VfB Lübeck erkämpft Punkt in Norderstedt

von Ismail Yesilyurt

Bjarne Pfundheller gelingt der Treffer für den VfB Lübeck. © 2026 Olaf Wegerich

Der VfB Lübeck hat am siebten Spieltag der Regionalliga Nord einen Punkt beim FC Eintracht Norderstedt mitgenommen. Im Edmund-Plambeck-Stadion trennten sich beide Mannschaften am Sonntagnachmittag 1:1 (0:1). Bjarne Pfundheller brachte die Grün-Weißen kurz vor der Pause in Führung, Milad Lor sorgte nach dem Seitenwechsel für den Ausgleich. In einer intensiven Schlussphase hatten beide Teams noch Möglichkeiten auf den Sieg, letztlich blieb es vor 625 Zuschauern beim Remis.

Lübeck übernimmt früh die Initiative

Der VfB erwischte einen ordentlichen Start und kam bereits in der Anfangsphase zu ersten Möglichkeiten. Norderstedts Ezra Ampofo setzte seinen Abschluss nach einem Freistoß in der dritten Minute noch über das Tor. Auf der Gegenseite setzte sich Emmanuel Appiah wenig später an der Seitenlinie durch, ehe Manasse Fionouke für die Gastgeber klären konnte.

Nach einer ersten Norderstedter Ecke in der achten Minute blieb es zunächst ruhig. Die Lübecker wurden anschließend zunehmend gefährlicher. In der 14. Minute wurde ein Schuss von Ampofo zur Ecke abgefälscht, die VfB-Defensive konnte die Situation anschließend bereinigen.

In der 20. Minute war dann VfB-Kapitän Marvin Thiel nach einer Ecke von Appiah zur Stelle. Sein Schuss wurde noch abgefälscht, Norderstedts Torhüter Malte Brüning konnte jedoch parieren. Nur zwei Minuten später setzte Jonas Dittrich nach einer Ablage von Fabian Istefo den Ball über das Tor.

Pfundheller belohnt starke erste Halbzeit

Die Lübecker blieben am Drücker. Nach Vorarbeit von Thiel und Appiah kam Bjarne Pfundheller zum Abschluss, sein Versuch wurde jedoch geblockt. In der 28. Minute wurde es erneut brenzlig für Norderstedt: Erst wurde ein Schuss von Istefo abgeblockt, anschließend musste Brüning gegen Dardan Karimani parieren.

Nur zwei Minuten später war der Schlussmann erneut gefordert und wehrte einen Schuss von Pfundheller ab. Der VfB hatte zu diesem Zeitpunkt längst die Kontrolle über weite Strecken der Partie übernommen.

Kurz vor dem Pausenpfiff belohnte sich Lübeck schließlich für den engagierten Auftritt. Nach einem zunächst von Brüning geklärten Freistoß der Gastgeber schalteten beide Mannschaften schnell um. Der VfB setzte den eigenen Angriff fort und kam in der 45. Minute zum Führungstreffer.

Emmanuel Appiah legte für Pfundheller auf. Der Mittelfeldspieler fasste sich ein Herz und setzte den Ball platziert ins Tor. Dabei touchierte das Spielgerät noch die Latte, ehe es zum 1:0 für die Gäste einschlug. Wenig später ging es in die Kabinen. Der VfB führte aufgrund seiner starken ersten Halbzeit verdient.

Norderstedt antwortet nach der Pause

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv. Bereits in der 47. Minute hatte Lübeck die Chance, die Führung auszubauen. Thiel bediente Istefo, der wiederum Pfundheller in Szene setzte. Dessen Abschluss ging nur knapp am Tor vorbei.

Dann kippte das Spiel zunehmend. Norderstedt erhöhte den Druck und wurde deutlich offensiver. In der 52. Minute fiel schließlich der Ausgleich. Jonas Behounek, der kurz vor der Pause für den verletzten Josh Görtzen eingewechselt worden war, flankte in den Strafraum. Dort stand Milad Lor richtig und traf aus kurzer Distanz zum 1:1. Die Gastgeber hatten nun ihre stärkste Phase. Nur zwei Minuten später köpfte Lukas Krüger eine Ecke neben das Tor. Der VfB musste sich in dieser Phase zunehmend gegen den Druck der Norderstedter stemmen.

VfB übersteht Druckphase

Lübeck versuchte, wieder mehr Kontrolle über das Geschehen zu bekommen. Nach einem Freistoß von Fabian Istefo wurde Selim Ajkic im Strafraum gesucht, erreichte die Hereingabe jedoch nicht. In der 65. Minute reagierte VfB-Trainer Kevin Rodewald und nahm einen Doppelwechsel vor. Neuzugang Elario Ghassan feierte dabei sein Debüt im VfB-Trikot. Er kam ebenso ins Spiel wie Ware Pakia, der Emmanuel Appiah ersetzte.

Norderstedt wechselte ebenfalls und brachte Luca Palzer sowie Henrik Lauterbach. Kurz darauf musste VfB-Torhüter Finn Böhmker gegen einen Abschluss von Leon Pesch parieren. Besonders brenzlig wurde es wenig später, als Joel Chinaemerem Amadi einen Norderstedter Angriff auf der Linie klärte und damit eine mögliche Führung der Gastgeber verhinderte. In der 69. Minute jubelte Norderstedt erneut, doch der Treffer zählte nicht. Der Schiedsrichter entschied auf Abseits. Der VfB hatte damit eine weitere kritische Situation überstanden.

