Dörpums erfolgreichster Angreifer Simon Bahnsen (li., SV Dörpum) mit 19 Toren. © Ismail Yesilyurt
Ein wahres Offensivfeuerwerk bekamen die 250 Zuschauer im letzten Saisonspiel der Landesliga geboten. Der SV Dörpum, der eine starke Rückrunde spielte und sich rechtzeitig auf den neunten Tabellenplatz im gesicherten Mittelfeld vorschob, verabschiedete sich mit einem fulminanten 9:1 (4:1)-Heimsieg von seinen Fans.
Für den Gast, den SVE Comet Kiel, entwickelte sich die lange Auswärtsreise nach Nordfriesland dagegen zu einer bitteren sportlichen Lehrstunde. Die Kieler, die ohnehin nur mit einem einzigen einsatzfähigen Ergänzungsspieler angereist waren, mussten auf dem Platz extrem leiden und gerieten regelrecht unter die Räder. Am Ende tat die heftige Klatsche der Stimmung im Kieler Lager jedoch keinen großen Abbruch mehr – der direkte Wiederabstieg nach nur einem Jahr im Unterhaus stand bereits vor dem Anpfiff rechnerisch fest. Für die „Cometen“ geht es in der kommenden Spielzeit wieder zurück in der Verbandsliga Ost.
Dörpumer Offensivwucht bricht Kiels Gegenwehr schon vor der Pause
Dabei gestaltete sich die Anfangsphase zunächst gar nicht so einseitig, wie es das spätere Endergebnis vermuten lässt. Die Kieler versteckten sich keineswegs und setzten im Angriffsspiel immer wieder Nadelstiche. Dörpums Spielertrainer Thies Borchardt zollte dem Gegner nach der Partie durchaus Respekt für den mutigen Beginn:
„Ich glaube, dass man auch insbesondere in der ersten Halbzeit gesehen hat, dass Comet auch immer wieder gefährlich war mit ihren guten Offensivspielern. Da waren wir mit Ball zeitweise zu unsauber, ein Tick zu überhastet.“
Effizienter präsentierten sich jedoch die Hausherren. Ein Doppelpack von Kevin Thomsen (8., 23.) brachte Dörpum früh mit 2:0 in Front. Zwar keimte bei den Gästen nach dem 2:1-Anschlusstreffer durch Alban Jashari (34.) kurzzeitig Hoffnung auf, doch die Nordfriesen schalteten noch vor dem Pausenpfiff wieder zwei Gänge hoch. „Nichtsdestotrotz konnten wir immer wieder hinter die Abwehr kommen, immer wieder Eins-gegen-eins-Situationen gut lösen“, erklärte Borchardt. Thies Wierzowiecki (41.) und Momme Petersen (45.) schraubten das Ergebnis noch vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Finn Dettmer auf 4:1.

Simon Bahnsen glänzt mit Dreier-Pack in einer einseitigen zweiten Hälfte
Nach dem Seitenwechsel schwanden den personell extrem gebeutelten Kielern zusehends die Kräfte. Dörpum nutzte die Räume nun eiskalt aus und kombinierte sich phasenweise in einen Rausch. Nur vier Minuten nach dem Wiederanpfiff markierte Simon Bahnsen das 5:1 (49.), ehe Kevin Thomsen mit seinem dritten Tagestreffer das halbe Dutzend vollmachte (54.).
Danach schlug die Stunde von Bahnsen, der die Kieler Abwehrreihe ein ums andere Mal alt aussehen ließ. Mit zwei weiteren Treffern (65., 70.) schnürte er genau wie Thomsen einen Dreier-Pack im zweiten Durchgang und stellte auf 8:1. Den Schlusspunkt unter ein denkwürdiges Saisonfinale setzte schließlich der eingewechselte Malte Johannsen, der in der 78. Minute den 9:1-Endstand besiegelte.
Stolz und Vorfreude auf die Sommerpause
Während auf Kieler Seite nun die Wunden geleckt und der Fokus auf den Neuaufbau in der Verbandsliga gerichtet werden muss, herrschte beim Dörpumer Anhang und dem Trainerteam nach dem Schlusspfiff ausgelassene Feierstimmung.
