Azem Mehanovic (mitte, Probsteier SG) ist der Spieler des Tages mit Asist und zwei Toren. © Ismail Yesilyurt
Die Probsteier SG darf zumindest für eine Nacht als Tabellenführer ins Bett. In der Verbandsliga Ost gewann die Mannschaft aus Schönberg am Freitagabend mit 3:2 beim starken Aufsteiger SpVg Eidertal Molfsee II. Glücklich, wild und vielleicht auch lehrreich.
„Wir gewinnen das schwierige Auswärtsspiel bei Eidertal Molfsee II, am Ende glücklich mit 3:2“, resümierte PSG-Trainer Thomas „ToBo“ Bohrmann später mit erleichterter Stimme und vielleicht auch einem Hauch Kopfschütteln.
Früher Doppelschlag der Mehanovic-Brothers
Die Partie begann mit einer kurzen Phase, in der die Gäste den Takt vorgaben. „Wir hatten in der ersten Halbzeit fünfzehn Minuten, wo wir gut im Spiel waren“, so Bohrmann. Den Lohn bekam die PSG mit der Führung. Azem Mehanovic wurde im Strafraum gelegt – Bruder Din übernahm die Verantwortung und verwandelte zum 1:0. Es war bereits der 23. Saisontreffer des 20-Jährigen, der zur neuen Saison beim Oberligisten PSV Neumünster spielen wird. Bestwert in der Verbandsliga Ost.

Dann jedoch kippte das Geschehen. Molfsee ließ den Ball laufen, die PSG suchte ihren Rhythmus, um ins Spiel zurück zu finden. Und doch schlug es es im Kasten von Leon Leiß ein. Und wie! Ein Treffer mit Unterhaltungswert. Ein Freistoß jagte Azem Mehanovic katastrophal flach in die Mauer. Der Ball sprang zurück zum Schützen. Was dann kam, war ein linker Hammer aus 22 Metern in den oberen Winkel.
Einladung zum Anschlusstreffer
Doch die Hausherren blieben spielerisch gefährlich. „Wir haben in unserem Defensivverbund leider die Bälle zu einfach hergegeben, haben sie de facto praktisch auch zum Toreschießen eingeladen“, kritisierte Bohrmann. In der 36. Minute spielte PSG-Keeper Ali von Viktor Eidertals Stürmer Clement Ugbodaga den Ball direkt in die Füße. Der ließ sich nicht zweimal bitten und traf aus 20 Metern ins rechte untere Eck ein zum 1:2.
Molfsee war nun am Drücker. Kurz nach der Pause hätte der Ausgleich fallen müssen. Fin Bartels – Ex Profi u. a. bei Holstein Kiel und Werder Bremen – flankte traumhaft, Marco Quoos köpfte aus kurzer Entfernung daneben. Ein Kunststück, das Gehäuse nicht zu treffen!
Lupfer von Azem Mehanovic aus 40 Metern zum 3:1
Statt dem 2:2 fiel das 1:3. Und wie! Azem Mehanovic fing einen Ball im Aufbau der Eidertaler ab. Leiß, als mitspielender Torwart, stand weit vor seinem Kasten und konnte den Fehler seiner Mitspieler nicht mehr ausbügeln. „Wir machen dann aus dem heiteren Himmel durch Azem Mehanovic das 3:1 nach einem Lupfer aus ungefähr vierzig Metern“, sagte Bohrmann.

Überzahl ohne Ordnung
Als Eidertals Kapitän Lars Viertel in der 71. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste, schien die Partie entschieden. Doch Ruhe kehrte beim führenden Team nicht ein. „Wir werden weiterhin hektisch bei eigenem Ballbesitz, auch in Überzahl. Wir haben wenig aus unserer Überzahl gemacht“, monierte der PSG-Coach. Umschaltsituationen wurden schlampig ausgespielt, Abschlüsse überhastet gesucht.
Flippertor bringt kurzfristig Spannung zurück
Der Tabellenachte Molfsee rannte weiter an. Und bekam kurz vor Schluss noch ein Geschenk. Einen Schuss von Fin Bartels parierte von Viktor stark, doch beim Klärungsversuch schossen die Gäste Bartels an. Der Ball kullerte ins Tor zum 2:3. Ein kurioser Treffer, der das Zittern bei der Probsteier SG noch einmal weckte: Die letzten Minuten inklusive fünf Nachspielzeit waren ein Nervenspiel. Dann pfiff Schiedsrichter Sönke Rebehn ab: Der siebente Sieg in Folge in der Verbandsliga Ost war somit perfekt für Thomas Bohrmann und sein Team. Mit dem gleichen Ergebnis wie im Hinspiel.

„Auch solche Spiele muss man erst mal gewinnen“, sagte Bohrmann. „Aber wir wissen, dass wir uns definitiv in den nächsten Wochen steigern müssen.“ Am kommenden Sonntag wartet mit dem Kieler MTV der nächste starke Aufsteiger. Im Hinspiel unterlag die PSG dem KMTV mit 3:4. Die SpVg muss erneut am Freitagabend an den Ball ran. Bei der SG Oldenburg/Göhl.
Stimme zum Spiel
SpVg Eidertal Molfsee II: Leiß – Quoos, de Mooy, Wolf, Talep (51. Hamed), Ugbodaga (80. Meier), Puhlmann (63. Clausen), Bartels, Smit, Ziesecke, Viertel.
Trainer: Carsten Struck.
Probsteier SG: von Victor – Töremen, Osmanovic, Akbulut, Fimm – Schindler, Schröder (60. Winter) – Din Mehanovic (90.+2 Müller), Azen Mehanovic, Steffen (46. Bamm (80. Hadzimujic)) – Reinke.
SR: Sönke Rebehn (TuS Jevenstedt).
Ass.: Oliver Langeberg, Dr. Carsten Füg.
Z.: 43.
Gelb-Rote Karte: Lars Viertel (71., Eidertal).
Tore: 0:1 Din Mehanovic (10., FE), 0:2 Azem Mehanovic (20.), 1:2 Clement Ugbodaga (35.), 1:3 Azem Mehanovic (56.), 2:3 Fin Bartels (86.).
