Last-Minute-Schock für Heikendorf: KMTV-Joker Homp sorgt für Ekstase

von Ismail Yesilyurt

Adrenalinschub bei KMTV-Headcoach Paul Musiol nach dem gerade gefallenen 1-0 gegen den Heikendorfer SV.


Der Kampf um die Meisterschaft in der Verbandsliga Ost hat an diesem Wochenende eine dramatische Wendung genommen. Während Tabellenführer SVG Pönitz überraschend patzte, verpasste der Heikendorfer SV die Riesenchance, den Rückstand zu verkürzen. In einer nervenaufreibenden Partie beim Aufsteiger Kieler MTV unterlag der Favorit durch einen Treffer in der 94. Minute mit 0:1.

Es war die Szene des Spiels: Tief in der Nachspielzeit tankte sich der eingewechselte Claas Wolter auf dem rechten Flügel durch und schlug eine maßgenaue Flanke mit viel Zug zum zweiten Pfosten. Dort stieg Robert Homp, erst in der 80. Minute in die Partie gekommen, unter Gegnerdruck am höchsten und wuchtete das Leder unhaltbar zum 1:0-Siegtreffer in den Winkel. Während der Jubel beim KMTV keine Grenzen kannte, sanken die Heikendorfer konsterniert zu Boden.

Jubel ohne Grenzen beim Kieler MTV nach dem 1-0. © 2026 Ismail Yesilyurt
Jubel ohne Grenzen beim Kieler MTV nach dem 1-0. © 2026 Ismail Yesilyurt

Verpasste Big Points vor dem Gipfeltreffen

Die Niederlage ist für den Heikendorfer SV doppelt bitter. Da Spitzenreiter Pönitz zeitgleich dem Suchsdorfer SV mit 1:3 unterlag, hätte der HSV mit einem Sieg bis auf zwei Punkte an Platz eins heranspringen können – bei einem noch ausstehenden Nachholspiel. Statt mit Rückenwind in das direkte Duell gegen Pönitz am kommenden Wochenende zu gehen, herrscht nun Frust an der Förde.

Heikendorfs Coach Mark Hungerecker sparte nach Abpfiff nicht mit Selbstkritik: „Wir verlieren auswärts und können die Patzer der Konkurrenten nicht nutzen. Das ärgert uns extrem. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, wir sind nie richtig ins Spiel gekommen.“

Hungerecker verwies zudem auf die schwierigen Bedingungen: „Ein katastrophaler Platz. Da hat uns im letzten Drittel die Gier gefehlt, die Genauigkeit. Wir haben offensiv fast alles vermissen lassen.“

Felix Stender (Kieler MTV) gegen Terrier Linus Mordhorst (re.), dem besten Heikendorfer Spieler am Sonntag. © 2026 Ismail Yesilyurt
Felix Stender (Kieler MTV) gegen Terrier Linus Mordhorst (re.), dem besten Heikendorfer Spieler am Sonntag. © 2026 Ismail Yesilyurt

Musiols Joker stechen

Beim Kieler MTV hingegen war die Freude über den Streich groß. Trainer Paul Musiol sah eine ausgeglichene Partie, in der sein Team am Ende das glücklichere, aber nicht unverdiente Händchen hatte. „Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt: Es wird ein enges Spiel. Wahrscheinlich holt die Mannschaft den Sieg, die das erste Tor schießt. Das hat sich bewahrheitet“, resümierte Musiol zufrieden. Justus Byer mit einem Kopfball gegen den heikendorfer Außenpfosten hatte die bis dahin beste Chance des Spiels (60.).

Besonders freute ihn das Zusammenspiel seiner Einwechselspieler: „Dass Fortuna auf unserer Seite war und man 1:0 gegen den Tabellenzweiten gewinnt, der bisher kaum Gegentore kassiert hat, macht uns sehr froh. Heikendorf kam etwas besser aus der Halbzeit. Im Laufe der zweiten Halbzeit hatten wir dann mehr Zugriff, auch bisschen mehr Druck nach vorne entfachen können.

Heikendorf, hatte ich das Gefühl, wollte unbedingt dann in der zweiten Halbzeit auf Sieg spielen. Dann haben wir noch mal frische Leute gebracht. Auch in der Offensive dann mit dem letzten Wechsel einer defensiven Person dann noch mal einen Frischen nach vorne gebracht. Ja, und durch die Frische, die wir dann hatten, konnten wir noch ein bisschen mehr Druck entfachen nach vorne“, sah Musiol einen intensiveren Vorwärtsgang seiner Truppe.

Körpereinsatz von Janne Rudolph (Kieler MTV) gegen Javen Jahnke (Heikendorfer SV). © 2026 Ismail Yesilyurt

KMTV will vierten Sieg in Folge – HSV das Topspiel erfolgreich gestalten

Für den KMTV war dies der dritte Sieg in Folge, der den Aufsteiger auf den siebten Tabellenplatz klettern lässt. Mit einem weiteren Erfolg am Dienstag beim Wiker soll der fast vorzeitige Klassenerhalt eingetütet werden.

Heikendorf hingegen muss nun die Wunden lecken, zumal mit Lukas Deutschmann und Timo Martens zwei Akteure verletzt ausgewechselt werden mussten. Dennoch bleibt der Fokus klar auf den kommenden gerichtet. Hungerecker dazu: „Wir müssen uns auf die nächste Aufgabe konzentrieren. Mit einem Sieg im Top-Spiel gegen Pönitz sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.“

Stimme zum Spiel

Mark Hungerecker (Trainer Heikendorfer SV)

26. Spieltag – Verbandsliga Ost

Datum Begegnung Erg.
03.10.25 Suchsdorfer SV – SG Oldenburg / SV Göhl II 1:1
17.04.26 SpVg Eidertal Molfsee II – Preetzer TSV 4:2
18.04.26 TSV Plön – TSV Flintbek 3:0
18.04.26 TSV Altenholz – Probsteier SG 2012 3:7
18.04.26 MTV Dänischenhagen – Wiker SV Kiel 5:4
18.04.26 TSV Gremersdorf – SG Sarau / Bosau 2:1
19.04.26 Kieler MTV – Heikendorfer SV 1:0

Tabelle Verbandsliga Ost

Pos Verein Sp. Tore Pkt.
1 SVG Pönitz 24 68:44 49
2 Heikendorfer SV 23 47:16 44
3 Probsteier SG 2012 24 73:44 43
4 SG Sarau / Bosau 24 47:41 39
5 Wiker SV Kiel 22 43:34 37
6 SpVg Eidertal Molfsee II (Auf) 24 66:54 35
7 Kieler MTV (Auf) 20 42:31 33
8 TSV Altenholz (Ab) 24 58:53 32
9 Preetzer TSV (Ab) 21 40:35 32
10 TSV Plön 25 51:52 32
11 MTV Dänischenhagen 22 36:50 30
12 TSV Flintbek 24 37:48 28
13 Suchsdorfer SV 21 34:48 25
14 SG Oldenburg / SV Göhl II 22 36:66 18
15 TSV Gremersdorf (Auf) 24 26:88 9
16 TSV Bordesholm zg. (Ab) 0 0:0 0

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