9:1 – Todesfelde schießt Bordesholm aus dem Joda-Sportpark

von Olaf Wegerich

Alexander Meyerfeldt (TSV Bordesholm) klärt gegen Kai-Fabian Schulz (SV Todesfelde). © 2023 Olaf Wegerich


Das war eine Machtdemonstration! Am 3. Spieltag der Flens-Oberliga siegte der SV Todesfelde mit 9:1 (6:0) gegen den Ex-Klub von Tofe-Trainer Björn Sörensen. Für den TSV Bordesholm war es eine historisch hohe Niederlage.

Denn seit dem Wiederaufstieg 2018 gab es noch nie eine derart hohe Packung zu verkraften. Eigentlich sind die Bordesholmer, die durch die Niederlage auf den 10. Platz zurückgefallen sind, eher für ihre Abwehrkünste bekannt. Doch nun stellen sie mit bereits vierzehn Gegentreffern die Schießbude der Liga. Bereits zur Halbzeit hätten die Gastgeber bei halbwegs konsequenter Chancenverwertung zweistellig führen können.

Früher Elfer bringt Boho auf die Verliererstraße

Bereits nach fünf Minuten nimmt das Unheil seinen Lauf. Nach einem Foul von Philipp Spohn an Mats Klüver entscheidet Schiedsrichter Jan-Ole Ehlers zum Entsetzen der Gäste auf Strafstoß. „Er rutscht nach vorne und spielt zu hundert Prozent den Ball. Das darf niemals einen Elfer geben“, zeigt sich Boho-Trainer Florian Rammer fassungslos. Morten Liebert ist das egal. Der Torjäger bleibt eiskalt und trifft zur Führung für die Gastgeber.

Erdogan Cumur vergibt den Ausgleich

Kurz danach lässt Boho-Angreifer Erdogan Cumur zwei Gegenspieler stehen, doch Fabian Landvoigt im Tor der Gastgeber kann in höchster Not klären. Fast dreißig Minuten hält Boho gut dagegen. Insbesondere Malte Lucht geht keinem Zweikampf aus dem Weg.

Liebert zum Zweiten

Bis zur 29. Minute deutet nichts auf ein Debakel hin. Nach einem Eckball steht erneut Morten Liebert (29.) völlig blank und trifft aus Nahdistanz zum 2:0. Was sich bis zum Pausenpfiff abspielt, sucht hingegen seinesgleichen. Bordesholm verliert jeglichen Zugriff und „Deathfield“ spielt sich gegen völlig indisponierte Gäste in einen Rausch.

Tofe gnadenlos effektiv – Boho im Tiefschlaf nach Eckbällen

Das 3:0 fällt nach einer Ecke von Rafael Krause, die der aufgerückte Spielführer Kay-Fabian Schulz (32.) über die Linie bugsiert. Das 4:0 gelingt Torjäger Marco Pajonk (34.) nach schöner Einzelleistung. Beim 5:0 umspielt Rafael Krause zunächst Till Börner und lässt dann auch dem aus seinen Tor heraus eilenden Mats Jonas Lüdtke keine Chance.

Philipp Spohn (TSV Bordesholm) gegen Felix Möller (re., SV Todesfelde), der als Joker 2 Tore erzielte. © 2023 Olaf Wegerich
Philipp Spohn (TSV Bordesholm) gegen Felix Möller (re., SV Todesfelde), der als Joker 2 Tore erzielte. © 2023 Olaf Wegerich

Doch die Heimelf bleibt weiter gierig und ist in ihrem Spielrausch nicht zu stoppen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte trifft Torjäger Marco Pajonk (45./+5) nach einem Eckball von Pawel Erfmann gegen völlig indisponierte Gäste per Kopfballtreffer zum 6:0-Pausenstand. Der eingewechselte Möller und Pajonk vergeben noch weitere gute Möglichkeiten für Tofe.

Tilman Stegner verletzt raus

Bitter für Boho: Abwehrspieler Tilman Stegner musste ausgewechselt werden, nachdem er im Liegen mit den Stollen einen Tritt auf den Unterarm bekommen hatte, der nach der Auswechselung sofort von seinem Bruder Dr. Simon Stegner in der Halbzeitpause fachmännisch versorgt werden musste. „Das tut höllisch weh. Aber zum Glück ist wohl nichts gebrochen“, sagte Stegner nach dem Spiel.

Gastgeber schaltet einen Gang runter – Gast wird aktiver

Nach dem Wechsel hatte Tofe zwar weiter deutlich mehr Spielanteile, doch gegen sich zwischenzeitlich steigernde Gäste fehlte in Strafraumnähe häufig die letzte Konsequenz im Abschluss. Boho war anzumerken, jetzt selbst wieder mehr aktiv sein zu wollen und das sollte sich sogar auszahlen.

Cumur im Pech

Zunächst hat Erdogan Cumur Pech, dass Landvoigt seinen Schuss auf die Latte lenkt. Dann verpasst Scherbath eine flache Hereingabe von Cumur. Nach einer Flanke von links ist der drei Minuten zuvor eingewechselte Bouzoumita (65.) zur Stelle und verkürzte auf 1:6.

