Magerkost im Ernst-Wagener-Stadion: Eichede und Flensburg trennen sich torlos

von Ismail Yesilyurt

Bei Abwehrspieler Cosmo Nitsch (TSB Flensburg) und Co stand die Null hinten. © 2026 Olaf Wegerich

Der SV Eichede wartet in der noch jungen Oberliga-Saison weiterhin auf den ersten Sieg. Im Heimspiel gegen den Aufsteiger TSB Flensburg reichte es vor 128 Zuschauern nur zu einem torlosen 0:0. In einer von Kampf und Ungenauigkeiten geprägten Partie fehlte beiden Teams die nötige Durchschlagskraft. Mit nun zwei Punkten aus fünf Spielen bleibt der Vierte der letzten Saison auf dem vorletzten Tabellenplatz sitzen. Der Neuling aus dem hohen Norden von Schleswig-Holstein dagegen darf sich über den zehnten Punkt freuen. Einen Punkt aus Eichede zu entführen ist beachtenswert, auch wenn Neutrainer Sascha Steinfeld die Stormarner ob der Fluktuation im Kader neu sortieren musste.

Fahriges Spiel ohne fußballerischen Glanz

Die Zuschauer im Ernst-Wagener-Stadion bekamen an diesem Nachmittag wenige Höhepunkte geboten. Nach drei Niederlagen in Folge war bei den Bravehearts, die zuletzt beim MTSV Hohenwestedt in der Schlussphase nach einer 3:1-Führung noch alle Punkte beim 3:4 abgaben, die Verunsicherung nicht unverkennbar.

Die Eicheder hatten TSB-Torjäger Benett Kwame, hier im Spiel beim PSV Neumünster, gut im Griff. © 2026 Olaf Wegerich
Die Eicheder hatten TSB-Torjäger Benett Kwame, hier im Spiel beim PSV Neumünster, gut im Griff. © 2026 Olaf Wegerich

Der TSB Flensburg, der zuletzt am 4. Spieltag höchst überraschend Kilia Kiel mit einem 0:1 nach Hause geschickt hatte, agierte wie schon in den letzten Spielen mannschaftlich sehr geschlossen und erreichte sein (Mindest)Ziel. Eine Punkteteilung, die Chefcoach Tore Wächter wie folgt einordnete:

„Also ich muss sagen, das war sicherlich fußballerisch kein Highlight für die Zuschauer. Ein sehr körperbetontes Spiel, ein sehr fahriges Spiel, geprägt von vielen, vielen Ungenauigkeiten auf beiden Seiten. Ja, ein sehr anstrengendes Spiel glaube ich für beide Mannschaften. Daher das 0:0 geht völlig in Ordnung.“

Halbchancen auf beiden Seiten – Defensive Reihen lassen nichts zu

Über weite Strecken plätscherte die Begegnung vor sich hin. Richtig gefährlich wurde es nicht. In der Nachspielzeit bekam Melf Siemund schoss aus zentraler Position die Möglichkeit auf das Golden Goal. „Ich glaube, beide Mannschaften verzeichnen am Ende nicht mehr als zwei, drei Torabschlüsse“, bilanzierte Wächter nüchtern.

Goalgetter Melf Siemund (TSB Flensburg) im Tanzmodus gegen Julian Zülsdorff (li., Eckernförder SV). © 2026 Jacqueline Röder
Melf Siemund (re., TSB Flensburg), hier im Spiel gegen den Eckernförder SV, verpasste in Eichede knapp die nächste große Überraschung. © 2026 Jacqueline Röder

Respekt von Tore Wächter

Während der SVE weiter im Tabellenkeller feststeckt, zeigte sich der TSB Flensburg, der nach seinem unglücklichen Abstieg 2025 ungeschlagen direkt wieder aufgestiegen war, zufrieden mit dem Punktgewinn. Wächter zollte dem kriselnden Gegner Respekt und zog sein Fazit:

