Vierfach-Torschütze Finn Schwee (TSV Klausdorf) ist mit sehr oft Roadrunner-Speed unterwegs. © 2025 Ismail Yesilyurt
Zum Abschluss der Spielzeit empfing der Tabellenachte, TSV Klausdorf, den Zehnten, TSV Kronshagen. Die Schlagzeilen nach dem Schlusspfiff im Duell der beiden Randkieler gehörten dabei völlig zurecht einem einzigen Akteur: Klausdorfs junger Angreifer Finn Schwee erwischte einen absoluten Sahnetag, erhöhte seine bisherige Torauszählung um satte 50 Prozent und schoss Kronshagen beim 4:1 (2:0)-Heimsieg mit einem Viererpack quasi im Alleingang ab.
Für das Trainerteam des TSV Klausdorf bot der verdiente Heimerfolg zudem den perfekten, emotionalen Rahmen, um sich gebührend von mehreren Akteuren zu verabschieden, die den Verein im Sommer schweren Herzens verlassen werden.
Klausdorfs Taktik geht auf – Kronshagener Experiment scheitert früh
Dabei sahen die Vorzeichen vor dem Anpfiff auf beiden Seiten sehr unterschiedlich aus. Während Klausdorfs Matchplan von der ersten Minute an voll griff, entschied sich Kronshagens Coach Coskun Yamak für ein personelles wie taktisches Experiment. Er wirbelte seine Startformation kräftig durcheinander und beorderte Akteure auf völlig ungewohnte Positionen, um den Spielern, die den Verein verlassen, noch einmal Spielzeit zu schenken.

Die Quittung folgte prompt, wie Yamakz nach dem Spiel unumwunden zugab:
„Das haben wir dann auch relativ schnell gemerkt. Wir waren in den ersten 30 Minuten so gut wie nicht da, haben ganz einfach durch zwei Diagonalbälle zwei Gegentore kassiert. In den Situationen waren wir nicht da, haben auch gar nicht gut geschoben.“
Klausdorf machte derweil das Zentrum geschickt dicht, ließ defensiv kaum etwas zu und spielte seine Angriffe überfallartig und wunderschön aus. Finn Schwee eiste sich in der Anfangsphase zweimal entscheidend los und stellte mit einem schnellen Doppelpack (10., 14.) früh die Weichen auf Sieg. Dass die Führung zur Pause nicht noch höher ausfiel, lag an weiteren vergebenen Großchancen durch Gashi und Stian Waschko.
Elfmeter-Pech und eine furiose Schlussphase
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst. Kronshagen stellte taktisch um, agierte nun deutlich dominanter und erarbeitete sich mehr Ballbesitz, während sich Klausdorf tiefer fallen ließ und auf Konter lauerte. Nach etwa 65 Minuten bot sich den Gastgebern dennoch die riesige Chance zur endgültigen Vorentscheidung: Nach einem Foul im Strafraum gab es Elfmeter. Kevin Wöhlk trat in seinem absolut letzten Spiel für Klausdorf an, scheiterte jedoch vom Punkt.
So blieb die Partie spannend und steuerte auf eine hochdramatische Schlussphase zu. In der 85. Minute keimte bei den Gästen noch einmal Hoffnung auf, als Thorge Jeß nach einer Eckball-Situation den 2:1-Anschlusstreffer markierte.
Doch die Freude währte keine sechzig Sekunden. Direkt nach dem Anstoß schlug Klausdorf eiskalt zurück. Wieder reichte ein langer Ball, um die unsortierte Kronshagener Abwehr auszuhebeln – und erneut war Schwee zur Stelle, der postwendend das 3:1 erzielte (86.). In der Schlussminute machte der überragende Angreifer mit seinem vierten Treffer zum 4:1-Endstand (90.) endgültig den Deckel auf die Partie.
