Ungeschlagen durch die Saison: TSB Flensburg krönt Meisterjahr im Eidertal

von Ismail Yesilyurt

Max Stephan (re.) und Felix Stüwe (TSB Flensburg) versuchen, Luca Aouci (SpVg eidertal Molfsee) einzufangen. © 2026 Ismail Yesilyurt


Am letzten Spieltag der Landesliga-Saison stand für den souveränen Tabellenführer TSB Flensburg nur noch eine einzige Frage im Raum: Gelingt der perfekte, ungeschlagene Marsch zurück? Die Flensburger hatten die sofortige Rückkehr ins schleswig-holsteinische Oberhaus bereits vorzeitig eingetütet. Zum Abschluss wollte die Mannschaft von Trainer Tore Wächter, der das Team erst zu Saisonbeginn übernommen hatte und nun direkt den ersten großen Titel seiner noch jungen Trainerkarriere feiert, auch die Hürde beim Tabellenvierten SpVg Eidertal Molfsee unbeschadet überspringen.

Das Vorhaben gelang: Mit einer gewohnt geschlossenen Mannschaftsleistung setzten sich die Gäste im Eidertal mit 2:0 (0:0) durch und beendeten die gesamte Spielzeit ohne eine einzige Niederlage.

Großer Abschiedsreigen vor dem Anpfiff

Bevor der erste Ball auf dem Rasen rollte, wurde es emotional. Bei der SpVg Eidertal Molfsee steht im Sommer ein gewaltiger personeller Umbruch bevor. Wie drastisch dieser ausfällt, zeigte sich kurz vor dem Anpfiff bei den offiziellen Verabschiedungen: Von den elf Akteuren der Eidertaler Startformation verblieben nach dem Aufruf zur Seitenlinie lediglich drei Spieler am Mittelkreis – Torwart Kim Kuckella, Johannes Kristen und Christian Alberts. Kapitän Marco Wiegand, der dem Verein ebenfalls erhalten bleibt, übernahm das Mikrofon an der Seitenlinie und verabschiedete seine scheidenden Teamkollegen persönlich.

Zehn Spieler plus Trainerstaff sind bei der SpVG Eidertal Molfsee in der neuen Saison nicht mehr dabei. © 2026 Ismail Yesilyurt
Zehn Spieler plus Trainerstaff sind bei der SpVG Eidertal Molfsee in der neuen Saison nicht mehr dabei. © 2026 Ismail Yesilyurt

In den ersten 45 Minuten spiegelte sich die Atmosphäre eines klassischen Saisonausklangs wider. Die Partie der beiden Spitzenteams bot zunächst wenig Spielfluss, da sich beide Seiten im Mittelfeld weitgehend neutralisierten. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs zog der TSB das Tempo an und erarbeitete sich bis zur Pause insgesamt drei gute Gelegenheiten, während auf der Gegenseite Marco Wiegand die beste Chance für die Heimelf vergab, als er das Leder über den Kasten setzte.

Eidertaler Chancenwucher und der Flensburger „Dosenöffner“

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeber, die moiviert waren, den TSB die erste Niederlage beizubringen, den besseren Start. Molfsee erarbeitete sich zwei hochkarätige Möglichkeiten – die größte davon vergab Luca Aouci, der freistehend am glänzend reagierenden Flensburger Schlussmann Rico Nommensen scheiterte.

Der scheidende Eidertal-Trainer Nedim Hasanbegovic trauerte dieser Schlüsselszene nach:

„Danach kommt man eigentlich gut raus, hält gegen und hat dann die Chance durch Luca Aouci zum 1:0. Das war eine Hundertprozentige. Wenn der rein geht, kann man so ein Spiel auch gewinnen.“

Stark - Jon Jessen (TSB Flensburg) mit viel Auge und Präsenz in der defensiven Mittelfeldzentrale. © 2026 Ismail Yesilyurt
Stark – Jon Jessen (TSB Flensburg) mit viel Auge und Präsenz in der defensiven Mittelfeldzentrale. © 2026 Ismail Yesilyurt

Stattdessen bewies der Meister die abgeklärte Effizienz einer Mannschaft, die sich ihre Lorbeeren mit einfachem, aber gutem Spiel verdient hat. In der 75. Minute verwertete Noel Kurzbach eine präzise Flanke per Kopf zum 0:1. „Das war letztendlich der Dosenöffner für die“, bilanzierte Hasanbegovic. Den Schlusspunkt zum 0:2-Endstand setzte der eingewechselte Jarne Bartelsen in der 88. Minute.

Fokus auf das Double: Pokalfinale wartet

TSB-Coach Tore Wächter zeigte sich nach dem Schlusspfiff hochzufrieden und analysierte den Schlüssel zum Auswärtssieg:

„Der erste Abschnitt war ein bisschen geprägt von gegenseitigem Abtasten. In der zweiten Halbzeit hat Eidertal zwei richtig dicke Chancen, die Rico sehr gut hält. Dann übernehmen wir wieder das Handeln. Am Ende geht der Sieg in Ordnung. Jon Jessen und Felix Stüwe haben ein herausragendes Spiel gemacht und das Zentrum dominiert.“

Mit dem historischen Meilenstein einer ungeschlagenen Ligasaison im Rücken richten die Flensburger den Blick sofort nach vorne. Die Saison ist noch nicht ganz vorbei: Bereits am kommenden Mittwoch steht das Kreispokalfinale zuhause gegen den Oberligisten TSV Nordmark Satrup an. „Da brennen wir natürlich drauf und da gilt es jetzt, jeglichen Fokus noch mal zu schärfen“, gab Wächter die Marschroute für das angestrebte Double vor.

Stimmen zum Spiel

Tore Wächter (Trainer TSB Flensburg)
Nedim Hasanbegovic (Trainer SpVg Eidertal Molfsee)

30. Spieltag – Landesliga Schleswig

Datum Begegnung Erg.
16.05.26 SpVg Eidertal Molfsee – TSB Flensburg 0:2
16.05.26 SSG Rot-Schwarz Kiel – TSV Rantrum 0:2
16.05.26 TSV Friedrichsberg-Busdorf – Heider SV II 11:0
16.05.26 TSV Kropp – SV Frisia 03 Risum-Lindholm 2:2
16.05.26 TuS Jevenstedt – TSV Hattstedt 1:5
16.05.26 SV Dörpum – SVE Comet Kiel 9:1
16.05.26 TSV Klausdorf – TSV Kronshagen 4:1
16.05.26 SC Weiche Flensburg 08 II – Eckernförder SV 1:1

Tabelle Landesliga Schleswig

Pos Verein Sp. Tore Pkt.
1 TSB Flensburg (Ab) 30 115:22 86
2 Eckernförder SV (Ab) 30 71:27 68
3 SV Frisia 03 Risum-Lindholm 30 86:43 57
4 SpVg Eidertal Molfsee (Ab) 30 96:57 51
5 SSG Rot-Schwarz Kiel 30 63:56 51
6 TSV Rantrum 30 92:60 50
7 TSV Klausdorf 30 73:64 47
8 SC Weiche Flensburg 08 II 30 70:58 45
9 SV Dörpum 30 76:59 44
10 TSV Kronshagen 30 41:42 36
11 TSV Friedrichsberg-Busdorf 30 67:87 34
12 TSV Kropp 30 43:68 29
13 TSV Hattstedt (Auf) 30 54:78 28
14 TuS Jevenstedt 30 32:74 22
15 SVE Comet Kiel (Auf) 30 39:104 15
16 Heider SV II (Auf) 30 40:159 9

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