Der SVE war in der ersten Halbzeit einen Tick schneller – hier Mouaad El Mangoug (SVE Comet Kiel) vor Jens Henningsen (TSV Plön). 2026 Ismail Yesilyurt
Vor dem Anpfiff stand die Partie im Zeichen eines emotionalen Abschieds: Nach einer bewegenden Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Eckhard „Bossi“ Ristow – der dem Verein über sieben Jahrzehnte als treues Mitglied und früherer Libero verbunden war – rollte der Ball. Am Ende behielt der Landesligaabsteiger SVE Comet Kiel nach guten ersten und nicht guten zweiten 45 Minuten knapp mit 2:1 (1:0) gegen den TSV Plön die Oberhand. Während die Hausherren den Grundstein somit im ersten Durchgang legten, wurde es in der Schlussphase noch einmal richtig dramatisch.
Comet dominiert Durchgang eins – Schmidt bricht den Bann
Die Gastgeber übernahmen nach dem Anpfiff sofort das Kommando und drängten Plön tief in die eigene Hälfte. Die Gäste aus Plön, die ihr Team aufgrund personeller Ausfälle (auch beim SVE fehlten noch etliche Spieler) kräftig umbauen mussten, waren vor der Pause fast ausschließlich in der Defensive gebunden.
Comet-Trainer Nicklas Loose sah eine überlegene erste Halbzeit:„Erste Halbzeit viele Spielanteile gehabt, schaffen es uns viele Torchancen herauszuspielen, sind ja teilweise frei vorm Tor, wirklich dann auch ein großes Abschlusspech, wo wir mehrfach scheitern am Torhüter. Plön sehr tief verteidigt, über Konter gelauert, die wir weitestgehend gut im Keim erstickt haben. Können zur Halbzeit schon mit 2:0, 3:0, 4:0 eigentlich in die Pause gehen nach Torchancen.“
Tatsächlich hatten die Cometen bei einer Handvoll an Möglichkeiten einen Treffer erzielen können. So Marvin Petersen prüfte Gästekeeper Oke Nommensen per gefährlichem Freistoß (6.), Niklas Schmidt versuchte sich artistisch (13.) am Torraum und Marvin Braun hätte nach einem abgefälschten Freistoß mehr machen müssen (19.). Doch der defensiv viel beschäftigte TSV Plön hatte auch zweimal den Torschrei auf den Lippen: durch Tom Kohnke (22.) und einem Kopfball aus aussichtsreicher Position von Jakob Reimansteiner, bei dem Urgestein Bruno Brillert (Funktionsteam) fast aus den Latschen gefallen wäre.

In der 34. Minute war es dann aber so weit: Nach einem scharfen Ball von rechts schaltete Niklas Schmidt am Torraum reaktionsschnell und drückte das Leder zum verdienten 1:0 über die Linie.
Plöns Trainer Torsten Hahn räumte ein:
„Wir waren gezwungen, viele Umstellungen zur vorigen Woche vorzunehmen. Entsprechend taten wir uns in der ersten Halbzeit schwer, einen Spielfluss zu generieren. Comet war mit sehr viel Ballbesitz, wir fast ausschließlich in der Defensive gebunden, haben das aber gut gemacht und bis auf ein paar Fernschüsse nichts Gefährliches zugelassen.“
Plön kommt auf – Späte Tore
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Die Gäste nahmen personelle sowie taktische Umstellungen vor und kamen deutlich besser in die Partie. Zwar plagten die Plöner weiterhin Ungenauigkeiten im Spiel nach vorn, doch die Begegnung war nun völlig offen.
„In der Halbzeit haben wir einige Umstellungen vorgenommen und sahen dann in der zweiten Halbzeit auch ein deutlich anderes Bild. Wir mehr im Ballbesitz, aber trotzdem wieder wie in der ersten Halbzeit bei unseren Offensivaktionen zu unsauber und viele Sachen nicht zu Ende gespielt“, analysierte Torsten Hahn.
Als Plön in der Schlussphase alle Offensivkräfte nach vorn warf und auf den Ausgleich drängte, schlugen die Hausherren eiskalt im Konter zu: Der eingewechselte Houari Messaoudi vollendete in der 90. Minute einen mustergültigen Gegenstoß zum vielumjubelten 2:0.
