Sportvorstand Sebastian Harms (li.). © Olaf Wegerich
Der VfB Lübeck stellt die Weichen für die Zukunft neu – und das mit einer personellen Zäsur in der Chefetage. Wie der Verein am Mittwoch bekannt gab, beenden die Grün-Weißen und Sportvorstand Sebastian Harms ihre Zusammenarbeit einvernehmlich zum 30. Juni 2026. Bereits ab dem 1. Mai wird der 45-Jährige von seinen Aufgaben freigestellt. Damit endet eine viereinhalbjährige Amtszeit, die von großen Erfolgen, aber auch strukturellen Herausforderungen geprägt war.
Neuausrichtung im Zuge der Ausgliederung
Der Zeitpunkt der Trennung ist eng verknüpft mit der strategischen Neuausrichtung des Vereins. Mit der laufenden Ausgliederung des Profibereichs in eine GmbH krempelt der VfB seine Führungsstruktur grundlegend um. Zukünftig soll die sportliche Leitung enger mit betriebswirtschaftlichen Verantwortlichkeiten verzahnt werden. Um diesen Prozess von Beginn an aus der neuen GmbH heraus gestalten zu können, haben sich beide Seiten auf den sauberen Schnitt zum Saisonende verständigt.
Paul Manthey, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, würdigte die Verdienste des scheidenden Sportchefs: „Wir danken Sebastian Harms ausdrücklich für seine Arbeit seit 2022 und für seinen Einsatz in einer für den VfB Lübeck bewegten Phase. Die Trennung ist uns nicht leichtgefallen. Wir haben sie gemeinsam in gegenseitigem Respekt vereinbart.“
Ein Abschied mit Stolz und Demut
Sebastian Harms selbst blickt in einem emotionalen Statement auf seine Zeit an der Lohmühle zurück. Seit seinem Amtsantritt durchlebte er mit dem Verein prägende Momente, darunter drei Landespokalsiege und die Meisterschaft samt Aufstieg in die 3. Liga. Auch abseits des Rasens hinterließ er Spuren, insbesondere bei der wirtschaftlichen Konsolidierung des Clubs.
„Viereinhalb Jahre voller Emotionen, vieler Höhen und einiger Tiefen, auf die ich mit Demut und Dankbarkeit zurückschaue“, schreibt Harms an die Fans. „Insbesondere der Aufstieg in unserer Meistersaison, aber auch die finanzielle Rettungsaktion werden mir immer in lebhafter Erinnerung bleiben. Es war mir stets eine große Ehre, für den VfB tätig zu sein.“
Der gebürtige Hamburger bedankte sich bei allen Gremien, Mitarbeitern und den Fans für das entgegengebrachte Vertrauen. Für die Zukunft wünscht er dem Verein maximale Geschlossenheit, um künftige Herausforderungen auf „gesunden Füßen“ meistern zu können.
Offizielle Verabschiedung beim Flutlichtspiel
Lange Zeit zum Abschiednehmen bleibt nicht: Bereits am morgigen Donnerstag, den 30. April, wird Sebastian Harms im Vorfeld des Regionalliga-Heimspiels gegen die SV Drochtersen/Assel offiziell im Stadion verabschiedet.
Es ist ein passender Rahmen für einen Mann, der den Verein durch turbulente Fahrwasser steuerte und nun Platz für eine neue Ära macht. Harms verabschiedet sich mit einem hanseatischen Klassiker: „Als gebürtiger Hamburger sage ich Tschüss. Was das bedeutet, wisst Ihr ja.“
