Ove Witt (Kilia Kiel) gegen Ben Luca Nohns (PSV Neumünster). © 2026 Olaf Wegerich
Der PSV Neumünster ist auf dem Boden der Realität angekommen. Nach zwei ganz starken Auftritten im Kreispokal gegen den Lokalrivalen VfR Neumünster und beim Oldenburger SV mussten die Schwalestädter am 6. Spieltag der Flens-Oberliga im Heimspiel gegen Angstgegner FC Kilia Kiel eine ernüchternde 1:4 (0:2)-Niederlage hinnehmen. Damit bleiben die Gastgeber auch im dritten Heimspiel der Punktspielrunde ohne Sieg. Kilia hat sich nach dem Auswärtsdreier auf den 4. Platz vorgearbeitet.
Die Gastgeber mussten weiterhin auf die verletzten Jesper Tiedemann, Fyn Claasen sowie die Brüder Marvin und Calvin Ehlert verzichten.
Trepca mit der frühen Führung
Bei besten äußeren Bedingungen erwischten die Kilianer einen Blitzstart. Nach einem Eckball des PSV konterte Kilia blitzschnell über Marcel Freund, der mit einem guten Auge auf den besser postierten Drilon Trepca (4.) ablegte, welcher aus halblinker Position und gut zwölf Metern Torentfernung mit einem satten halbhohen Schuss den Führungstreffer erzielte.
Nach dem Schock des frühen Rückstands brauchten die Gastgeber einige Zeit, um sich neu zu sortieren. Immer wieder war Kilia den entscheidenden Schritt schneller, und die Mannschaft von Trainer Nicola Soranno verstand es, ohne groß gefordert zu werden, Ball und Gegner laufen zu lassen.

So dauerte es bis zur 22. Minute, ehe der PSV durch eine Direktabnahme von Youri von der Mehden nach einem langen Ball von Devin Ceyhan das erste Mal gefährlich vor das Tor der Gäste kam.
Deutlich entschlossener und zwingender in ihren Aktionen wirkten die Landeshauptstädter, als Berat Ayyildiz (25.) mit einem Distanzschuss aus gut zwanzig Metern Tilman Körtzinger auf die Probe stellte, der im Nachfassen klären konnte.
Nur drei Minuten später setzte Drilon Trepca den auf der rechten Seite enteilten Marc Schwabe (28.) gut in Szene, doch dessen etwas überhasteter Abschluss verfehlte das Tor nur knapp.
Barendt scheitert an Pachulski
Unmittelbar vor der Pause hatten die Gastgeber dann durch Timo Barendt (41.) mit einem raffinierten Schlenzer ins lange Eck aus gut sechzehn Metern noch die Riesengelegenheit auszugleichen, doch Tom Pachulski im Tor der Kilianer tauchte ab und konnte den Ball zur Seite abwehren.

Kortum-Treffer kurz vor der Pause
Wesentlich effektiver präsentierten sich die spielstarken Gäste, die kurz vor der Pause noch einmal eiskalt zuschlugen. Nach einer flachen Hereingabe von der rechten Seite durch Jannis Voß stand der Ex-Holsteiner Kevin Kortum (44.) am zweiten Pfosten völlig ungedeckt und erhöhte für Kilia auf 2:0.
Auch nach dem Seitenwechsel zeigte Kilia kaum Schwächen, hatte viel Ballkontrolle und lauerte geduldig auf Chancen, die sich immer wieder ergaben. So scheiterte der schnelle Marc Schwabe nach einem Konter an Tilman Körtzinger.
Nach einem abgewehrten Eckball und anschließender guter Schussposition durch Meiko Werner lag noch einmal der Anschlusstreffer kurzfristig in der Luft, aber die Kilianer konnten mit vereinten Kräften die brenzlige Situation klären.
Danach waren wieder die Gäste an der Reihe, und Serhat Yazgan setzte einen schönen Kopfball nach Hereingabe von Drilon Trepca nur knapp neben das Tor.
Jakubowski mit Köpfchen
Nach einem Eckball von Paul Meseberg von der rechten Seite stand Yannik Jakubowski (79.) am zweiten Pfosten völlig frei und köpfte zum 3:0 für die Gäste ein.