Bouzoumita spektakulär

Nachdem der auffällige Bouzoumita (82.) mit einem spektakulären Fallrückzieher, der das Tor nur knapp verfehlte, Pech hatte und zu Recht den Beifall des Publikums erhielt, drehte das Sörensen-Team in den verbleibenden acht Minuten noch einmal richtig auf und verpasste dem TSV eine deftige Lektion.

Drei Todesfelder Treffer in sieben Minuten

Das 7:1 gelingt Felix Möller (84.), nachdem zuvor Rafael Krause an Lüdtke gescheitert war. Den abgewehrten Ball schob Möller problemlos gegen orientierungslose Spieler über die Linie. Das 8:1 gelingt dem nach einer Stunde eingewechselten Luca Sixtus mit einem Fernschuss, bei dem Lüdtke die Sicht verdeckt war. „Das der so rein geht“, freute sich Sixtus über seinen sehenswerten Treffer.

Den Schlusspunkt setzte Tofe in der ersten Minute der Nachspielzeit. Marco Pajonk hatte sich über rechts durchgetankt und erneut ist es Felix Möller, der den Ball zum 9:1-Endstand über die Linie befördert. „Bei uns fühlte sich keiner bei den Eckbällen für seinen Gegenspieler verantwortlich“, reagierte Boho-Kapitän Alexander Meyerfeldt nach dem Desaster fassungslos.

Sixtus zieht es in den Süden – Sky Sport ruft

Bei den Gastgebern wird Luca Sixtus am 23. September im Heimspiel gegen den FC Dornbreite Lübeck sein letztes Pflichtspiel für den SV Todesfelde bestreiten. Einen Tag später ist im Joda-Sportpark ein Abschiedsspiel mit aktuellen und ehemaligen Weggefährten geplant. Sixtus zieht es beruflich in den Süden in die bayrische Metropole München. „Ich werde dort bei Sky Sport anfangen und meine Freundin bei PRO Sieben“, freut sich Sixtus künftig hautnah über die Champions League und die Formel eins berichten zu dürfen. Wenn die Zeit es zulässt könnte sich Sixtus ein Engagement bei einem unterklassigen Verein durchaus vorstellen.

Stimmen zum Spiel

Trainer Björn Sörensen (SV Todesfelde): „Die frühen Tore haben uns natürlich geholfen, unser Selbstbewusstsein zu festigen. Zwischen der 10. und 15. Minute haben wir das Spiel richtig wild gemacht. Wir hatten viele schöne Ballstafetten. In der zweiten Halbzeit hatten wir zunächst einen Spannungsverlust. Nach dem Gegentreffer wollten wir die zweite Halbzeit nicht verlieren.“

Trainer Florian Rammer (TSV Bordesholm): „Vor dem Spiel waren wir eigentlich recht zuversichtlich. Durch den aus meiner Sicht unberechtigten Elfer hatten wir natürlich nicht die beste Startsituation. Die ersten vier Gegentore sind durch individuelle Fehler entstanden. Uns haben die Grundtugenden gefehlt. Unser Zweikampfverhalten war schlecht. Wir haben gefühlt nur zehn Prozent der Zweikämpfe gewonnen. Ich hätte zur Halbzeit zehn Spieler auswechseln können. Uns sind katastrophale Fehler unterlaufen. Mit den neun Gegentoren sind wir noch gut bedient. Lieber einmal richtig auf die Fresse bekommen als neunmal mit einem Tor Unterschied zu verlieren. Das war eine Lehrstunde. Die Fehler haben für die gesamte Saison gereicht. Das war ein rabenschwarzer Tag für uns.“

SV Todesfelde: Landvoigt – Musci (74. Thiel), Rave (46. Achtenberg), Schulz, Meseberg – Erfmann (61. Gelbrecht) – Weidemann, Klüver (61. Sixtus), Krause – Pajonk, Liebert (30. Möller).
Trainer: Björn Sörensen.

TSV Bordesholm: Lüdtke – Alex Meyerfeldt, Spohn, Boztepe (72. Vidovic), Tilman Stegner (43. Scherbath) – Aaron Meyerfeldt, Börner – Möller (42. Schomaker), Lucht, Assiemen(62. Dr. Simon Stegner) – Erdogan (62. Bouzoumita).
Trainer: Florian Rammer.

Schiedsrichter: Jan-Ole Ehlers (TSV Schafstedt).
Assistenten: Simon Schmeling und Darwin Paschke.

Zuschauer: 296 im Joda-Sportpark in Todesfelde.

Tore: 1:0 Morten Liebert (5., Foulelfmeter), 2:0 Morten Liebert (29.), 3:0 Kay-Fabian Schulz (32.), 4:0 Marco Pajonk (34.), 5:0 Rafael Krause (44.), 6:0 Marco Pajonk (45./+5), 6:1 Mohamed Youssef Bouzoumita (65.), 7:1 Felix Möller (84.), 8:1 Luca Sixtus (88.), 9:1 Felix Möller (91.).

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