote Karte.
Bereits am Mittwoch wartet Hannover 96 II
Viel Zeit zum Ärgern bleibt dem VfB Lübeck allerdings nicht. Bereits am Mittwoch, 16. September, steht das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. Um 18 Uhr gastieren die Grün-Weißen bei Hannover 96 II.
Am Samstag, 19. September, folgt anschließend das nächste Heimspiel. Um 14 Uhr empfängt der VfB den Bremer SV auf der Lohmühle.
- VfB Lübeck: Finn Böhmker – Bjarne Pfundheller, Selim Ajkic, Dardan Karimani (80. Luis Coordes), Marvin Thiel, Elario Ghassan (58. Tom Kankowski), Jonas Dittrich, Fabian Istefo, Colin Ulrich (71. Emmanuel Appiah), Maximilian Schütt, Joel Chinaemerem Amadi.
- Trainer: Kevin Rodewald.
- Hannoverscher SC: Bastian Fielsch – Lukas Schorler, Paul Wegner, Finn Hoffmann (71. Nick Bode), Denis Vukancic (71. Jonas Röhrbein), Marcel Langer, John Michael Hernandez Ferreras (80. Finn Straube), Amoro Diedhiou (62. Mehmet Özün), Yannik Pohlmann (83. Evren Serbes), Lukas Dominke, Lasse von Boetticher.
- Trainer: Timo Struckmeier.
- Schiedsrichter: Jannik Weinkauf
- Assistenten: Kilian Braun und Fabian Leddin
- Zuschauer: 1.940
- Gelb-Rote Karte: Lukas Oden (95., TW-Trainer VfB)
- Tore: 1:0 Joel Amadi (83.), 1:1 Jonas Röhrbein (94.).
