Ilidio Santos (li., Weiche Flensburg II), hier Serkan Yildirimer (Inter Türkspor Kiel) ist mit 38 Jahren fast so fit wie mit 19. © 2025 Ismail Yesilyurt
Am späten Saisonabend der Landesliga Schleswig musste sich der bereits feststehende Absteiger SVE Comet Kiel dem Tabellenachten SC Weiche Flensburg 08 II deutlich mit 0:4 geschlagen geben. Trotz eines engagierten Beginns der Kieler sorgten individuelle Fehler und die eiskalte Chancenverwertung der Flensburger Reserve für ein deutliches Ergebnis, das den Spielverlauf jedoch nur bedingt widerspiegelte.
Individuelle Fehler brechen den Kielern das Genick
Der SVE Comet Kiel startete gut in die Partie und erarbeitete sich durch Moritz Knutzen eine frühe Großchance, die jedoch ungenutzt blieb. Die Quittung folgte in der 16. Spielminute durch einen „Sonntagsschuss“ von Eney Kaya, der aus gut 24 Metern genau in den Winkel traf. Ein individueller Fehler im Aufbau führte kurz vor der Pause zum 0:2 durch Tanju Hassanoglou (41.).

Ligamanager Nico Sellmer zog nach dem Abpfiff ein das richtige Fazit:
„Wir hätten, glaub ich, noch drei Stunden nachher spielen können, ohne ein Tor zu machen. Verdient verloren. Nicht schlecht Fußball gespielt, aber die Luft ist einfach raus. Wir freuen uns jetzt einfach, wenn die Saison zu Ende geht.“
Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich die Fehlerkette fort. Ein missglückter Steckpass von Marvin Petersen leitete das 0:3 durch Jonas Kabus (51.) ein, ehe Tanju Hassanoglou mit seinem zweiten Treffer des Tages (57.) nach einem weiteren Abstimmungsproblem in der Kieler Defensive den 0:4-Endstand markierte.
„Altherren“ glänzen mit Laufleistung
Obwohl das Ergebnis deutlich ausfiel, sah Weiche-Trainer Dimitry Kehl keinen einseitigen Spielverlauf. Er gab offen zu, dass seine Mannschaft bei einigen Chancen der Kieler auch das nötige Glück und einen sicheren Rückhalt in Torwart Kjell Sörensen hatte. Für Kehl stand vor allem die Reaktion auf die schwache Vorwoche im Vordergrund.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Coach von seinen erfahrenen Akteuren.
„Riesenrespekt an die beiden „Altherren“. Wenn man 38 ist und dann irgendwie so zehn, zehneinhalb Kilometer abspult im Spiel, dann ist das schon nicht schlecht.“
Gemeint waren damit Tanju Hassanoglou und Ilídio Santos, deren Tracker-Daten trotz sommerlicher Temperaturen eine enorme Laufbereitschaft belegten. Vor allem die zweistellige Kilometeranzahl von Santos überzeugte.. Mit diesem „letzten Auswärtsdreier“ verabschiedet sich Weiche Flensburg II mit guter Stimmung von den fremden Plätzen dieser Saison, während Comet Kiel nach nur einem Jahr den Gang in die tiefere Klasse antreten muss.
SVE Comet Kiel: Losch – Gesper, Morina (58. Celik), Lawson-Body, Lahu – Petersen, Rassmanns (71. Kusnierczyk), Arian Jashari, Assameur – Knutzen, Alban Jashari.
Trainer: Jan Wilhelm Schwaberau/Nico Sellmer.
SC Weiche Flensburg 08 II: Sörensen – Theo Fritze, Kehl, Theede, Andresen – Santos, Attisso (71. Jaber), Kaya (55. Shahid) – Buck (66. Bajrami), Kabus (71. Sodemekou), Hassanoglu.
Trainer: Dimitry Kehl.
SR: Krischan Kropp (Rödemisser SV).
Ass.: Kevin Jacobsen, Aaron Dolch.
Z.: 53.
Tore: 0:1 Eney Kaya (16.), 0:2 Tanju Hassanoglou (41.), 0:3 Jonas Kabus (51.), 0:4 Tanju Hassanoglou (57.).
