Yannick Wulf machte mit dem 3:1 den Deckel drauf in Todenbüttel. © Steffen Schäpe
In der Verbandsliga West ist der Aufsteiger SV GW Todenbüttel im Heimspiel gegen den hoch gehandelten TSV Heiligenstedten mit einer 1:3 (1:0)-Heimniederlage in das neue Jahr gestartet. Bei Todenbüttel feierte Tim Solterbeck nach langer Verletzungspause seine Rückkehr in die Mannschaft. Während die Gastgeber trotz der Niederlage weiterhin den 12. Platz halten, konnte sich die Mannschaft von Trainer Stefan Pohlmann nach dem vierten Auswärtssieg näher an die Spitzengruppe heranarbeiten und belegt nunmehr den 6. Platz.
Todenbüttel erwischt guten Start
Auf dem tiefen und schweren Geläuf kamen die Gastgeber, die in der Vorbereitung nur ein Testspiel in Wahlstedt absolvieren konnten, relativ gut in das Spiel und hatten auch in der Anfangsphase viele gute Ideen, die in einigen Torannäherungen mündeten. Daraus resultierten einige gute Abschlüsse durch Lasse Holling (10.), der an Torhüter Marian Rister scheiterte, sowie durch Angreifer Torben Paulsen (20.). „Bis dahin hatten wir eigentlich alles im Griff“, war Trainer Eike Schneider mit dem Auftritt seiner Mannschaft bis dahin durchaus zufrieden.
Auch Heiligenstedten hatte neben viel Ballbesitz einige gute Aktionen zu verzeichnen, wurde meist aber nur durch Fernschüsse gefährlich.
Torben Paulsen trifft zum Führungstreffer
Nach gut einer halben Stunde gelang den Gastgebern durch Torben Paulsen (32.) der nicht unverdiente Führungstreffer, und mit etwas mehr Spielglück hätte vor der Pause noch ein weiterer Treffer für die Gastgeber fallen können.
Todenbüttel bleibt nach Foul an Lasse Holling Elfmeter verwehrt
Dann eine aus Sicht der Gastgeber womöglich spielentscheidende Situation: Als Lasse Holling (44.) kurz vor der Pause auf Höhe der gegnerischen Strafraumgrenze am Oberarm gezogen wird und zu Fall kommt, kann sich Schiedsrichter Philip Zeich zum Entsetzen der Gastgeber nicht für einen Strafstoß entscheiden. „Das ist ein klarer Muss-Pfiff“, haderte Heimcoach Eike Schneider.
„Präsi“ verpasst die Vorentscheidung
Auch nach der Pause lief es für Todenbüttel maximal unglücklich. Zweimal binnen drei Minuten hatte Torben Paulsen die Riesenchance, den zweiten Treffer zu erzielen, und scheiterte beide Male unglücklich. Vor allem bei der zweiten Möglichkeit kam der Angreifer leicht ins Stolpern und zielte knapp daneben.
„Der Präsi muss das 2:0 machen. Das hat uns das Genick gebrochen“, ahnte Eike Schneider Böses.
Heiligenstedten dreht das Spiel
Wie so oft rächte sich das – und zwar sehr schnell. Binnen sieben Minuten drehten die Gäste gegen nicht mehr so frisch wirkende und nachlassende Gastgeber die Partie in ihre Richtung.

Dreimal war Heiligenstedten dabei über die Flügel erfolgreich. Beim Ausgleichstreffer fuhren die Gäste einen schnellen Angriff über die linke Seite. Todenbüttel bekam die Situation nicht geklärt. Der Ball landete bei Marlon Bolten (50.), der eine Drehung vollzog und zum 1:1-Ausgleich traf.
Bolten mit Doppelpack zur Führung
Ausgangspunkt beim Führungstreffer war eine präzise Flanke von der rechten Seite, die erneut Marlon Bolten (57.) stark annahm, zwei Haken schlug und dann einnetzte.
Wulf mit dem dritten Treffer
Gegen die nun sehr offen stehenden Gastgeber setzte Heiligenstedten energisch nach. Spätestens mit dem dritten Treffer war die Messe gelesen. Nach einem Angriff über die linke Seite verwertete Yannick Wulf (65.) eine scharfe Hereingabe zum 1:3 für die Mannschaft von Trainer Stefan Pohlmann, die in der Folge durch viele Tempoläufe und gutes Flügelspiel zu überzeugen wusste und sich dabei mehrere Großchancen durch Zemke, Steinmann und den Doppeltorschützen Bolten erspielen konnte. Doch der Todenbüttler Torhüter Yannick Holtz wurde zum Turm in der Schlacht und vereitelte weitere Gegentreffer.
