Der TuS Jevenstedt konnte wie zuletzt im Aufstiegsjahr nicht mit einer starken Rückrunde das Saisonziel geraderücken. © 2025 Olaf Wegerich
Das erhoffte „Wunder von der Jevenau“ ist ausgeblieben. Um den direkten Konkurrenten TSV Hattstedt im direkten Aufeinandertreffen in der der Landesliga Schleswig noch auf den letzten Drücker zu überholen und den bitteren Gang in die Verbandsliga abzuwenden, hätte der TuS Jevenstedt am letzten Spieltag einen Kantersieg mit mindestens sechs Toren Unterschied einfahren müssen. Am Ende stand jedoch eine herbe Enttäuschung: Die Gäste aus Nordfriesland behielten vor 120 Zuschauern klar die Oberhand und feierten einen deutlichen 5:1 (2:0)-Auswärtserfolg.
Während bei den Jevenstedtern nach dem Schlusspfiff die Abstiegstränen vorhanden waren, herrschte bei den Gästen Erleichterung. Die Hattstedter beenden die Saison zwar auf dem 13. Tabellenplatz, der den Relegationsplatz bedeutet. Da es jedoch keine Absteiger aus der Regionalliga Nord in die Oberliga Schleswig-Holstein geben wird, greift die gleitende Skala der Abstiegsregelung der Landesliga nicht. Nur im theoretischen Fall eines freiwilligen Rückzugs eines SHFV-Regionalligisten musse Hattstedt noch zittern – so aber ist der Klassenerhalt für den Aufsteiger sportlich unter Dach und Fach.
Drei „Eiertore“ ziehen Jevenstedt den Zahn
Dabei machten sich die Jevenstedter das Leben über weite Strecken selbst schwer und luden den Gegner förmlich zum Toreschießen ein. Die Partie begann taktisch durchaus anspruchsvoll, da die Gastgeber mit einlaufenden Außenstürmern Verwirrung in der Hattstedter Defensive stiften wollten. Doch mitten in die ersten Jevenstedter Ballbesitzphasen hinein schlugen die Nordfriesen eiskalt und kurios zu.

Hattstedts Trainer Sebastian Kiesbye, der aufgrund akuten Personalmangels als einziger Feldspieler auf der Auswechselbank saß, schilderte die richtungsgebenden Szenen nach dem Schlusspfiff wie folgt:
„Wir konnten plötzlich von der Mittellinie aus mit einem Schuss aufs Tor in Führung gehen. Tarek Yassine hatte gesehen, dass der Torhüter nicht ganz im Tor stand. Der Ball prallte einmal auf dem nassen Rasen auf, der Torhüter griff bisschen daneben und dann stand es 1:0. Ein Tor aus dem Nichts, perfekt für uns.“
Tarek Yassine Hattstedter Held
Nur wenige Minuten später verpasste Jevenstedt den schnellen Ausgleich, als erneut Yassine den Ball für seinen bereits geschlagenen Keeper von der Linie kratzte. Kurz vor dem Pausenpfiff der nächste Nackenschlag für den TuS: Ein direkt aufs Tor gezogener Eckball von Ruda Jaber rutschte in Kooperation mit dem unglücklich agierenden Jevenstedter Schlussmann Daniel Jeromin zum 0:2 in die Maschen (44.).

Direkt nach dem Seitenwechsel war das Spiel gelaufen, als ein abgefälschter Schuss von Dennis Jeßat zum 0:3 über die Linie trudelte (49.). „Wir sind eigentlich mit drei Eiertoren in Führung gegangen, wie wir sie diese Saison teilweise selber bekommen haben. Umso schöner, dass wir sie heute mal schießen konnten. Danach war die Messe gelesen“, bilanzierte Kiesbye ehrlich.
Coach Sebastian Kiesbye Stolz auf die Saisonleistung
In der Folge spielten die Nordfriesen befreit auf und nutzten die schwindende Gegenwehr der Hausherren. Erneut Dennis Jeßat schraubte das Ergebnis nach einer schönen Offensivkombination auf 0:4 (59.). In der 76. Minute belohnte sich Niklas Völker für ein starkes Solo: Er wurde im Strafraum gefoult und verwandelte den fälligen Elfmeter höchstpersönlich zum 0:5.
Der 14. Saisontreffer von Jevenstedts Torjäger Lucas Seefeldt kurz vor dem Abpfiff (89.) war nicht mehr als Ergebniskosmetik und konnte den Schmerz über den besiegelten Abstieg nicht lindern.
Hattstedts Trainer Kiesbye blickte indes voller Stolz auf das Erreichte zurück:
„Ich freue mich über das Ergebnis und über den 13. Platz. Wenn wir diese zwei Punkte nicht abgezogen bekommen hätten, dann wären wir sogar vor Kropp. Dementsprechend bin ich stolz auf die Saisonleistung und auch das, was die Mannschaft jetzt am Ende des letzten Spieltags noch mal abgeliefert hat.“
TuS Jevenstedt: Jeromin (83. Kühl) – Brusberg (46. Sofia), Ranck, Meyert (46. Tom Solterbeck), Hogrefe, Seefeldt, Richter, Peters (76. Mads Sievers), Gunther, Lühder (70. Mirko Mrosek), Luca Rohwer.
Trainer: Guido Wieck.
TSV Hattstedt: Boysen – Wetzel, Sander, Poschkamp, Jorden – Ruda Jaber, Thiesen, Yassine – Jeßat, Nour Jaber (72. Kiesbye), Völker.
Trainer: Sebastian Kiesbye.
Schiedsrichter: Marcel Hosenthien (TSV Benz-Nüchel).
Assistenten: Jannis Haack, Tino Seßelberg.
Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Tarek Yassine (14.), 0:2 Ruda Jaber (44.), 0:3 Dennis Jeßat (49.), 0:4 Dennis Jeßat (59.), 0:5 Niklas Völker (76., FE), 1:5 Lucas Seefeldt (89.)
