Joelina Wendtorff leitet das Frauen-Finale im SHFV-LOTTO-Pokal

von Olaf Wegerich

Joelina Wendtorff bei einem Spiel des FC St.Pauli. © 2026 eddy.photogr


Am morgigen Samstag wird in Büdelsdorf das SHFV-LOTTO-Pokalfinale der Frauen ausgetragen. Dabei treffen im Endspiel der Regionalligameister Holstein Kiel und der Vizemeister SV Henstedt-Ulzburg aufeinander.

Geleitet wird die Partie im Büdelsdorfer Eiderstadion, die um 15.00 Uhr angepfiffen wird, von Joelina Wendtorff vom VfL Bad Schwartau. Ihr zur Seite stehen Filiz Gustke vom Barkelsbyer SV und Nicole Hartmaring-Jaacks vom TSV Dahme.

Youkick befragte die 23-jährige Joelina Wendtorff vor dem morgigen Endspiel, wie es dazu gekommen ist, dass sie Schiedsrichterin geworden ist, wie sie sich auf die jeweiligen Spiele vorbereitet und welche Erfahrungen sie dabei gemacht hat.

Wie ist es dazu gekommen, dass du Schiedsrichterin geworden bist?
Mein damaliger Verein war auf der Suche nach neuen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern. In diesem Zusammenhang wurde ich gefragt, ob ich Interesse hätte, einen Schiedsrichterlehrgang zu absolvieren. Ich habe die Ausbildung anschließend erfolgreich abgeschlossen und schnell Gefallen an der Schiedsrichterei gefunden. Mittlerweile bin ich seit vier Jahren als Schiedsrichterin aktiv.

Wie hast du davon erfahren, dass ihr das Pokalfinale der Frauen leiten dürft?
Die Nachricht erreichte mich ganz überraschend an Ostern. Ich war gerade zum Frühstück bei meinen Eltern, als ich einen Anruf von Mirka (Derlin, d. Red., Mitglied im Schiedsrichterausschuss beim SHFV) erhielt. Sie teilte mir mit, dass ich das Finale des SHFV-Pokals der Frauen leiten darf. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut.

Rechts Joelina Wendtorff zusammen mit Annalena Heidenreich und Oskar Kühle beim Spiel Eutin 08 gegen den Heider SV. © 2026 Volker Schlichting
Rechts Joelina Wendtorff zusammen mit Annalena Heidenreich und Oskar Kühle beim Spiel Eutin 08 gegen den Heider SV. © 2026 Volker Schlichting

Wie läuft für dich und deine zwei Assistentinnen die Vorbereitung auf so ein bedeutendes Spiel?
Die Vorbereitung beginnt bereits lange vor dem Spieltag. Ich trainiere nach einem festen Plan, der in der Regel aus einer Ausdauereinheit sowie drei bis vier Krafttrainingseinheiten pro Woche besteht. Am Spieltag reisen wir meist gemeinsam an. Vor Ort schauen wir uns zunächst den Platz an und besprechen wichtige organisatorische sowie spielbezogene Punkte. Anschließend wärmen wir uns gemeinsam auf, bevor wir uns auf die Partie konzentrieren.

Du pfeifst in der Frauen-Regionalliga und warst im Herrenbereich bis zur Verbandsliga aktiv. Welche Unterschiede nimmst du wahr?
In den vergangenen zwei Jahren habe ich Spiele in der Herren-Verbandsliga geleitet und war zudem in der Frauen-Regionalliga im Einsatz. Als Schiedsrichter-Assistentin bin ich seit zwei Jahren bis in die Herren-Oberliga aktiv.

Meine Erfahrung zeigt, dass man sich die Akzeptanz im Herrenbereich häufig etwas stärker erarbeiten muss als im Frauenbereich. Grundsätzlich gilt jedoch in beiden Bereichen, dass Respekt und Akzeptanz durch eine souveräne Spielleitung gewonnen werden. Bei der Kommunikation sehe ich weniger Unterschiede zwischen Spielerinnen und Spielern. Vielmehr hängen die Ansprache und der Umgang von den jeweiligen Charakteren auf dem Platz ab.

Gibt es besondere Erlebnisse oder Spiele, die dir aus deiner bisherigen Zeit als Schiedsrichterin besonders in Erinnerung geblieben sind?
Ein besonderes Erlebnis war für mich die Teilnahme an einem internationalen Turnier in Düsseldorf gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Lübeck. Die Atmosphäre mit vielen Zuschauern und die internationale Besetzung der Teams machten das Turnier zu einer spannenden Herausforderung. Durch die unterschiedlichen Sprachen und die damit verbundenen Kommunikationssituationen konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln und mich als Schiedsrichterin weiterentwickeln. Besonders das intensive Coaching vor Ort hat mich sportlich und persönlich weitergebracht.

Joelina Wendtorff in der Flens-Oberliga im Einsatz. © 2026 Volker Schlichting.
Joelina Wendtorff in der Flens-Oberliga im Einsatz. © 2026 Volker Schlichting.

Was macht aus deiner Sicht eine gute Schiedsrichterin aus?
Eine gute Schiedsrichterin zeichnet sich für mich durch mehrere Faktoren aus:

  • Eine klare und respektvolle Kommunikation
  • Einen wertschätzenden Umgang mit dem Spiel sowie den Spielerinnen und Spielern
  • Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Schiedsrichterteam
  • Eine gute körperliche Fitness und eine gewissenhafte Vorbereitung auf die Spiele

Wie schaffst du es, mit der hohen Belastung durch mehrere Spiele an einem Wochenende umzugehen?
Eine gute Belastungssteuerung beginnt für mich bereits mit der Trainingsplanung unter der Woche. Durch gezielte Vorbereitung schaffe ich die körperlichen Voraussetzungen, um auch mehrere Spiele an einem Wochenende auf hohem Niveau leiten zu können

Ebenso wichtig ist die Regeneration zwischen den Einsätzen. Ich habe dafür feste Routinen entwickelt: Vor den Spielen aktiviere ich meinen Körper gezielt, während ich nach den Partien auf Regeneration, Dehnübungen und ausreichend Erholung achte. Dadurch kann ich die Belastung gut verarbeiten und konstant leistungsfähig bleiben.

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