Stimmen zum Spiel
Eike Schneider (SV GW Todenbüttel):
„Nach einer beschissenen Vorbereitung mit nur drei Tagen mit der Pille auf dem Platz, ansonsten hatten wir nur Einheiten im Fitnessstudio, war es enorm schwer, die Motivation hochzuhalten. Heiligenstedten hat am Ende verdient gewonnen, auch weil sie im Schnitt fünf Jahre jünger sind. Das ist schon eine geile, junge Truppe, die mein Kollege Stefan Pohlmann da trainiert.“
Stefan Pohlmann (TSV Heiligenstedten):
„Beide Mannschaften hatten vor dem Spiel das große Fragezeichen vor sich, was die schlechte Vorbereitung aufgrund der Witterung für Auswirkungen hat. Am Ende hat uns das alles nicht interessiert. In dieser Saison steht für uns die Entwicklung im Fokus. Wir wollten alles in die Waagschale werfen, um gut in die Rückrunde zu starten. Bei aller Dominanz, die wir teilweise im Spielaufbau hatten, fehlte es letztendlich im letzten Drittel. Unsere Marschroute war das Flügelspiel, dem blieben wir auch nach der Pause treu, weil wir der Meinung waren, Todenbüttel so knacken zu können. Wir haben nach der Pause einige Kleinigkeiten verändert, die dazu geführt haben, dass das Spiel kippen konnte. Wir konnten in der zweiten Halbzeit unsere körperliche Überlegenheit ausnutzen. Unser Kindergarten hat sich gegen die Robustheit der Gastgeber durchgesetzt. Todenbüttel war am Ende stehend K.o. Fazit: ein verdientes 3:1 für uns mit ganz viel Luft nach oben.
Es gibt kein wirkliches Saisonziel. Wir sind in einer Umbruchsphase. Wir hatten im Sommer acht Spieler aus der A-Jugend hochgezogen, und im Winter sind noch ein 17-Jähriger und ein 18-Jähriger dazugekommen. Wir wollen die Saison nutzen, um erwachsen zu werden, um volljährig zu werden und um fußballerisch im Herrenbereich anzukommen. Wir hatten in dem einen oder anderen Spiel durchaus einen Altersdurchschnitt von unter 22 Jahren, obwohl wir drei Spieler dabei haben, die über dreißig oder gerade dreißig geworden sind. Das zeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt und was für eine Zukunft uns bevorsteht. Genau das wollen wir dieses Jahr nutzen. Am Ende wollen wir einen deutlich besseren Platz erreichen als den 7. Platz, den wir vor diesem Spieltag hatten. Wobei die ersten drei Plätze wohl schon vergeben sind.“
SV GW Todenbüttel: Yannick Holtz – Oke Holling, Jonas Illing, Bjarne Hansen (84. Ole Petersen), Ole Hansen (69. Maik-Manuel Reimers) – Fenn-Ole Zauter, Thorge Cordes (69. Lukas Krompholz), Tim Solterbeck (45. Marten Reimers), Claas Breiholz – Lasse Holling, Torben Paulsen (57. Maximilian Lüdtke).
Trainer: Eike Schneider.
TSV Heiligenstedten: Marian Rister –Steven Bolln, Fabian Koopmann, Horatio Dean Schultz, Bjarne Teut ( 73. Nicklas John Looft) – Jan Zemke, Nick Müller, Moritz Steinmann, Maximilian Ris – Marlon Bolten (84. Noah Peter Douglas Wyatt), Paul Carow (59. Yannick Wulf).
Trainer: Stefan Pohlmann.
Schiedsrichter: Philip Zeich (SV Henstedt-Ulzburg).
Assistenten: Martin Bläsing und Tom-Noah Knöller.
Zuschauer: 70
Tore: 1:0 Torben Paulsen (32.), 1:1 Marlon Bolten (50.), 1:2 Marlon Bolten (57.), 1:3 Yannick Wulf (65.).