„Auch so Spiele gibt es. Für uns ein schweres Spiel in Eichede: ein Punkt, den wir sicherlich gerne mitnehmen gegen eine wirklich sehr gute Mannschaft, die ihre Stärke sicherlich nicht in der Tabellensituation widerspiegelt. Und ich glaube, auch in den nächsten Wochen ganz woanders stehen wird. Sind wir froh, dass wir da bestanden haben. 0:0, ja nehmen den Punkt mit. Alles okay.“

Am kommenden gastieren die Stormarner am Samstag beim TuS Rotenhof, während Flensburg den Fokus auf das Duell gegen Heide richtet. „Und jetzt geht es dann mit Konzentration Richtung Heide, die in der nächsten Woche warten. Da wollen wir gucken, dass wir es besser machen als im Landespokal“, erinnert sich Wächter an das 1:6 im Achtelfinale in Dithmarschen vor fünf Wochen, als Mika Kieselbach mit einem Fünferpack die Flensburger abschoss.

Stimme zum Spiel

Tore Wächter (Trainer TSB Flensburg)
  • SV Eichede: Mats Lüdtke – Noah Fritzen (60. Mic Röpke), Vladyslav Shkuropatov, Peer-Maurice Ehlers, Ali Kurt – Justin Krüger, Norman Giebler – Tünay Bektas (74. Luca Joel Winterfeld), Daiki Sakai (90.+2 Malte Kentzler), Dren Feka (87. Marko Ljuljic), Tünay Bektas (74. Luca Joel Winterfeld) – Velson Fazlija (67. Alik Himmelspach),
  • Trainer: Sascha Steinfeldt
  • TSB Flensburg: Lukas Helmer – Patrick Thomsen, Alton Zymeraj, Tom Schäpler, Cosmo Nitsch (87. Melf Siemund), Elias Kurzbach (68. Jonatan González Miranda) – Jon Sören Jessen, Felix Stuewe, Noel Kurzbach – Benett Kwame (87. Maximilian Stephan), Kean Wojnarowski (72. Tobias Zuth)
  • Trainer: Tore Wächter
  • Schiedsrichter: Jannes Flaszynski
  • Assistenten: Maik Tams, Lea Sophie Wolter
  • Zuschauer: 128

Tabelle Oberliga SH – 5. Spieltag

Oberliga Schleswig-Holstein
Platz Mannschaft Sp G U V TorverhältnisTore Tordifferenz Pkt
1. (↑ 2) VfR NeumünsterVfR Neumünster 5410 15:51013
2. (↓ 1) SC Rapid LübeckSC Rapid Lb. 5401 11:5612
3. (↑ 5) Holstein Kiel II – U23Holstein Kiel II 5311 16:61010
4. (↓ 3) TSB FlensburgTSB Flensburg 5311 14:5910
5. (↓ 4) 1.FC Phönix Lübeck IIPhönix Lübeck II 5302 13:1219
6. (↑ 8) TSV Nordmark SatrupTSV Nordmark 5302 10:1009
7. (↓ 6) FC Kilia KielFC Kilia Kiel 5221 10:828
8. (↑ 10) PSV NeumünsterPSV Neumünster 5221 10:918
9. (↓ 7) Oldenburger SVOldenburger SV 5212 11:14-37
10. (↑ 12) Kaltenkirchener TSKaltenkirchener 5203 9:906
11. (↓ 9) TuS RotenhofTuS Rotenhof 5131 11:13-26
12. (↓ 11) MTSV HohenwestedtMTSV Hohenw. 5122 12:14-25
13. (↑ 14) Heider SVHeider SV 5113 7:17-104
14. (↓ 13) Eckernförder SVEckernförder SV 5104 9:14-53
15. (15) SV EichedeSV Eichede 5023 5:8-32
16. (16) VfB Lübeck II – U21VfB Lübeck II 5005 4:18-140

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