Marko Grbavac (Osterrönfelder TSV) machte den Sack zum Klassenerhalt richtig zu. © 2026 Markus Till
Der Jubel am Bahndamm ist groß: Der Osterrönfelder TSV (OTSV) spielt auch in der kommenden Saison in der Verbandsliga. Mit einem verdienten 3:0-Auswärtssieg beim Tabellenachten TSV Friedrichskoog machte die Mannschaft den entscheidenden Schritt und entledigte sich aller Abstiegssorgen. Dass dieser Erfolg zustande kam, ist angesichts der Rahmenbedingungen bemerkenswert: Beide Teams hatten mit erheblichen personellen Problemen zu kämpfen. Während beim OTSV gleich acht Stammkräfte, darunter Torwart Silas Einfeldt und Leistungsträger wie Kevin Czaja, ausfielen, konnte der Gastgeber lediglich zwölf Spieler auf dem Spielbericht vermerken.
Diese Notlage wurde zur Stunde der Jugend: Beim OTSV feierten die A-Jugendlichen Kjell Bodtke im Tor und Finn Hölzer ihr vielumjubeltes Liga-Debüt. Beim TSV Friedrichskoog konnte Trainer Sven Bielenberg aus nächster Nähe Kommandos und Anweisungen geben: als 12. Spieler eingewechselt in der 49. Minute!
Geduld und Entschlossenheit auf holprigem Geläuf
Auf dem schwierig zu bespielenden, holprigen Platz in Friedrichskoog war den Gästen die Nervosität und der enorme Abstiegsdruck zunächst deutlich anzumerken. Die Gastgeber versuchten von Beginn an, das Tempo zu verschleppen, und lauerten auf gefährliche Konter. Tatsächlich musste der feldüberlegene OTSV in der Anfangsphase viermal in höchster Not klären, um das torlose Unentschieden zu halten.
Die Wende brachte eine Trinkpause nach 22 Minuten, in der Trainer Maik Gabriel die Sinne seiner Schützlinge noch einmal schärfte. Fortan agierte die „Elf vom Bahndamm“ wesentlich konzentrierter, erhöhte den Druck auf das gegnerische Tor und unterband die Konterversuche der Friedrichskooger konsequent.
Doppelschlag vor der Pause bringt die Vorentscheidung
Der verdiente Lohn folgte in der 36. Minute: Jamie Liß setzte sich im gegnerischen Strafraum „bullig durch“ und schloss entschlossen zur 1:0-Führung ab. Der OTSV nutzte das Momentum und drängte sofort auf das zweite Tor. Mit dem Halbzeitpfiff war es Oliver Schmeling, der auf 2:0 erhöhte und den Gästen ein beruhigendes Polster für den zweiten Durchgang verschaffte.

Zwar stemmte sich Friedrichskoog nach dem Seitenwechsel gegen die drohende Niederlage, doch ein weiterer personeller Nackenschlag bremste den Gastgeber aus: Torwart Colin Little musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. In der 60. Minute folgte schließlich die endgültige Entscheidung. Eine scharfe Flanke von Linus Ramaker wurde durch ein klares Handspiel im Strafraum unterbunden. Schiedsrichter Benjamin Müller zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Marko Grbavac behielt die Nerven und verwandelte den fälligen Strafstoß souverän zum 3:0-Endstand.
In der letzten halben Stunde war beiden Mannschaften der Substanzverlust durch die dünne Personaldecke und das Wetter deutlich anzumerken. Das Spiel plätscherte fehlerbehaftet dem Ende entgegen, doch das trübte die Stimmung der Gäste nicht mehr. Am Ende zählte für den OTSV nur eines: Der Klassenerhalt ist in trockenen Tüchern.
TSV Friedrichskoog: Colin Little (49. Sven Bielenberg) – Marc Ole Schäfer, Magnus Urthel, Tim Böge, Lennart Krämer, Pascal Lucht, Lasse Reichhart, Oke Tjore Peters, Janik Pien, Justin Cedric Sanny, Thorge Pauksztat.
Trainer: Sven Bielenberg.
Osterrönfelder TSV: Kjell Bodtke – Sören Müller, Jonas Landtreter, Leif-Kilian Thomsen, Jannik Landtreter, Oliver Schmeling (62. Finn Gunnar Hölzer), Jon Matti Truschkowski, Jamie Liß (69. Collin Marc Jubelt), Marko Grbavac, Linus Ramaker, Lorenz Billerbeck (62. Silas Barho).
Trainer: Maik Gabriel.
Schiedsrichter: Benjamin Müller (Suchsdorfer SV).
Assistenten: Jörg Kunze, Linus Dettmer.
Tore: 0:1 Jamie Liß (36.), 0:2 Oliver Schmeling (45.), 0:3 Marko Grbavac (60. Foulelfmeter).
