2:7-Klatsche im Schiffsthal-Stadion: TSV Plön schießt den Zweiten Kieler MTV ab

von Ismail Yesilyurt

Mit seinen 3 Toren ist Jakob Tetzlaff (re.), hier vor Trainer Torsten Hahn, nun mit 8 Treffern bester Plöner Schütze. © 2026 Ismail Yesilyurt

Wahnsinn im Schiffsthal-Stadion: Der TSV Plön hat für eine der größten Überraschungen des 9. Spieltags gesorgt! Der Tabellenzweite Kieler MTV hat seine erste Saison-Niederlage kassiert – und die fällt mit einem heftigen 2:7 in Plön extrem überraschend und deutlich aus. Nach dem emotionalen und kräftezehrenden 4:2 im Topspiel gegen den Spitzenreiter Probsteier SG am vergangenen Spieltag schien beim KMTV viel Adrenalin verbraucht zu sein. Hauptsächlich war das Debakel jedoch personellen Sorgen und einer neu formierten Dreier-Abwehrkette geschuldet, die in Zusammenarbeit mit den anderen Mannschaftsteilen den temporeichen Kontern der Gastgeber auf dem heimischen Kunstrasen über die vollen 90 Minuten nicht gewachsen war.

Die Schlossstädter konnten damit die Talfahrt mit zuletzt drei Niederlagen gegen den SVE Comet Kiel (1:2), dem 1:5 gegen Kilia Kiel II und am letzten Spieltag 2:3 bei der SG Sarau/Bosau stoppen.

Plön nutzt Ballbesitz eiskalt aus – KMTV schlägt vor der Pause zurück

Die Hausherren waren von Trainer Torsten Hahn auf einen intensiven Nachmittag eingestellt: „Wir waren durch die aktuellen Ergebnisse vom KMTV, speziell das Spiel gegen die Probstei, vorgewarnt.“ Zwar verzeichneten die Gäste im gewohnten Offensivspiel viel Ballbesitz, blieben dabei jedoch zunächst ohne die nötige Durchschlagskraft.

Gelungener 9. Spieltag für den TSV Plön mit dem 7-2 gegen den Kieler MTV. © 2026 Ismail Yesilyurt
Gelungener 9. Spieltag für den TSV Plön mit dem 7-2 gegen den Kieler MTV. © 2026 Ismail Yesilyurt

Die effizienten Plöner nutzten ihre Umschaltmomente dagegen eiskalt aus: Jakob Tetzlaff brachte sein Team mit einem Doppelschlag in der 18. und 27. Minute mit 2:0 in Führung. Ab der 35. Minute drängte der KMTV dann vehement auf den Anschlusstreffer und erzwang kurz vor dem Pausenpfiff durch ein Eigentor von Nils Fischer (44.) das 2:1. Hahn räumte ein: „In dieser Phase vor der Halbzeit sind wir einfach zu passiv und lassen zu viel zu.“

Offener Schlagabtausch und plötzlicher Doppelschlag nach der Pause

Wer nach dem Seitenwechsel mit einer Aufholjagd der Gäste rechnete, sah sich getäuscht. Zwar kam der KMTV mit viel Elan aus der Kabine, doch Plön schlug mit zwei blitzschnellen, mustergültig ausgespielten Gegenstößen eiskalt zu. Nahne Schmäschke sorgte mit einem Doppelschlag für den vorentscheidenden K.o. zum 4:1.

Gibt es Gesprächsbedarf für das Trainerteam mit Paul Musiol und Co Lukas Timm (li.) mit der Mannschaft. Rechts Kapitän Louis Reinecke. © 2026 Ismail Yesilyurt
Gibt es Gesprächsbedarf für das Trainerteam Paul Musiol und Co Lukas Timm (li.) mit der Mannschaft in der Trainingswoche? Rechts Kapitän Louis Reinecke. © 2026 Ismail Yesilyurt

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Toren auf beiden Seiten – unter anderem traf Janne Rudolph zum zwischenzeitlichen 4:2 (71.), ehe Tetzlaff mit seinem dritten Treffer (77.), der eingewechselte Mika Simon Stegmaier (86.) und Tom Kohnke (89.) das Debakel für die Landeshauptstädter perfekt machten. „Am Ende fällt der Sieg dann das eine oder andere Tor zu hoch aus, bleibt aber klar verdient“, resümierte Hahn.

„Desaströse Leistung“: KMTV will den Blick schnell nach vorn richten

KMTV-Coach Paul Musiol fand nach de Schlusspfiff deutliche Worte: „Wir verlieren absolut zurecht 7:2. Nichtsdestotrotz war es eine desaströse Leistung unsererseits. Wir haben es dem Gegner einfach gemacht, uns auszukontern.“ Zudem betonte der Kieler Sportlehrer, dass in seiner Mannschaft über die 90 Minuten die Spieler nicht das normale Leistungsvermögen erreicht haben.

Stimme zum Spiel

Torsten Hahn (Trainer TSV Plön)
  • TSV Plön: Nils Fischer – Peter Hay (57. Mika Stegmaier), Hauke Wulf, Philipp Buchholz, Philipp Bott – Nahne Schmäschke (73. Philipp Grandt), Jakob Reimansteiner, Heiner Boeck (73. Luis Pallokat), Tom Kohnke – Jakob Tetzlaff (86. Tjark Nerger), Jonathan Kohnke
  • Trainer: Torsten Hahn
  • Kieler MTV: Bjarne Klenz – Felix Stender (46. Bennet Schmidt), Thore Woywod, Julius Bove (66. Piet Szillat) – Kolja Baeskow, Lasse Bensch – Claas Wolter, Yannick Boisen, Louis Reinicke, Jascha Krause – Philipp Faesel
  • Trainer: Paul Musiol
  • Schiedsrichter: Felix Barrot (Eutin 08)
  • Assistenten: Ann-Kristin Wildfang, Marc David Oeverdieck
  • Zuschauer: 30
  • Tore: 1:0 Jakob Tetzlaff (18.), 2:0 Jakob Tetzlaff (27.), 2:1 Nils Fischer (44., Eigentor), 3:1 Nahne Schmäschke (53.), 4:1 Nahne Schmäschke (54.), 4:2 Janne Noah Rudolph (71.), 5:2 Jakob Tetzlaff (77.), 6:2 Mika Simon Stegmaier (86.), 7:2 Tom Kohnke (89.)
Verbandsliga Ost
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) Probsteier SG 2012 9801 35:161924
2. (2) Kieler MTV 9621 24:141020
3. (↑ 4) SVE Comet Kiel (A) 9603 21:16518
4. (↓ 3) FC Kilia Kiel II (N) 9522 34:181617
5. (5) SG Sarau/Bosau 9522 20:16417
6. (↑ 8) SpVg Eidertal Molfsee II 8431 20:19115
7. (↑ 9) Wiker SV 8422 17:13414
8. (↓ 6) SV Bönebüttel-Husberg (N) 9414 15:22-713
9. (↓ 7) TS Einfeld (N) 9405 23:23012
10. (10) TSV Plön 9324 25:20511
11. (↑ 12) TSV Altenholz 8305 17:19-29
12. (↓ 11) Suchsdorfer SV 8224 14:20-68
13. (13) TSV Flintbek 9207 19:29-106
14. (14) Preetzer TSV 8125 12:18-65
15. (↑ 16) SG Dobersdorf/P’hagen (N) 9117 15:31-164
16. (↓ 15) MTV Dänischenhagen 8116 12:29-174

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