Doch die Partie war damit noch lange nicht entschieden. In der Nachspielzeit schlug Plön postwendend zurück: Jonathan Kohnke traf nach einer Ecke in der 93. Minute zum 2:1-Anschlusstreffer. Plön bekam mit der allerletzten Aktion sogar noch einen gefährlichen Freistoß zugesprochen, doch Comet brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.
Nicklas Loose atmete nach Abpfiff tief durch:
„Nach der Pause finden wir allerdings nicht mehr die Zuordnung. Plön kommt viel, viel besser rein. Als Comet dann in der 90. Minute das 2:0 macht, dachten wir, das wäre der Lucky Punch. Sicher geglaubter Sieg dann vielleicht noch sogar aus den Händen hätten geben können, aber ich denke, alles in allem, grade aufgrund der ersten Halbzeit, verdiente drei Punkte.“
Am kommenden Spieltag reisen die Cometen, die die Plöner in der Tabelle nun überflügelt haben, nach Neumünster zum Aufsteiger TS Einfeld. Auf die jungen Plöner wartet mit dem Aufsteiger und Spitzenteam Kilia Kiel II ein noch jüngeres Team.
Stimmen zum Spiel
- SVE Comet Kiel: Tim Paasch – Felix Gesper, Andre Kalbhenn, Marcel Gaber, Jan-Niklas Jendzurek – Marvin Petersen – Marvin Braun (59. Andoni Izaguirre Pena), Timm Bischoff (88. Fynn Räder), Mouaad El Mangoug (75. Christoph Bolte), Niklas Schmidt (83. Habib Schubert) – Houari Messaoudi (90.+3 Mika Dencker)
- Trainer: Nicklas Loose
- TSV Plön: Oke Nommensen – Jonathan Kohnke, Christian Boeck (70. Heiner Boeck), Philipp Buchholz, Philipp Bott (71. Tjark Nerger) – Paul Elsner (81. Nick Kohls), Jakob Reimansteiner, Jens Henningsen, Tom Kohnke – Jakob Tetzlaff, Luis Pallokat,
- Trainer: Torsten Hahn
- Schiedsrichter: Sönke Rebehn (TuS Jevenstedt)
- Assistenten: Paul Ilgenstein, Justus Rabe
- Zuschauer: 73
- Tore: 1:0 Niklas Schmidt (34.), 2:0 Houari Messaoudi (90.), 2:1 Jonathan Kohnke (90.+3)
Tabelle
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (1) | Probsteier SG 2012 | 5 | 5 | 0 | 0 | 23:7 | 16 | 15 |
| 2. (↑ 4) | Kieler MTV | 6 | 4 | 2 | 0 | 17:5 | 12 | 14 |
| 3. (↓ 2) | TS Einfeld (N) | 6 | 4 | 0 | 2 | 16:9 | 7 | 12 |
| 4. (↓ 3) | FC Kilia Kiel II (N) | 5 | 3 | 2 | 0 | 18:8 | 10 | 11 |
| 5. (↑ 6) | SG Sarau/Bosau | 6 | 3 | 2 | 1 | 13:9 | 4 | 11 |
| 6. (↑ 9) | SVE Comet Kiel (A) | 6 | 3 | 0 | 3 | 12:10 | 2 | 9 |
| 7. (↑ 10) | SV Bönebüttel-Husberg (N) | 6 | 3 | 0 | 3 | 10:18 | -8 | 9 |
| 8. (↓ 5) | TSV Plön | 6 | 2 | 2 | 2 | 15:10 | 5 | 8 |
| 9. (↓ 7) | Wiker SV | 5 | 2 | 1 | 2 | 10:11 | -1 | 7 |
| 10. (↓ 8) | TSV Altenholz | 5 | 2 | 0 | 3 | 11:10 | 1 | 6 |
| 11. (↑ 13) | SpVg Eidertal Molfsee II | 5 | 1 | 3 | 1 | 11:15 | -4 | 6 |
| 12. (↓ 11) | Preetzer TSV | 5 | 1 | 2 | 2 | 8:8 | 0 | 5 |
| 13. (↓ 12) | Suchsdorfer SV | 6 | 1 | 2 | 3 | 8:15 | -7 | 5 |
| 14. (14) | TSV Flintbek | 5 | 1 | 0 | 4 | 9:17 | -8 | 3 |
| 15. (15) | SG Dobersdorf/P’hagen (N) | 5 | 0 | 1 | 4 | 8:19 | -11 | 1 |
| 16. (16) | MTV Dänischenhagen | 6 | 0 | 1 | 5 | 5:23 | -18 | 1 |