Harte Worte vom Kronshagener Trainer
Während der Klausdorfer Anhang den Heimsieg feierte, herrschte bei Kronshagens Trainer Coskun Yamak trotz des freundschaftlichen Rahmens erheblicher Frust über das Defensivverhalten seiner Elf:
„Wir haben vier Tore durch einen langen Ball kassiert. Das ist inakzeptabel. Das darf uns in der neuen Saison nicht wieder passieren. Für den Saisonabschluss war das kein gutes Spiel von meiner Mannschaft, aber wir müssen daraus lernen und es in der nächsten Saison besser machen.
Stimmen zum Spiel
TSV Klausdorf: Marxen – Grossmann, Wöhlk (57. Leon Petersen), Göttsch, Link – Holst (62. Duncan-Williams), Voss, Waschko (82. Beeck) – Finn Schwee, Gashi (86. Hakaj), Hartlep (73. Spliedt).
Trainer: Dennis Trociewicz.
TSV Kronshagen: Möller – Kallenbach, Klaus (67. Boz), Schmitz (46. Jasari) – Sand, Humm, Cumur, Hamze (58. Andres), Morawe (46. Sylla) – Jeß, Hencke (58. Franke).
Trainer: Coskun Yamak.
Schiedsrichter: Niklas Leiding (SV Sehestedt).
Assistenten: Lea Wolter, Mirko Jansen.
Zuschauer: 70.
Bes. Vorkommn.: Kevin Wölk (65., Klausdorf) verschießt Foulelfmeter.
Tore: 1:0 Finn Schwee (10.), 2:0 Finn Schwee (14.), 2:1 Thorge Jeß (85.), 3:1 Finn Schwee (86.), 4:1 Finn Schwee (90.).
30. Spieltag – Landesliga Schleswig
| Datum | Begegnung | Erg. |
|---|---|---|
| 16.05.26 | SpVg Eidertal Molfsee – TSB Flensburg | 0:2 |
| 16.05.26 | SSG Rot-Schwarz Kiel – TSV Rantrum | 0:2 |
| 16.05.26 | TSV Friedrichsberg-Busdorf – Heider SV II | 11:0 |
| 16.05.26 | TSV Kropp – SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 2:2 |
| 16.05.26 | TuS Jevenstedt – TSV Hattstedt | 1:5 |
| 16.05.26 | SV Dörpum – SVE Comet Kiel | 9:1 |
| 16.05.26 | TSV Klausdorf – TSV Kronshagen | 4:1 |
| 16.05.26 | SC Weiche Flensburg 08 II – Eckernförder SV | 1:1 |
Tabelle Landesliga Schleswig
| Pos | Verein | Sp. | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | TSB Flensburg (Ab) | 30 | 115:22 | 86 |
| 2 | Eckernförder SV (Ab) | 30 | 71:27 | 68 |
| 3 | SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 30 | 86:43 | 57 |
| 4 | SpVg Eidertal Molfsee (Ab) | 30 | 96:57 | 51 |
| 5 | SSG Rot-Schwarz Kiel | 30 | 63:56 | 51 |
| 6 | TSV Rantrum | 30 | 92:60 | 50 |
| 7 | TSV Klausdorf | 30 | 73:64 | 47 |
| 8 | SC Weiche Flensburg 08 II | 30 | 70:58 | 45 |
| 9 | SV Dörpum | 30 | 76:59 | 44 |
| 10 | TSV Kronshagen | 30 | 41:42 | 36 |
| 11 | TSV Friedrichsberg-Busdorf | 30 | 67:87 | 34 |
| 12 | TSV Kropp | 30 | 43:68 | 29 |
| 13 | TSV Hattstedt (Auf) | 30 | 54:78 | 28 |
| 14 | TuS Jevenstedt | 30 | 32:74 | 22 |
| 15 | SVE Comet Kiel (Auf) | 30 | 39:104 | 15 |
| 16 | Heider SV II (Auf) | 30 | 40:159 | 9 |
