Mats Klüver (SV Todesfelde) gegen Michel Dammeier (Phönix Lübeck). 2026 Olaf Wegerich
Der 1. FC Phönix Lübeck hat zum zweiten Mal nach 2024 am Finaltag der Amateure das Finale im SHFV-LOTTO-Pokal gewonnen. Dabei konnte sich der Regionalligist am Pfingstsamstag vor 1-500 Zuschauern im ausverkauften Joda-Sportpark deutlich mit 4:1 (2:0) beim Oberligameister SV Todesfelde durchsetzen und hat sich damit für die 1. Runde im DFB-Vereinspokal qualifiziert. Die Gastgeber müssen damit binnen weniger Tage nach der überraschenden Niederlage im Kreispokalfinale gegen die Kaltenkirchener TS eine weitere Niederlage einstecken.
Phönix mit der frühen Führung – Stöver trifft
Der frühe Spielbeginn um 11.30 Uhr bei hochsommerlichen Temperaturen schien den Gastgebern wenig zu behagen. Nach einem schnell ausgeführten langen Einwurf in der eigenen Hälfte ging es bei Phönix blitzschnell. Muzaffer Degirmenci hatte perfekt in den Lauf von Jonathan Stöver (3.) gelegt, der mit einem überlegten Flachschuss in das kurze Eck Fabian Landvoigt im Tor der Gastgeber keine Chance ließ.
Schon früh wurde der Regionalligist im Joda-Sportpark seiner Favoritenrolle gerecht und überzeugte mit viel Ballkontrolle durch das reifere und abgeklärtere Spiel.
Rave mit Zerrung verletzt raus
Richtig bitter wurde es für die Gastgeber, als Abwehrchef Christian Rave (19.) nach einer Zerrung, die er sich nach einem Sprint zugezogen hatte, unter Schmerzen den Platz verlassen musste. Der emotionale Leader versuchte fortan, von der Ersatzbank lautstark seine Mannschaft zu unterstützen. Todesfelde mühte sich nach Kräften, schaffte es tatsächlich aber auch nur äußerst selten, zu Torannäherungen zu kommen.
Phönix legt den zweiten Treffer nach – wieder trifft Stöver
Deutlich cleverer agierten die Gäste aus Lübeck, die in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gegen zu zaghafte Gastgeber, die in Summe nicht ihren besten Tag erwischten, den zweiten Treffer nachlegen konnten.

Joshua Krüger passte dabei in den Lauf von Muzaffer Degirmenci, der zunächst trotz Bedrängnis von Tyler Körting an Torhüter Fabian Landvoigt scheiterte, den er erfolglos tunneln wollte. Doch der Abpraller landete bei Jonathan Stöver (45.+2), der den Todesfelder Torhüter umspielte und dann eiskalt zum zweiten Treffer einschob.
Nach einer aus Sicht der Gastgeber maximal unglücklich verlaufenen ersten Hälfte kommen die Todesfelder, angetrieben von ihren beiden besten Spielern Mirko Boland und Janek Sternberg, mit sehr viel Energie aus der Kabine und drängen auf den Anschlusstreffer.
Körting mit dem Anschlusstreffer
Nach einem Freistoß von Janek Sternberg aus halblinker Position landet der Ball am zweiten Pfosten, wo Lasse Jetz per Kopf auf Tyler Körting (56.) ablegen konnte, der aus einem unmöglichen Winkel den Ball mit viel Wucht zum 1:2-Anschlusstreffer in die Maschen drischt.

Schneider verpasst den Ausgleich
Die Gastgeber wollen ihre gute Phase nutzen und haben nur drei Minuten später nach einem Eckball und einer unübersichtlichen Situation die Riesenchance auf den Ausgleich, als Jan-Marc Schneider nur knapp verpasste.
Doch der Regionalligist übersteht mit all seiner Routine auch diese kurze Phase, in der die Gastgeber drauf und dran waren, dem Spiel eine Wende zu geben, unbeschadet und schwimmt sich wieder frei.
Phönix verpasst die Vorentscheidung
Dabei war es fast schon fahrlässig, wie viele Großchancen die Mannschaft von Trainer Kevin Wölk leichtfertig vergab.
So blieb es auch dank eines gut aufgelegten Fabian Landvoigt im Tor der Gastgeber, der hielt, was zu halten war, bis in die Schlussminuten spannend.
Kliti und Luis sorgen für klare Verhältnisse
Nach einem schnell vorgetragenen Konter, bei dem die Gastgeber wieder einmal zu luftig verteidigten, ist Julian Markvoort frei durch, scheitert aber zunächst am Pfosten. Den Abpraller verwandelt der Ex-Todesfelder Julius Kliti (88.) ziemlich humorlos zum alles entscheidenden 1:3.

Auch beim vierten Gegentreffer stehen die Gastgeber nicht eng genug bei ihren Gegenspielern und werden klassisch ausgekontert. Dabei passt Joshua Krüger mit viel Übersicht auf den zur zweiten Hälfte eingewechselten Benjamin Luis (90.+3), der in aller Ruhe zum 1:4 in das leere Tor einschieben kann.
Fazit
Phönix Lübeck ist der verdiente Sieger in einem sehr fairen Spiel, bei dem der Regionalligist die sich bietenden Chancen erst spät eiskalt ausgenutzt hat. Tofe zeigte gegen einen starken Gegner ungewohnte Schwächen, die man aus der Liga so nicht kennt. Sollte das Königsziel Aufstieg in die Regionalliga gelingen, bleibt es trotz der Enttäuschung mit den beiden verlorenen Pokalfinals eine überaus erfolgreiche Saison.

Nun heißt es, die Wunden zu lecken um sich am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den Blumenthaler SV wieder von der besten Seite zu präsentieren.
Stimmen zum Spiel
SV Todesfelde: Landvoigt – Rave (19. Körting), Clopatt, Jetz – Musci, Erfmann (73. Drawz), Sternberg – Boland, Klüver (81.) – Schneider (76. Liebert), Petrick (76. Awuku).
Trainer: Björn Sörensen.
Phönix Lübeck: Kips – Philippe Markvoort (46. Krogmann), Kokovas, Hüneburg, Dammeier (66. Grobauer) – Julian Markvoort, Krüger, Maiolo, Stöver (66. Kliti) – Kraiev (46. Luis) – Degirmenci (79. Ihde).
Trainer: Kevin Wölk.
Schiedsrichter: Florian Lisiak (SV Friedrichsort). Ohne Fehl und Tadel.
Assistenten: Jan Mika Kröhnert und Frederik Simon.
4. Offizieller: Jan-Ole Ehlers.
Zuschauer: 1500 im Joda-Sportpark in Todesfelde.
Tore: 0:1 Jonathan Stöver (3.), 0:2 Jonathan Stöver (45.+2), 1:2 Tyler Körting (56.), 1:3 Julius Kliti (88.), 1:4 Benjamin Luis (90.+3).
