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Das Duell zwischen dem FC Kilia Kiel und dem SV Eichede gehört seit Jahren zu den reizvollsten Paarungen der Oberliga Schleswig-Holstein. Am Samstag (14 Uhr) kommt es im Kilia-Stadion erneut zum Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die in der Vergangenheit regelmäßig um die Spitzenplätze kämpften. Die Vorzeichen sind diesmal allerdings etwas anders: Während Kilia Kiel erneut oben angreift, befindet sich der SV Eichede nach einem personellen und sportlichen Umbruch in einer Findungsphase.
10 Spiele – kein Sieg für Kilia Kiel
Eine Besonderheit begleitet das Duell seit Jahren: Kilia Kiel wartet gegen Eichede seit zehn Punktspielen auf einen Sieg. Fünf dieser Begegnungen endeten remis, fünfmal behielt der SV Eichede die Oberhand. Der Begriff „Angstgegner“ ist deshalb durchaus naheliegend.
Die jüngsten vier Oberliga-Duelle zeigen dabei besonders deutlich, wie eng diese Begegnung häufig verläuft: 1:1, 1:1, 3:1 für Eichede und zuletzt 2:2. Für Kilia bietet sich nun die Gelegenheit, diese Serie im eigenen Stadion zu beenden.

„Wir werden uns das genau angucken, was sie jetzt machen“, wird Kilias Chefcoach Nicola Soranno zusammen mit seinem Staff eine Videoanalyse vornehmen, „ich glaube, dass sie einfach auch durch den Trainerwechsel ein bisschen anders davor sind. Haben natürlich auch ähnlich, auch wie wir es gehabt haben, vielleicht noch ein bisschen doller, einen Umbruch gehabt.“
Die letzten Ergebnisse der Mannschaft von Neutrainer Sascha Steinfeldt haben die Kieler aufmerksam registriert. „Eichede hat viele neue Spieler dazugekriegt. Und trotzdem merkt man, dass sie so langsam in die Spur finden und jetzt die letzten drei Spiele auch zu null gespielt haben. Das musst du ja auch erst mal hinkriegen“, kommentierte Soranno.
Kilia kommt mit Rückenwind ins Spitzenduell
Die Soranno-Mannschaft hat sich nach sieben Spieltagen in der Spitzengruppe festgesetzt. Mit 14 Punkten und 17:9 Toren steht Kilia aktuell auf Platz drei der Oberliga. Vier Siege, zwei Unentschieden und lediglich eine Niederlage sind eine sehr gute Bilanz. Zuletzt siegte Kilia beim Oldenburger SV mit einem 3:0-Auswärtssieg. Zuvor hatte die Mannschaft bereits den PSV Neumünster mit 4:1 bezwungen.
Gerade die Offensive funktioniert derzeit zuverlässig. 17 Treffer in sieben Begegnungen bedeuten einen Schnitt von mehr als zwei Toren pro Partie. Die Kilianer zeigten sich damit nicht nur offensiv gefährlich, sondern auch defensiv stabil. Und dennoch ist der Blick auf den Gegner wichtig. Denn die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass Eichede Kilia vor besondere Aufgaben stellt.
Das weiß auch der Kieler Coach, der sicherlich die Gäste nicht auf ihre aktuelle Tabellenposition reduzieren wird. „Ich glaube, Eichede ist immer ein unangenehmer Gegner, der uns alles abverlangen wird und wo wir mit Sicherheit eine sehr, sehr gute Leistung brauchen, um da in der Lage zu sein, was mitzunehmen oder was bei zu behalten. Im Idealfall drei Punkte.“
Eichede diesmal nicht der gewohnte Partner für Spitzenduell?
Der SV Eichede geht mit einer ungewohnten Ausgangslage in das Duell. Die Bravehearts aus Stormarn haben haben bislang einen Sieg, drei Unentschieden und drei Niederlagen auf dem Konto. Das passt allerdings durchaus zum Charakter dieser Saison. Denn in Eichede hat sich im Sommer einiges verändert.
Nach vier erfolgreichen Jahren endete die Ära von Paul Kujawski als Cheftrainer. Kujawski hatte den SV Eichede zu zwei Vizemeisterschaften geführt und die Mannschaft kontinuierlich als Spitzenteam der Oberliga etabliert. Sascha Steinfeldt, der zuvor seit 2022 als Co-Trainer an Kujawskis Seite gearbeitet hatte, hat die Nachfolge beim SVE angetreten. Der 34-Jährige kennt den Verein zudem aus vielen Jahren als Jugendtrainer und als Spieler.
Steinfeldt übernimmt eine Mannschaft im Wandel
Eichede befindet sich tatsächlich in einer Übergangsphase. Steinfeldt muss eine Mannschaft entwickeln, in die im Sommer gezielt neue Spieler integriert wurden.
Unter anderem kehrte Keenon Erfurth nach einem Jahr bei Regionalligist Altona 93 nach Eichede zurück. Der Angreifer bringt bereits reichlich Oberliga-Erfahrung mit: Vor seinem Wechsel in die Regionalliga hatte er in Eichede in der Saison 2024/25 stolze 19 Oberliga-Tore erzielt. Insgesamt kam er vor seiner Rückkehr auf 102 Oberliga-Einsätze und 48 Treffer.

