Mit dem 2-1 durch Salih Ramo war der Weg frei zum Erfolg für den PSV Neumünster. © 2026 Ismail Yesilyurt
Der Oldenburger SV hat in der Oberliga Schleswig-Holstein einen bitteren Nachmittag erlebt und sein Heimspiel gegen den PSV Neumünster klar mit 1:4 (1:1) verloren. Während die Gäste aus Neumünster nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang einen Auswärtsdreier bejubelten, haderten die Hausherren vor allem mit eklatanten Patzern in der Defensive und einer mangelhaften Chancenverwertung.
Starker Start des OSV – Ein Eigentor bringt Neumünster ins Spiel
Die Gastgeber erwischten auf dem engen und kleinen Kunstrasenplatz den deutlich besseren Start. Oldenburgs Trainer Florian Stahl zeigte sich mit der Anfangsphase dementsprechend zufrieden:
„Ich finde, wir sind super ins Spiel reingekommen. Haben die Kontrolle auch gerade in den ersten zwanzig Minuten gehabt, haben uns schon einzelne Chancen herausgespielt, viel über den Flügel durchgebrochen. Konnten dann aber die Eingaben nicht gezielt in die Box bringen.“
Trotz optischer Überlegenheit brachten sich die Hausherren dann jedoch selbst um den Lohn. Nach einer scheinbar harmlosen Flanke von Meiko Werner, der danach auf seiner linken Seite ordentlich Dampf machte, unterlief OSV-Torwart Mike Benecke ein folgenschweres Missgeschick, als er sich den Ball selbst eigentlich fast schon ins eigene Netz bugsierte.

„Und dann Missgeschick von unserem Torwart Mike Benecke. Ist eine einfache Flanke, die er sich dann selbst ins Tor wirft. Ja, sehr ärgerlich, weil damit haben wir PSV Neumünster stark und scharf gemacht. Holen sie damit ins Spiel rein“, ließ Stahl das 1:1 noch einmal Revue passieren
Oldenburg zeigte sich trotz stärker werdender Gäste davon unbeeindruckt und glich durch Patrick Schulz in der 36. Minute absolut verdient zum 1:1 aus, womit es auch in die Kabinen ging.
PSV übernimmt nach der Pause die Kontrolle
Nach dem Seitenwechsel kamen die Hausherren „dann noch zwei, drei Feinheiten angepasst“ druckvoll aus der Kabine und vergaben durch Marvin Müller (frei am Fünfmeterraum) sowie Luca Neumann hochkarätige Möglichkeiten zur Führung. Doch der PSV Neumünster strafte die Nachlässigkeiten gnadenlos ab.
Gäste-Trainer Dennis Buthmann analysierte den Wandel nach der Pause treffend:
„In der ersten Halbzeit, finde ich, haben wir ein bisschen Probleme sogar gehabt beim Zugriff. Ja, aber ich denke, spätestens mit der zweiten Halbzeit glaube ich, dass wir dann verdient gewinnen. Da haben wir es dann deutlich besser in Griff bekommen.“
Nach einer Standardsituation und einem unübersichtlichen Gewühl im Strafraum schlug Salih Ramo, Neuzugang vom Landesligisten SpVg Eidertal Molfsee, zu und brachte die Gäste mit seinem ersten Punktspieltor im PSV-Dress mit 2:1 in Front (65.). Nur eine Minute später nutzte Ben Luca Nohns (66.) den nächsten individuellen Abstimmungsfehler in der OSV-Defensive eiskalt aus und verpasste den Ostholsteinern die nächste Backpfeife zum 3:1.
Vorentscheidung und bittere Erkenntnisse beim OSV
Oldenburg war bemüht, das Spiel noch einmal spannend zu gestalten, drängte auf den Anschlusstreffer, lief dabei jedoch in die entscheidenden Konter. In der 83. Minute strickte Timo Barendt mit dem nächsten Standard den 4:1-Sieg zuende.

Entsprechend bedient war der ehemalige Regional- und Oberligakicker Florian Stahl nach Abpfiff:
„Am Ende war es ein unglaublich gebrauchter Tag vor dem Tor, ein unglaublich gebrauchter Tag hinten in den eigenen Reihen. Tut unglaublich weh für uns als Trainerteam, wenn man sieht, dass alle vier Tore, ich sag mal drei davon, vorzeitige Weihnachtsgeschenke waren und wir einfach vorne so viele Chancen haben, das Tor nicht machen.“
PSV-Coach Buthmann freute sich derweil über den gelungenen Coup bei der schweren OSV-Aufgabe im Osten von Schleswig-Holstein:
„Von daher sind wir super froh, dass wir da jetzt, paar Punkte gut machen konnten und bereiten uns dann jetzt auf den nächsten Gegner vor.“
Florian Stahl richtete den Blick aber auch schon voraus, wenn am kommenden Samstag die Tour zu einem der Überraschungsteams der Oberliga Schleswig-Holstein ansteht. „Wir werden das analysieren, wir werden darüber sprechen müssen und dann werden wir die Woche im Training hart arbeiten, um zu versuchen, am Wochenende gegen Rapid Lübeck das besser zu gestalten.“ Der PSV Neumünster trifft am gleichen Tag im Heimspiel auf den ambitionierten FC Kilia Kiel, mit dem man mit 8 Punkten gemeinsam auf der Schwelle nach oben oder unten steht.
Stimme zum Spiel
- Oldenburger SV: Mike Benecke – Heinrich Lunau, Robin Bünning, Rico Mielke, Patrick Schulz, Marvin Müller, Luca Neumann (86. Leon Wellendorf), Mika Wölk, Silas Bünning (73. Noah Enseleit), Marcell Sobotta (86. Tolas Shamzin), Daniel Junge
- Trainer: Florian Stahl
- PSV Neumünster: Jonte Reik Peters – Salih Ramo, Tobias Foelster, Grady Zinkondo, Tom Zarpe – Devin Ceyhan, Ayoub Assameur – Youri von der Mehden (85. Finn Luka Kruse), Timo Barendt, Meiko Werner (90. Din Mehanovic) – Ben Luca Nohns (72. Rune Linus Kulig)
- Trainer: Dennis Buthmann/Nils Voß
- Schiedsrichter: Hendrik Plambeck (VfL Vorwerk)
- Assistenten: Lukas Klingelhöfer, Lovis Nesemann
- Zuschauer: 200
- Tore: 0:1 Meiko Werner (22.), 1:1 Patrick Schulz (36.), 1:2 Salih Ramo (65.), 1:3 Ben Luca Nohns (66.), 1:4 Timo Barendt (83.)