Ghassan setzt erste Akzente

Nach der Druckphase der Hausherren fanden die Lübecker wieder besser ins Spiel und kamen selbst zu Möglichkeiten. Nach einer Ablage von Debütant Ghassan setzte Jonas Dittrich seinen Schuss in der 74. Minute knapp neben das Tor. Wenig später versuchte sich Ghassan selbst, verfehlte den Kasten jedoch ebenfalls.

Auf der anderen Seite sorgte eine Szene im Lübecker Strafraum für Diskussionen. Lukas Krüger ging in der 76. Minute zu Boden, Schiedsrichter Rene-Alexander Rose entschied jedoch auf Weiterspielen.

Beide Teams suchen den Sieg

In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Beide Mannschaften wollten sich nicht mit dem Unentschieden zufriedengeben. Norderstedt wechselte Nick Gutmann und Fabian Grau ein, beim VfB kam in der 83. Minute Luis Coordes für Dardan Karimani.

Pfundheller, der mit seinem Treffer bereits zum Lübecker Torschützen avanciert war, zwang Brüning in der 84. Minute noch einmal zu einer Parade. Die Gastgeber verteidigten anschließend einen Freistoß von Thiel. Auch Norderstedt hatte noch eine gute Gelegenheit: In der 88. Minute wurde ein Abschluss von Krüger gerade noch geblockt.

Der VfB drängte in den letzten Minuten seinerseits auf den Sieg. Nach zwei Eckbällen kam Selim Ajkic zum Kopfball, setzte diesen aber über das Tor. In der dritten Minute der Nachspielzeit bot sich dann noch einmal die große Chance für die Gäste: Nach einem Freistoß von Thiel kam Coordes zum Abschluss, traf jedoch nur das Außennetz. Kurz darauf beendete Rose die Partie.

Punktgewinn mit Licht und Schatten

So blieb es beim 1:1. Der VfB Lübeck zeigte vor allem in der ersten Halbzeit einen überzeugenden Auftritt, ging verdient in Führung und hatte nach dem Seitenwechsel trotz des zwischenzeitlichen Drucks der Gastgeber selbst noch Möglichkeiten zum Sieg.

Unter dem Strich nehmen die Grün-Weißen einen Punkt aus Norderstedt mit zurück an die Lohmühle. Für die Lübecker geht es am kommenden Samstag weiter. Dann wartet mit dem Hannoverschen SC die nächste Aufgabe in der Regionalliga Nord. Anstoß ist am 12. September 2026 um 14 Uhr.

  • 1. FC Eintracht Norderstedt: Malte Brüning – Endrik Jaschan, Dane Kummerfeld, Lukas Krüger, Josh Görtzen (42. Jonas Behounek), Jorge Camacho De Valdoleiros (77. Nick Gutmann), Leon Pesch (69. Henrik Lauterbach), Erjanik Ghubasaryan, Komlan Fionouke (81. Fabian Grau), Ezra Ampofo (65. Luca Palzer), Milad Lor
  • Trainer: Özden Kocadal
  • VfB Lübeck: Finn Böhmker – Emmanuel Appiah (65. Ware Pakia), Bjarne Pfundheller, Selim Ajkic, Dardan Karimani (83. Luis Coordes), Marvin Thiel, Jonas Dittrich, Fabian Istefo (65. Elario Ghassan), Colin Ulrich, Maximilian Schütt, Joel Amadi
  • Trainer: Kevin Rodewald
  • Schiedsrichter: Rene-Alexander Rose (Bad Harzburg)
  • Assistenten: Leon Röpke, Miguel Karrasch
  • Zuschauer: 625
  • Tore: 0:1 Bjarne Michel Pfundheller (45.), 1:1 Milad Lor (52.)

Tabelle

Regionalliga Nord
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (↑ 2) SC Weiche Flensburg 7610 24:81619
2. (↑ 3) FSV Schöningen 7520 13:6717
3. (↓ 1) VfB Oldenburg 7511 22:81416
4. (↑ 7) 1.FC Phönix Lübeck 7421 14:41014
5. (↓ 4) Hannover 96 II 7421 13:7614
6. (↓ 5) SV Drochtersen/Assel 7403 18:11712
7. (↑ 11) SV Atlas Delmenhorst 7322 13:11211
8. (↓ 9) FC Eintracht Norderstedt 7232 14:1409
9. (↑ 12) BSV Kickers Emden 7232 18:21-39
10. (↓ 6) Eimsbütteler TV (N) 7304 15:24-99
11. (↓ 10) SV Todesfelde (N) 7223 16:20-48
12. (↓ 8) HSC Hannover (N) 7223 10:16-68
13. (↑ 16) Hamburger SV II 7214 11:15-47
14. (↓ 13) SV Werder Bremen II 7124 7:13-65
15. (↓ 14) Bremer SV 7124 6:12-65
16. (↓ 15) FC St. Pauli II 7115 12:18-64
17. (17) SSV Jeddeloh 7115 7:16-94
18. (18) VfB Lübeck 7034 6:15-93

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