Mehanovic kann verkürzen
Nach einer schönen Einzelaktion gelang Din Mehanovic mit seinem linken Fuß aus gut 12 Metern mit einem halbhohen Schuss der 1:3-Ehrentreffer (86.).
Schwabe macht alles klar
Doch die zarten Hoffnungen der Gastgeber, dem Spiel noch einmal eine Wendung geben zu können, wurden durch den Treffer von Marc Schwabe (87.), der im Gegenzug zum 4:1 traf, schnell begraben.
Fazit
Kilia feiert gegen einen seiner Lieblingsgegner einen souverän herausgespielten 4:1-Erfolg und zeigt dabei endlich die Vollstreckerqualitäten, die in den letzten Wochen einige Punkte gekostet haben. Der PSV Neumünster hingegen muss erst einmal kleine Brötchen backen und hofft auf die baldige Rückkehr einiger Führungsspieler.

Stimmen zu Spiel
- PSV Neumünster: Körtzinger – Ramo (82. Marquardt), Fölster, Zinkondo, Zarpe – Assameur – Ceyhan (76. Rune Kulig), Barendt, Youri v.d. Mehden (66. Mehanovic), Werner (77. Kruse) – Nohns.
- Trainer: Dennis Buthmann und Nils Voss.
- FC Kilia Kiel: Pachulski – Jakubowski, Witt, Ayyildiz – Freund (76. Senger), Voss – Trepca (85. Ködörgü), Niebergall (63. Warncke), Meseberg – Kortum (57. Yazgan), Schwabe.
- Trainer: Nicola Sorrano.
- Schiedsrichter: Sebastian Vorbeck (FC Niendorf/Ostsee).
- Assistenten: Rafael Michelau und Felix Barrot.
- Zuschauer: 232 auf dem PSV-Sportplatz an der Stettiner Straße in Neumünster.
- Tore: 0:1 Drilon Trepca (4.), 0:2 Kevin Kortum (44.), 0:3 Yannik Jakubowski (79.), 1:3 Din Mehanovic (86.), 1:4 Marc Schwabe (87.).
Tabelle
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (↑ 3) | Holstein Kiel II | 6 | 4 | 1 | 1 | 19:7 | 12 | 13 |
| 2. (↓ 1) | VfR Neumünster | 5 | 4 | 1 | 0 | 15:5 | 10 | 13 |
| 3. (↓ 2) | SC Rapid Lübeck (N) | 6 | 4 | 0 | 2 | 11:10 | 1 | 12 |
| 4. (↑ 7) | FC Kilia Kiel | 6 | 3 | 2 | 1 | 14:9 | 5 | 11 |
| 5. (↓ 4) | TSB Flensburg (N) | 5 | 3 | 1 | 1 | 14:5 | 9 | 10 |
| 6. (↑ 9) | Oldenburger SV | 6 | 3 | 1 | 2 | 16:14 | 2 | 10 |
| 7. (↓ 5) | 1.FC Phönix Lübeck II | 6 | 3 | 1 | 2 | 15:14 | 1 | 10 |
| 8. (↓ 6) | TSV Nordmark Satrup | 6 | 3 | 0 | 3 | 11:13 | -2 | 9 |
| 9. (↓ 8) | PSV Neumünster | 6 | 2 | 2 | 2 | 11:13 | -2 | 8 |
| 10. (10) | Kaltenkirchener TS | 6 | 2 | 1 | 3 | 11:11 | 0 | 7 |
| 11. (↑ 12) | MTSV Hohenwestedt | 6 | 1 | 3 | 2 | 14:16 | -2 | 6 |
| 12. (↓ 11) | TuS Rotenhof | 6 | 1 | 3 | 2 | 11:15 | -4 | 6 |
| 13. (↑ 15) | SV Eichede | 6 | 1 | 2 | 3 | 7:8 | -1 | 5 |
| 14. (↓ 13) | Heider SV | 5 | 1 | 1 | 3 | 7:17 | -10 | 4 |
| 15. (↓ 14) | Eckernförder SV (N) | 5 | 1 | 0 | 4 | 9:14 | -5 | 3 |
| 16. (16) | VfB Lübeck II (N) | 6 | 0 | 1 | 5 | 6:20 | -14 | 1 |
