Felix Struck scheitert an Eichede-Keeper Mats Luedtke. © 2026 Markus Till
Der TuS Rotenhof hat gegen den SV Eichede seine schwache Anfangsphase teuer bezahlt. Zwei Treffer innerhalb von nur zwei Minuten reichten den Gästen zu einem 2:0-Erfolg. Nach dem Seitenwechsel zeigte der TuS ein völlig anderes Gesicht, konnte die Partie trotz deutlich größerer Intensität aber nicht mehr drehen.
Der SV Eichede hat nach fünf sieglosen Punktspielen seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Die in den vergangenen Jahren regelmäßig zu den Titelanwärtern der Oberliga Schleswig-Holstein zählenden Stormarner setzten sich vor 210 Zuschauern beim TuS Rotenhof mit 2:0 (2:0) durch.
Nach zahlreichen Veränderungen war Eichede schwer in die Saison gekommen. In Rotenhof legte das Team von Trainer Sascha Steinfeldt nun jedoch die Grundlage für das erhoffte Erfolgserlebnis.
Eichede kontrolliert die Anfangsphase
Die Gäste wirkten von Beginn an wacher, ballsicherer und klarer in ihren Abläufen. Eichede ließ den Ball ruhig durch die eigenen Reihen laufen, spielte kontrolliert aus der Defensive heraus und wartete geduldig auf die sich öffnenden Räume.
Rotenhof zog sich dagegen weit in die eigene Hälfte zurück, entwickelte zunächst kaum Zugriff auf das Spiel und ließ vor allem die notwendige Intensität in den Zweikämpfen vermissen. Auch im Anlaufverhalten fehlten die Entschlossenheit und die Abstimmung, um den Eicheder Spielaufbau nachhaltig zu stören.
Die verdiente Führung fiel in der 24. Minute. Nach einer sauber ausgespielten Kombination traf Fazlija zum 1:0. Nur zwei Minuten später nutzten die Gäste die nächste Unordnung in der Rotenhöfer Defensive. Sakai vollendete zum 2:0 und brachte Eichede früh auf die Siegerstraße.

„Die erste halbe Stunde haben wir komplett verschlafen“, stellte Rotenhofs Trainer Henning Knuth anschließend unmissverständlich fest. Seine Mannschaft habe die grundlegenden Dinge vermissen lassen, auf die es in der Oberliga ankomme: „Wenn du die Intensität in den Zweikämpfen nicht bringst und auch im Anlaufverhalten nicht da bist, wird es schwierig.“ Eichedes Führung sei zu diesem Zeitpunkt „komplett verdient und völlig zu Recht“ gewesen.
Rotenhof kommt erst kurz vor der Pause auf
Erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs gelang es den Gastgebern, sich etwas aus der Umklammerung zu lösen. Henke, Nielsen und Grothkopp kamen innerhalb weniger Minuten zu den ersten nennenswerten Rotenhöfer Möglichkeiten. Wirklich zwingend waren die Aktionen jedoch noch nicht.
Auf der anderen Seite verhinderte TuS-Torhüter Sörensen mit einer starken Parade einen möglicherweise vorentscheidenden dritten Treffer. Insgesamt blieb das 0:2 zur Pause aus Sicht der Gastgeber dennoch ernüchternd. Eichede war fußballerisch deutlich überlegen gewesen und hatte die Rotenhöfer Passivität konsequent bestraft.
Rotenhof zeigt nach der Pause ein anderes Gesicht
Nach dem Seitenwechsel sahen die 210 Zuschauer eine völlig veränderte Rotenhöfer Mannschaft. Mit Fiebelkorn und Struck brachte Knuth zwei frische Kräfte. Vor allem aber waren nun deutlich mehr Wille, Biss und Bereitschaft in den Zweikämpfen zu erkennen.
Der TuS schob weiter nach vorne, erhöhte den Druck und drängte Eichede über weite Strecken in die eigene Hälfte. Aus der einseitigen ersten Halbzeit entwickelte sich nun eine Partie, in der Rotenhof die Spielrichtung vorgab.
„Das war eine komplett gegensätzliche zweite Hälfte“, sagte Knuth. Seine Mannschaft habe eine vernünftige Reaktion gezeigt und sich „ganz, ganz viele Möglichkeiten“ erarbeitet.
Was der TuS zweifellos hatte, waren Druck, Präsenz und eine deutlich bessere Zweikampfführung. Was fehlte, waren das notwendige Spielglück und der Anschlusstreffer, der die Partie möglicherweise noch einmal vollständig hätte kippen lassen.
„Wir hätten uns mit einem Tor belohnen müssen“, sagte Knuth. Er ärgerte sich jedoch weniger über die vergebenen Möglichkeiten als über die verschlafene Anfangsphase: „Vielleicht ist es auch ein Grund dafür, dass die Bälle anschließend nicht reinfallen, wenn du dir das Spiel in der ersten halben Stunde selbst verbaust.“
Eichede verteidigt die Führung
Eichede musste nach der Pause unangenehme Phasen überstehen, blieb defensiv aber weitgehend konzentriert. Vor allem bei geradlinigen Rotenhöfer Angriffen und Bällen in Richtung letzter Linie entstanden einige unübersichtliche Situationen.

