Paukenschlag an der Travemünder Allee: Phönix Lübeck trennt sich von Erfolgscoach Adigo

von Ismail Yesilyurt

Christiano Adigo ist nicht mehr Trainer der Adlerträger. Links Co- und Techniktrainer Simon Gottschling, in der Mitte Sportdirektor Frank Salomon. © Ismail Yesilyurt


Der 1. FC Phönix Lübeck und Christiano Adigo beenden das gemeinsame Kapitel. Wie der Verein aus der Regionalliga Nord am Dienstag mitteilte, erfolgte die Trennung von Cheftrainer Adigo mit sofortiger Wirkung. Die Entscheidung fiel nach einem persönlichen Gespräch am Montagabend und markiert das Ende einer Ära, die den „Adlern“ in den letzten drei Jahren einige der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte bescherte. Auch Co-Trainer Simon Gottschling räumt seinen Posten, bleibt dem Club jedoch als Scout erhalten.

Der Zeitpunkt der Trennung überrascht Beobachter, da Adigo die Mannschaft nicht nur im oberen Tabellendrittel etablierte, sondern erst Ende 2025 mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bedacht wurde.

Fehlende Entwicklung trotz Erfolgserlebnissen

Trotz der eigentlich stabilen Tabellensituation und zuletzt zwei Siegen in Folge sahen die Verantwortlichen die sportliche Kurve im Sinkflug. Sportdirektor Frank Salomon, der nun gemeinsam mit U23-Coach Kevin Wölk interimsweise übernimmt, begründet den harten Schnitt mit einer stagnierenden Entwicklung: „Leider konnte sich unser Team nach einer guten Hinrunde in den vergangenen sechs Monaten nicht wie erhofft weiterentwickeln. Eine deutliche Verunsicherung der Mannschaft war spürbar – auch in den letzten beiden Partien mit positivem Spielausgang.“

Kevin Wölk, Trainer der U23, wird interimsweise mit Frank Salomon, die Betreuung der Liga übernehmen. © 2026 Ismail Yesilyurt
Kevin Wölk, Trainer der U23, wird interimsweise mit Frank Salomon, die Betreuung der Liga übernehmen. © 2026 Ismail Yesilyurt

Laut Salomon sei die Trennung eine Entscheidung der „sorgfältigen Abwägung“, um vor allem mit Blick auf das bevorstehende Landespokalfinale und die Planung der kommenden Saison 2026/27 einen neuen Impuls zu setzen.

Abschied eines Architekten des Erfolgs

Mit Christiano Adigo verliert Phönix Lübeck den Mann, der den Verein zurück auf die Landkarte des norddeutschen Fußballs brachte. In seinen 109 Pflichtspielen an der Seitenlinie formte der 53-jährige Ex-Nationalspieler Benins eine Spitzenmannschaft. Der Höhepunkt seiner Amtszeit war zweifellos der Gewinn des Landespokals 2024, der den Adlern ein prestigeträchtiges Duell im DFB-Pokal bescherte.

Adigos Arbeit fand auch überregional hohe Anerkennung: Erst im vergangenen Jahr wurde er vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) als „Trainer des Jahres 2025“ ausgezeichnet

„Christiano Adigo hatte einen großen Anteil an der positiven sportlichen Entwicklung und an den Erfolgen, die der Phönix in den vergangenen Jahren erreicht hat“, betont Salomon trotz der Trennung ausdrücklich.

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