Bitterer Beigeschmack nach 11:0 für Inter Türkspor im Kreispokal – Kabinenklau trübt Erfolg

von Ismail Yesilyurt

Anton Prinz (re., TuS Holtenau) im Zweikampf mit dem regionalligerfahrenen Christopher Kramer. © 2026 Ismail Yesilyurt


Mit einem sehr bitteren Nachgeschmack endete für den Landesligisten Inter Türkspor Kiel das 11:0 in der 2. Runde im Kreispokal beim TuS Holtenau. Unbekannte verschafften sich Zugang zur verschlossenen Umkleidekabine der Gäste. Neben Bargeld in Höhe von mehreren Hundert Euro wurden auch Autoschlüssel der Spieler entwendet. Die Diebe durchsuchten zudem die auf dem Parkplatz abgestellten Fahrzeuge und ließen weiteres Eigentum mitgehen. Die sportliche Leistung rückte angesichts dieser dreisten Tat nach dem Abpfiff in den Hintergrund.

Faruk Sönmez (Inter Türkspor Kiel) gewinnt das Laufduell gegen Marcel bestmann. © 206 Ismail Yesilyurt
Faruk Sönmez (Inter Türkspor Kiel) gewinnt das Laufduell gegen Marcel bestmann. © 206 Ismail Yesilyurt

Dabei hatte der C-Klassist aus Holtenau gezeigt, was man bei der Weltmeisterschaft in Kanada, USA und Mexiko deutlich gesehen hatte: Auch die Außenseiter können mit einer konzentrierten Defensive den Favoriten trotzen.

Holtenau mit leidenschaftlicher Defensivleistung

Dabei sah es zunächst so aus, dass Inter einen der zwei Vereine aus dem Kieler Stadtteil Holtenau überrennen würde. Melih Cerrah in der 4. und Badreddin Hamze in der 6. Minute legten schnell ein 2:0 vor. Doch der krasse Underdog zeigte sich unbeeindruckt. „Die Jungs haben gut geschoben mit zwei Viererketten, haben die Wege gut zugemacht und sich für ihre Verhältnisse gut dagegen gestemmt“, lobte Holtenau-Trainer Michael Knieriemen sein Team. Über zweidrittel der Spielzeit gelang es den Hausherren, die spielstarken Gäste weitestgehend vom eigenen Tor fernzuhalten.

Isaiah Mosby (Inter Türkspor Kiel) gegen Tjark Lewermann. © 206 Ismail Yesilyurt

Sportlehrer Knieriemen, dem aus einem großen (Studenten)Pool von 42 Spielern nur 15 zur Verfügung standen, durfte für die großartige Einstellung, mannschaftliche Geschlossenheit und intensive Leidenschaft seinen Schützlinge bis zur 65. Minute eine Eins plus verteilen.

Inter-Coach Onur Cokgez zeigte sich mit der Chancenverwertung in der ersten Hälfte unzufrieden: „Wir hatten Möglichkeiten, aber auch ein bisschen Pech im Fuß.“ Die Überlegenheit des Landesligisten setzte sich auch nach dem Seitenwechsel fort.

Christopher Kramer braucht nur 18 Minuten für 4 Tore

Der Widerstand des C-Klassisten erlahmte erst nach dem 0:3 durch Miraslan Baghirov (65.). Mit zunehmender Spieldauer forderten der hohe Aufwand und das intensive Anrennen der sechs Klassen höher angesiedelten Gäste ihren Tribut. Besonders die eingewechselten Inter-Offensivkräfte brachten neuen Schwung. Christopher Kramer krönte seine Leistung mit vier Treffern, auch Tahir Yilmaz traf doppelt. Onur Cokgez bilanzierte nach dem Schlusspfiff: „Die Spieler haben die Fehler der Gegner brutal genutzt. Für uns ist es ein Pflichtsieg, wir sind eine Runde weiter und fertig.“

Tahir Yilmaz (Inter Türkspor Kiel) bedrängt von Tjark Lewermann (TuS Holtenau). © 206 Ismail Yesilyurt
Tahir Yilmaz (Inter Türkspor Kiel) bedrängt von Tjark Lewermann (TuS Holtenau). © 206 Ismail Yesilyurt

Knieriemen blickt optimistisch in die Zukunft

Trotz der zweistelligen Niederlage zieht Michael Knieriemen ein positives Resümee. Er sieht in seinem Team, das aufgrund vieler Ausfälle mit „angezogener Handbremse“ agierte, deutliches Potenzial für höhere Aufgaben. „Wenn wir die Staffel von letztem Jahr gehabt hätten, wäre ganz klar der Aufstieg drin gewesen“, erklärte der Holtenau-Trainer. Mit dem vorhandenen Kader und dem Ehrgeiz der Mannschaft wolle man in der kommenden Saison in der Kreisklasse C ganz oben mitspielen – ungeachtet des Pokal-Ergebnisses gegen den übermächtigen Favoriten.

Fazit: Am Ende ein zu hoch ausgefallenes Ergebnis. Beim TuS Holtenau steckt ein gutes Spielerpotenzial, u. a. mit Anton Prinz und Bjarne Pannek, für höhere Aufgaben. Das will Cheftrainer Knieriemen mit seinem Team trotz der vielen unbekannten Mitstreiter in der Kreisklasse C in Angriff nehmen. Auch Oberliga-Absteiger Inter Türkspor Kiel strebt wieder nach Höherem.

Stimmen zum Spiel

Onur Cokgez (Trainer Inter Türkspor Kiel)
Michael Knieriemen (Trainer TuS Holtenau)
  • TuS Holtenau: Dennis Soltau – Yazn Al Salamat, Michel Währer, Tjark Lewermann, Felix Voß – Völmicke – Anton Prinz, Enzo Bellberg, Bjarne Pannek, Markus Riege – Vincent Grabowski,
  • Eingewechselt: Marcel Bestmann (46.), Kevin Speth (78.), Ron Wendrich (80.), Felix Herzog (90.)
  • Trainer: Michael Knieriemen
  • Inter Türkspor Kiel: Lukas Hoop – Sercan Yildirimer (46. Isaiah Mosby), Till Börner (46. Yusuf Sarioglu), Krenar Svirca, Arian Jasari – Mikail Özcan, Okan Erkocu – Ömer Sönmez, Justin Petersen (46. Miraslan Baghirov), Melih Cerrah (46. Christopher Kramer), Badreddin Hamze (46. Tahir Yilmaz).
  • Trainer: Onur Cokgez
  • Schiedsrichter: Nils-Torben Flick
  • Tore: 0:1 Melih Akif Cerrah (4.), 0:2 Badreddin Hamze (6.), 0:3 Miraslan Baghirov (65.), 0:4 Tahir Yilmaz (70.), 0:5 Christopher Kramer (72., Strafstoßtor), 0:6 Tahir Yilmaz (75.), 0:7 Christopher Kramer (77.), 0:8 Tahir Yilmaz (82.), 0:9 Isaiah Mosby (83.), 0:10 Christopher Kramer (89.), 0:11 Christopher Kramer (90.)

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