Bombe platzt nach dem ersten Relegationsspiel zur Oberliga zwischen VfB II und ESV

von Ismail Yesilyurt

Hat sich der VfB Lübeck II im Paragraphen-Dschungel verirrt? © 2024 Ismail Yesilyurt


Diese Meldung machte am Samstagabend schnell die Runde: Die Zweitvertretung des VfB Lübeck hat einen nicht spielberechtigten Spieler in der Begegnung gegen den Eckernförder SV eingesetzt. Der VfB hatte im Hinspiel der Oberliga-Relegation der Landesliga-Tabellenzweiten gegen den Eckernförder SV aus einem 0:2-Halbzeitstand mit einer starken Leistung nach der Pause ein 3:2 gemacht.

Ein folgenschwerer Fehler? Der Paragraph 17 und die U19-Regelung

Der Sieg könnte nun zur Makulatur werden. Mit Orgen Marashi setzten die Lübecker vermutlich einen der vielen U19-Spieler im U23-Team ein, bei dem der § 17 Einsatz von Junioren in Herrenmannschaften Punkt 10. greift.

Dieser besagt im genauen Wortlaut:

„Dieser Paragraph war mir nicht bekannt“

„Dieser Paragraph war mir nicht bekannt“, sagte VfB-Cheftrainer Oliver Stutzky in den Lübecker Nachrichten, die diesen Fall auch recherchiert hatte. „Das war nachher relativ schnell deutlich, als wir im Bus saßen. Ich glaube, es war Marashi. Der gehört eigentlich der U19, weil er das letzte Spiel für die U19 gespielt hat. Und das wäre alles kein Problem gewesen, wenn die U19 gegen Schleswig gespielt hätte“, erklärte Eckernfördes Trainer Maik Haberlag im Interview am Sonntagmorgen. Die folgenschwere Kettenreaktion der Spielabsage im Jugendbereich könnte mit negativen Folgen für die Hansekicker behaftet sein.

SHFV prüft den Vorfall – Urteil am grünen Tisch droht

Da aber der VfB Lübeck in der U19-Oberliga das Punktspiel am Samstag bei der SG Schleswig abgesagt hatte, dürfte wahrscheinlich eine Entscheidung in Richtung 0:5 am grünen Tisch getroffen werden. „Einen offiziellen Protest gibt es noch nicht“, antwortete der SHFV-Spielausschussvorsitzende Dennis Keske auf Nachfrage der LN. Der Fall wird nun vom SHFV überprüft und eine Entscheidung sollte in den kommenden Tagen erfolgen.

Glück im Unglück?

Sollte das Hinspiel tatsächlich mit 5:0 Toren für den Eckernförder SV gewertet werden, wäre der sportliche Vorteil des VfB Lübeck II vor dem Rückspiel am 6. Juni komplett futsch. Dennoch müssten die Grün-Weißen den Kopf nicht gänzlich in den Sand stecken, denn es blieben theoretisch weiterhin zwei Optionen für den Aufstieg.

Die erste Variante wäre sportlicher Natur und würde das „Wunder von Eckernförde“ voraussetzen – also im Rückspiel auswärts ein 0:5 aufzuholen. Die wesentlich realistischere Hoffnung liegt für den VfB jedoch darin, dem SV Todesfelde beide Daumen zu drücken. Sollte der SHFV-Meister SV Todesfelde, der sein erstes von drei Spielen mit 2:0 in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord gegen den Blumenthaler SV erfolgreich gestaltete, einen der zwei Aufstiegs-Plätze zum Sprung in die Regionalliga nutzen, würde ein zusätzlicher Platz im Schleswig-Holsteinischen Oberhaus frei werden. In diesem Szenario würden nämlich beide Vizemeister der Landesligen aufsteigen. VfB-Trainer Oliver Stutzky und seine Mannschaft könnten dann mit einem blauen Auge und einem Lächeln in die Sommerpause gehen.

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