„Da hatten wir in ein, zwei Szenen sicherlich auch das nötige Glück“, räumte Steinfeldt ein. Insgesamt bewertete der Eicheder Trainer den Erfolg jedoch als verdient. Sein Team habe sich die beiden Treffer gut herausgespielt und sei trotz des zunehmenden Drucks bei seiner Aufgabe geblieben.
Die mögliche Vorentscheidung durch einen dritten Treffer verpassten die Gäste allerdings. „Wenn wir das dritte Tor machen, ist mehr Ruhe drin“, erklärte Steinfeldt. Dennoch habe seine Mannschaft die Begegnung nach der Pause diszipliniert zu Ende gebracht.
In der 83. Minute musste Eichede die Schlussphase in Unterzahl bestreiten. Der erst neun Minuten zuvor eingewechselte Lahi sah nach einem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Steinfeldt hätte sich in dieser Situation mehr Fingerspitzengefühl gewünscht, wollte dem Schiedsrichter aber keine böse Absicht unterstellen.
Auch in Überzahl gelang Rotenhof kein Treffer mehr. Eichede verteidigte das 2:0 bis zum Schlusspfiff und nahm nach einem schwierigen Saisonstart drei wichtige Punkte mit auf die Heimreise.
„Auf dieses Erfolgserlebnis waren wir alle scharf“, sagte Steinfeldt. Bereits beim vorherigen Unentschieden habe seine Mannschaft einen ersten kleinen Schritt gemacht. In Rotenhof folgte nun der nächste – und erstmals auch ein vollständiger Erfolg: „Stolz, Freude, wichtiger Sieg.“
Für den TuS Rotenhof blieb dagegen die Erkenntnis, dass die Reaktion nach der Pause stimmte. Die verschlafene erste halbe Stunde ließ sich dadurch jedoch nicht mehr korrigieren.
„Das können wir nicht akzeptieren“, sagte Knuth. Die zweite Halbzeit habe gezeigt, wozu seine Mannschaft in der Lage sei. Künftig müsse sie diese Intensität aber von der ersten Minute an auf den Platz bringen.
- TuS Rotenhof: Sörensen – Ohm, Bienwald (Jacob, 88.), Rathmann, Nielsen – Knuth, Lahrs – Henke, Bütow (Braun, 65.), Grothkopp (Struck, 46.) – Gersteuer (Fiebelkorn, 46.)
- Trainer: Henning Knuth
- SV Eichede: Lüdtke – Röpke, Shkuropativ, Ehlers, Kurt – Krüger (Kentzler, 90.+2), Giebler – Sakai, Feka (Lahi, 74.), Winterfeld (Erfurth, 67.) – Fazlija (T. Bektas, 67.)
- Trainer: Sascha Steinfeld
- Schiedsrichter: Falk Schmidt (TSV Gadeland)
- Zuschauer: 210
- Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte gegen Lahi (SV Eichede, 83.)
- Tore: 0:1 Fazlija (24.), 0:2 Sakai (26.)
Tabelle
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (↑ 3) | Holstein Kiel II | 6 | 4 | 1 | 1 | 19:7 | 12 | 13 |
| 2. (↓ 1) | VfR Neumünster | 5 | 4 | 1 | 0 | 15:5 | 10 | 13 |
| 3. (↓ 2) | SC Rapid Lübeck (N) | 6 | 4 | 0 | 2 | 11:10 | 1 | 12 |
| 4. (↑ 7) | FC Kilia Kiel | 6 | 3 | 2 | 1 | 14:9 | 5 | 11 |
| 5. (↓ 4) | TSB Flensburg (N) | 5 | 3 | 1 | 1 | 14:5 | 9 | 10 |
| 6. (↑ 9) | Oldenburger SV | 6 | 3 | 1 | 2 | 16:14 | 2 | 10 |
| 7. (↓ 5) | 1.FC Phönix Lübeck II | 6 | 3 | 1 | 2 | 15:14 | 1 | 10 |
| 8. (↓ 6) | TSV Nordmark Satrup | 6 | 3 | 0 | 3 | 11:13 | -2 | 9 |
| 9. (↓ 8) | PSV Neumünster | 6 | 2 | 2 | 2 | 11:13 | -2 | 8 |
| 10. (10) | Kaltenkirchener TS | 6 | 2 | 1 | 3 | 11:11 | 0 | 7 |
| 11. (↑ 12) | MTSV Hohenwestedt | 6 | 1 | 3 | 2 | 14:16 | -2 | 6 |
| 12. (↓ 11) | TuS Rotenhof | 6 | 1 | 3 | 2 | 11:15 | -4 | 6 |
| 13. (↑ 15) | SV Eichede | 6 | 1 | 2 | 3 | 7:8 | -1 | 5 |
| 14. (↓ 13) | Heider SV | 5 | 1 | 1 | 3 | 7:17 | -10 | 4 |
| 15. (↓ 14) | Eckernförder SV (N) | 5 | 1 | 0 | 4 | 9:14 | -5 | 3 |
| 16. (16) | VfB Lübeck II (N) | 6 | 0 | 1 | 5 | 6:20 | -14 | 1 |
