Punktgewinn in Ostfriesland: VfB Lübeck erkämpft Remis bei Kickers Emden

von Ismail Yesilyurt

Nervenstark vom Punkt: Yusuf Wardak (li., VfB Lübeck) kurz vor Schluss per Elfmeter zum 1:1. © 2026 Olaf Wegerich


Keinen Sieger gab es am Samstagabend im hohen Norden: Vor 2.800 Zuschauern trennten sich der BSV Kickers Emden und der VfB Lübeck mit einem 1:1-Unentschieden. In einer Partie, die von emotionalen Abschieden und zwei unterschiedlichen Halbzeiten geprägt war, entführten die Hansestädter nach einem Pausenrückstand am Ende einen unter dem Strich verdienten Punkt aus Ostfriesland.

Emden kaltschnäuzig – Lübeck reifere Spielanlage

Im ersten Durchgang präsentierte sich der VfB Lübeck spielerisch reifer. Die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti kontrollierte weitestgehend das Geschehen, welches sich primär in der Hälfte der Hausherren abspielte. Doch während die Lübecker beste Gelegenheiten durch Dardan Karimani (6./18.), Rohin Shivani (11.) und Mika Lehnfeld (31.) ungenutzt ließen, zeigten sich die Emder hocheffizient.

Mit der einzigen echten Chance des ersten Durchgangs gingen die Gastgeber in Führung: Tobias Steffen flankte präzise an den Fünfmeterraum, wo Tido Steffens eine Unentschlossenheit in der Lübecker Hintermannschaft eiskalt ausnutzte und aus kurzer Distanz zum 1:0 einschoss (34.).

Emotionale Abschiede und Emder Drangphase

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Die Kickers schienen sich die Führung nachträglich verdienen zu wollen und erhöhten den Druck. Die Partie stand dabei ganz im Zeichen des Abschieds: Vor dem Anpfiff des letzten Emder Heimspiels der Saison wurden Trainer Stefan Emmerling sowie die Vereinslegenden Tido Steffens, Tobias Steffen und Marten Schmidt gebührend verabschiedet.

Angetrieben von der Kulisse erspielten sich die Ostfriesen zahlreiche Möglichkeiten. Vor allem das Duo Steffen und Steffens stellte die Lübecker Defensive vor große Probleme. Zunächst verfehlte Steffens aus der Drehung nur knapp das Gehäuse (70.), dann parierte VfB-Schlussmann Phillip Diestel einen strammen Freistoß von Steffen (73.). In der 78. Minute wäre Diestel beinahe machtlos gewesen, als Steffen ihn mit einem feinen Heber überlupfte – der Ball senkte sich jedoch nur auf das Tornetz.

Später Ausgleich vom Punkt

Mitten in die Emder Offensivbemühungen hinein schlug der VfB Lübeck schließlich doch noch zurück. Der eingewechselte Ware Pakia scheiterte zunächst am Emder Torhüter Petzold, doch beim Versuch, den Abpraller zu verwerten, wurde Ramiz Abu-Alfa im Strafraum elfmeterreif gefoult. Yusuf Wardak übernahm die Verantwortung und verwandelte den fälligen Strafstoß in der 85. Minute sicher zum 1:1-Endstand.

Für den VfB Lübeck endet die Reise in dieser Saison mit einem letzten Highlight vor heimischer Kulisse: Am kommenden Samstag, den 16. Mai, empfangen die Grün-Weißen um 18 Uhr Weiche Flensburg im Stadion an der Lohmühle.

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