Auch ansonsten setzte Eichede auf einen personellen Neustart. Mit Tünay Bektas vom Oberliga-Meister SV Todesfelde, Egzon Lahi vom SV Preußen Reinfeld sowie weiteren Neuzugängen wurde der Kader verändert. Insgesamt präsentierte der Verein vor Saisonbeginn bereits neun neue Spieler.
Der Umbruch erklärt zumindest teilweise, warum die Ergebnisse zu Saisonbeginn noch nicht an die vergangenen Jahre erinnern.
Eichede zuletzt defensiv schwer zu knacken
Allerdings wäre es ein Fehler, die aktuelle Tabelle als alleinigen Maßstab zu nehmen. Gerade defensiv hat sich Eichede zuletzt stabilisiert und stellt mit erst 8 eingefangenen Treffern in 7 Spielen die beste Defensive der höchsten Landesklasse – weist aber auch mit erst 7 erzielten Toren die wenigsten aller 16 Teams auf.
Nach Niederlagen gegen Kaltenkirchener TS, VfR Neumünster und Hohenwestedt folgten zunächst ein 0:0 gegen TSB Flensburg, ein 2:0 beim TuS Rotenhof und zuletzt erneut ein torloses Unentschieden gegen PSV Neumünster. Damit blieb Eichede in den vergangenen drei Ligaspielen zweimal ohne Gegentor.
Die Mannschaft ist also keineswegs auseinandergefallen. Im Gegenteil: Die jüngste Entwicklung deutet darauf hin, dass Steinfeldt langsam mehr Stabilität in seine Mannschaft bekommt.
Ove Witt kann spielen, Marcel Freund fraglich
Personell gibt es bei den Kielern vor dem Duell zumindest eine gute Nachricht. Ove Witt kann nach einer zunächst befürchteten Verletzung wieder eingesetzt werden. Der Spieler konnte die komplette Trainingswoche absolvieren „Der hat die ganze Woche trainieren können. Ist zum Glück nicht so schlimm gewesen wie erst gedacht“, berichtete Soranno.

Bei Marcel Freund ist die Situation dagegen noch offen. Er hatte während der Woche Probleme. „Da werden wir morgen sehen, inwieweit er einsatzfähig ist“, sagt der Kilia-Coach, der ansonsten viel Auswahl für den Spieltagskader hat. Eventuell auch den kürzlich reaktivierten Jan Matti Seidel.
Soranno und sein Trainerteam haben sich entsprechend vorbereitet. Nach dem Abschlusstraining soll die Mannschaft noch einmal per Video auf den Gegner eingestellt werden. „Wir haben uns insgesamt gut vorbereitet“, sagt der Coach. Nun gehe es darum, die Vorbereitung auf den Platz zu bringen und „alles zu versuchen, um ein gutes Spiel zu machen und dann hoffentlich auch drei Punkte zu holen“.
Spiele aus der Vorsaison
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (↑ 2) | Holstein Kiel II | 7 | 5 | 1 | 1 | 22:9 | 13 | 16 |
| 2. (↓ 1) | VfR Neumünster | 7 | 5 | 1 | 1 | 19:9 | 10 | 16 |
| 3. (↑ 4) | FC Kilia Kiel | 7 | 4 | 2 | 1 | 17:9 | 8 | 14 |
| 4. (↓ 3) | SC Rapid Lübeck (N) | 7 | 4 | 0 | 3 | 13:13 | 0 | 12 |
| 5. (5) | TSB Flensburg (N) | 7 | 3 | 2 | 2 | 19:11 | 8 | 11 |
| 6. (↑ 7) | 1.FC Phönix Lübeck II | 7 | 3 | 2 | 2 | 19:18 | 1 | 11 |
| 7. (↓ 6) | Oldenburger SV | 7 | 3 | 1 | 3 | 16:17 | -1 | 10 |
| 8. (8) | TSV Nordmark Satrup | 7 | 3 | 1 | 3 | 12:14 | -2 | 10 |
| 9. (9) | PSV Neumünster | 7 | 2 | 3 | 2 | 11:13 | -2 | 9 |
| 10. (10) | Kaltenkirchener TS | 7 | 2 | 2 | 3 | 12:12 | 0 | 8 |
| 11. (11) | Heider SV | 7 | 2 | 2 | 3 | 10:19 | -9 | 8 |
| 12. (↑ 13) | TuS Rotenhof | 7 | 1 | 4 | 2 | 12:16 | -4 | 7 |
| 13. (↑ 14) | SV Eichede | 7 | 1 | 3 | 3 | 7:8 | -1 | 6 |
| 14. (↓ 12) | MTSV Hohenwestedt | 6 | 1 | 3 | 2 | 14:16 | -2 | 6 |
| 15. (↑ 16) | VfB Lübeck II (N) | 7 | 1 | 1 | 5 | 10:21 | -11 | 4 |
| 16. (↓ 15) | Eckernförder SV (N) | 6 | 1 | 0 | 5 | 9:17 | -8 | 3 |