Thies Borchardt sparte verständlicherweise nicht mit Lob für den Auftritt seiner Mannschaft:
„Ich denke, wir konnten uns bestmöglich aus der Saison verabschieden mit dem 9:1-Ergebnis, was man sicherlich nicht alle Tage erreicht. Umso besonderes war das Spiel gerade zum Saisonabschluss vor unseren heimischen Fans. Ich kann der Mannschaft nur ein Kompliment machen: sehr, sehr viel Einsatz, sehr, sehr viel Leidenschaft, sehr, sehr viel Spaß und Freude am Fußball. Aus diesem Grund gehen wir mit einem guten Gefühl aus der Saison raus, genießen jetzt die Sommerpause und dann geht’s zur neuen Saison weiter.“
SV Dörpum: Hansen – Ebsen, Peretzke, Petersen, Wierzowiecki – Christiansen, Thomsen, Magnussen, Paulsen – Bahnsen, Schickedanz.
Spieler-Trainer: Thies Borchardt.
SVE Comet Kiel: Losch – Gesper (73. Rasch), Morina, Lawson-Body, Lahu – Milbradt, Rassmanns, Arian Jashari, Assameur – Knutzen, Alban Jashari.
Trainer: Jan Wilhelm Schwaberau/Nico Sellmer.
SR: Finn Dettmer (SV Adelby).
Ass.: Mika Thomsen, Mirco Faust.
Z.: 250.
Tore: 1:0 Kevin Thomsen (8.), 2:0 Kevin Thomsen (23.), 2:1 Alban Jashari (34.), 3:1 Thies Wierzowiecki (41.), 4:1 Momme Petersen (45.), 5:1 Simon Bahnsen (49.), 6:1 Kevin Thomsen (54.), 7:1 Simon Bahnsen (65.), 8:1 Simon Bahnsen (70.), 9:1 Malte Johannsen I (78.).
30. Spieltag – Landesliga Schleswig
| Datum | Begegnung | Erg. |
|---|---|---|
| 16.05.26 | SpVg Eidertal Molfsee – TSB Flensburg | 0:2 |
| 16.05.26 | SSG Rot-Schwarz Kiel – TSV Rantrum | 0:2 |
| 16.05.26 | TSV Friedrichsberg-Busdorf – Heider SV II | 11:0 |
| 16.05.26 | TSV Kropp – SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 2:2 |
| 16.05.26 | TuS Jevenstedt – TSV Hattstedt | 1:5 |
| 16.05.26 | SV Dörpum – SVE Comet Kiel | 9:1 |
| 16.05.26 | TSV Klausdorf – TSV Kronshagen | 4:1 |
| 16.05.26 | SC Weiche Flensburg 08 II – Eckernförder SV | 1:1 |
Tabelle Landesliga Schleswig
| Pos | Verein | Sp. | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | TSB Flensburg (Ab) | 30 | 115:22 | 86 |
| 2 | Eckernförder SV (Ab) | 30 | 71:27 | 68 |
| 3 | SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 30 | 86:43 | 57 |
| 4 | SpVg Eidertal Molfsee (Ab) | 30 | 96:57 | 51 |
| 5 | SSG Rot-Schwarz Kiel | 30 | 63:56 | 51 |
| 6 | TSV Rantrum | 30 | 92:60 | 50 |
| 7 | TSV Klausdorf | 30 | 73:64 | 47 |
| 8 | SC Weiche Flensburg 08 II | 30 | 70:58 | 45 |
| 9 | SV Dörpum | 30 | 76:59 | 44 |
| 10 | TSV Kronshagen | 30 | 41:42 | 36 |
| 11 | TSV Friedrichsberg-Busdorf | 30 | 67:87 | 34 |
| 12 | TSV Kropp | 30 | 43:68 | 29 |
| 13 | TSV Hattstedt (Auf) | 30 | 54:78 | 28 |
| 14 | TuS Jevenstedt | 30 | 32:74 | 22 |
| 15 | SVE Comet Kiel (Auf) | 30 | 39:104 | 15 |
| 16 | Heider SV II (Auf) | 30 | 40:159 | 9 |
